Wirtschaft

Jährlich ein Viertel mehr Uniper will Dividenden-Wohlfühlprogramm

(Foto: dpa)

Der Energieversorger Uniper will seine Aktionäre in den kommenden Jahren mit stetig steigenden Ausschüttungen verwöhnen. Dass es operativ etwas rauer wird, spielt offenbar keine Rolle. Der Plan ist nicht ganz uneigennützig.

Der Energieversorger Uniper hat seinen Aktionären in seinem neuesten Strategieausblick ein attraktives Dividendenversprechen gemacht. Wie Finanzvorstand Christopher Delbrück verkündete, sollen die Ausschüttungen bis 2020 jährlich um ein Viertel gesteigert werden. "Uniper hat sich an der Börse glänzend entwickelt und bietet weiter große Chancen für Investoren. Unsere Aktionäre sollen an dieser positiven Entwicklung durch eine starke Dividende weiterhin teilhaben", sagte Delbrück.

Für 2018 will Uniper den Anteilseignern insgesamt 310 Millionen Euro als Dividenden auszahlen. Für das noch laufende Jahr hat sich das Management auf 250 Millionen Euro festgelegt. Laut Delbrück könnte es auf die Summe aber noch einen Aufschlag geben. "Wenn wir sicher sind, werden wir es wissen lassen". 

Sollte der Stromkonzern seine Ziele halten können, würden 2020 knapp über 480 Millionen Euro als Dividenden fließen. Die deutlich höheren Ausschüttungen kann der Vorstand ins Schaufenster stellen, weil in den nächsten Jahren weniger Mittel für die Pensionslasten gebunden sind und wenig investiert werden soll.

Neue Einnahmequellen - weniger Gewinn

Mehr Gewinn verspricht sich Uniper auf mittlere Sicht von höheren Prämien für Versorgungssicherheit in Großbritannien, dem Anlaufen des Kohlekraftwerks Datteln IV Ende 2018 und der Wiederinbetriebnahme des havarierten russischen Kohlekraftwerks Berezovskaya III im Herbst 2019. Vorstandschef Klaus Schäfer spekuliert außerdem darauf, dass auch Deutschland Prämien für Versorgungssicherheit einführen wird, weil in den kommenden Jahren hierzulande viele Atom- und Kohlekraftwerke vom Netz gehen werden. Investitionen kann sich Schäfer auf mittlere Sicht in Gaskraftwerke vorstellen, die als Absicherung für die erneuerbaren Energien gebraucht werden. Den Kurs bezeichnete er als als "keine Revolution, aber eine konsequente Evolution".

Für das Ergebnis ist die Kraftwerkstochter des Eon-Konzerns etwas zurückhaltender. Der Vorstand peilt nächstes Jahr ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in der Spanne von 0,8 Milliarden bis 1,1 Milliarden an. Im noch laufenden Geschäftsjahr sind es zwischen 1,0 Milliarden und 1,2 Milliarden Euro.

Überschattet wird die Vorlage der neuen Ziele von einer neuen Wendung im Übernahmekampf um Uniper. Zu Wochenbeginn war der aktivistische Investor Elliott bei der Eon-Kraftwerkstochter eingestiegen und hatte für Wirbel gesorgt. Elliott hatte zuletzt von sich Reden gemacht, weil der Hedgefonds bei der Übernahme des Arzneimittelherstellers Stada die Preise nach oben getrieben hatte.

Anleger spekulieren darüber, ob Elliott-Chef Paul Singer dies auch bei der angepeilten Übernahme Unipers durch den finnischen Konkurrenten Fortum anstrebt. Der Versorger aus dem hohen Norden will der Uniper-Mutter Eon für die verbliebenen 47 Prozent Anfang nächsten Jahres knapp vier Milliarden Euro überweisen. Eon und Fortum hatten sich auf einen Preis von 22 Euro je Aktie geeinigt. Der Kurs notiert aktuell deutlich darüber. Schäfer äußerte sich zunächst nicht zur aktuellen Entwicklung um Fortum und Elliott. Bislang hatte er die Fortum-Pläne vehement abgelehnt.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema