Wirtschaft

1,2 Millionen Barrel weniger "Opec+" einigt sich auf Öl-Förderkürzung

Vor allem zwischen Saudi-Arabien, dem Iran und Russland gab es zähe Verhandlungen.

Vor allem zwischen Saudi-Arabien, dem Iran und Russland gab es zähe Verhandlungen.

(Foto: dpa)

Nach stundenlangen Verhandlungen steht eine Einigung zwischen Opec- und Nicht-Opec-Staaten: Wie von Experten erwartet, erreichen sie eine Förderkürzung von mehr als einer Million Barrel am Tag. Das wirkt sich direkt auf den Ölpreis aus.

Das Ölkartell Opec hat sich mit den verbündeten Nicht-Opec-Ländern einschließlich Russland ("Opec+") auf eine Drosselung der Ölproduktion geeinigt. Für Autofahrer und Verbraucher weiterer Öl-Endprodukte könnte es aufgrund der geringeren Menge des Rohstoffs daher künftig teurer werden. Wie der iranische Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh in Wien dem iranischen Staatsfernsehen sagte, wollen die 25 kooperierenden Staaten künftig 1,2 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl pro Tag weniger fördern. Dabei entfallen 800.000 Barrel auf die 15 Opec-Staaten, die restlichen 400.000 auf die Verbündeten.

Russlands Energieminister Alexander Nowak sagte, dass die Kürzung ein Zeichen an diejenigen sei, die zuletzt an der Stärke der "Opec+" gezweifelt hätten. Die aktuelle Situation bezeichnete Nowak als eine der "schwierigsten Zeiten für den Markt seit Jahrzehnten". Saudi-Arabiens Energieminister Khalid Al-Falih erklärte, dass allein sein Land die Förderung um rund 500.000 auf etwa 10,2 Millionen Barrel Öl pro Tag reduzieren werde. Russland kündigte an, seine Tagesproduktion um 130.000 Barrel zu verringern.

Der Einigung waren stundenlange Beratungen vorausgegangen - vor allem zwischen Saudi-Arabien, dem Iran und dem Nicht-Opec-Staat Russland gab es dem Vernehmen nach viel Gesprächsbedarf. Bereits am Donnerstag hatten sich Vertreter der 15 Opec-Staaten zu Verhandlungen getroffen, allerdings noch keine Ergebnisse verkündet. Der Iran wird aufgrund der US-Sanktionen von den Kürzungsplänen ausgenommen.

Seit Anfang Oktober ist der Ölpreis um fast 30 Prozent gesunken. Schon die ersten Gerüchte über eine Einigung der "Opec+" sorgten aber für einen deutlichen Anstieg. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Freitagnachmittag 63,04 US-Dollar, das waren 2,98 Dollar mehr als am Donnerstag. Anfang Oktober hatte der Preis für ein Barrel Brent zeitweise bei mehr als 85 Dollar gelegen.

Experten hatten vor den Beratungen tägliche Kürzungen von einer Million Barrel und mehr erwartet. Analyst Jan Edelmann von der HSH Nordbank hielt es angesichts der langen Verhandlungen auch für möglich, dass Saudi-Arabien notfalls allein eine Kürzung um bis zu 1,2 Millionen Barrel durchsetzen könnte, sollte es keine Einigung geben.

Quelle: n-tv.de , ftü/dpa

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