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Eindeutige Ergebnisse Neuer Wirkstoff hilft beim Abnehmen

(Foto: imago/McPHOTO)

Übergewicht ist ein ständig größer werdendes Problem. Forscher sind davon überzeugt, dass ein neues Mittel nicht nur bei der Bekämpfung von Fettleibigkeit helfen kann, sondern gleichzeitig Blutwerte verbessert. Zugelassen ist es bereits für die Diabetestherapie.

Übergewicht ist für Betroffene ein Problem. Folgeerkrankungen, Stigmatisierungen durch Mitmenschen und wiederkehrende Misserfolge beim Abnehmen sind nur ein paar Beispiele, womit sich übergewichtige Menschen herumschlagen müssen. Wie schön wäre es da, wenn es ein Mittel gäbe, mit dem Übergewicht erfolgreich bekämpft werden könnte.

Forscher aus mehreren Ländern haben ein solches Mittel ins Visier genommen und dessen Wirkung überprüft. Der Wirkstoff mit dem Namen Semaglutid wurde an mehr als 900 Patienten getestet. Die neue Substanz, die bereits in der Diabetestherapie zum Einsatz kommt, wirkt so ähnlich wie körpereigene Darmhormone, die das Sättigungsgefühl erzeugen.

In den weltweiten Untersuchungen, an denen auch ein Team um Professor Andreas Birkenfeld vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden beteiligt war, konnte eine deutliche Reduktion des Körpergewichts im Vergleich zur Placebogabe festgestellt werden. Am meisten Körpergewicht verloren diejenigen, die mit der höchsten Dosierung Semaglutid behandelt worden waren. Gewichtsabnahme von bis zu 17 Prozent des Ausgangskörpergewichts konnten bei der Untersuchung beobachtet werden.

Von fettleibig zu übergewichtig

Die wöchentliche Gabe von Semaglutid über einen Zeitraum von 52 Wochen hinweg machte es also möglich, eine Person mit einem Body Mass Index (BMI) von 35 auf einen BMI von 29 zurückzuführen. Damit konnte sie von fettleibig auf übergewichtig heruntergestuft werden. "Der Patient hat nicht nur abgenommen, sondern Semaglutid gut vertragen. Die Nebenwirkungen sind nicht als kritisch einzustufen", betont Birkenfeld, der das Studienzentrum Metabolisch-vaskuläre Medizin in Dresden leitet. Doch nicht nur die Pfunde purzelten bei den Probanden. Auch die Werte von Blutzucker, -fetten und -druck sanken.

Die Gabe des Mittels über 52 Wochen hinweg wurde mit einer Ernährungsberatung und körperlicher Aktivität kombiniert. Insgesamt, schreiben die Forscher im Fachmagazin "The Lancet", wurde Semaglutid gut vertragen. Als Nebenwirkungen zeigten sich für die Stoffgruppe typische, aber dosisabhängige Symptome des Magen-Darm-Traktes. Am häufigsten wurde über Übelkeit geklagt.

Die Forscher sind sich sicher, dass die Ergebnisse in Bezug auf den neuen Wirkstoff der Beginn einer neuen Ära in der medikamentösen Adipositatstherapie darstellt. Denn es können gleich zwei Probleme mit einem Wirkstoff angegangen werden. Semaglutid hilft nämlich nicht nur dabei, das Gewicht zu reduzieren, sondern kann auch die Ursachen für kardiovaskuläre Erkrankungen mindern. Eine Zulassung zur Adipositas-Therapie gibt es jedoch bisher nicht.

Quelle: n-tv.de , jaz

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