Wirtschaft

IWF-Chefin in Berlin Lagarde und Merkel zwitschern Trump etwas

Lagarde und Merkel trafen in Berlin zusammen - beide hatten das G7-Fiasko in Kanada persönlch miterlebt.

Lagarde und Merkel trafen in Berlin zusammen - beide hatten das G7-Fiasko in Kanada persönlch miterlebt.

(Foto: REUTERS)

Alle reden über den gescheiterten G7-Gipfel, doch die wirtschaftlichen Aussichten sind gar nicht düster - diese Botschaft verbreiten Kanzlerin Merkel und IWF-Chefin Lagarde nun in Berlin. Einen Seitenhieb auf Trump gibt es dennoch zu hören.

Nach dem Debakel beim G7-Gipfel in Kanada haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und IWF-Chefin Christine Lagarde optimistisch zur Lage der Weltwirtschaft geäußert. "Im Grunde ist die Welt auf einem recht guten Weg", sagte die CDU-Vorsitzende am Abend nach einem Treffen mit Vertretern internationaler Wirtschafts- und Finanzorganisationen in Berlin. Dieser dürfe nun nicht "durch falsches Verhalten" unterbrochen werden. Damit könnte sie die von US-Präsident Donald Trump erlassenen Strafzölle auf Zoll und Aluminium oder seine Drohung mit Zöllen auf Autos gemeint haben.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sagte: "Die Sonne scheint immer noch", und zwar nicht nur in Berlin, sondern auf die gesamte Weltwirtschaft. Zugleich würden die Wolken am Horizont immer dunkler, sagte Lagarde. Damit nahm sie ausdrücklich Bezug auf das Treffen am Wochenende.

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Kurz nach dem Ende des G7-Gipfels im kanadischen La Malbaie am Wochenende hatte Trump die einvernehmlich verabschiedete Abschlusserklärung wieder aufgekündigt. Er begründete dies damit, dass Kanada weiter Gegenzölle auf die von ihm verhängten Strafzölle auf Stahl und Aluminium plant. Angesprochen auf das Verhalten Trumps, antwortete Lagarde mit einer Anekdote. Sie erzählte von einer Richterin, die gefragt worden sei, was das Geheimnis ihrer 50-jährigen Ehe sei. Die Antwort: Manchmal helfe es, nicht so genau zuzuhören. Auch Merkel lachte herzlich.

WTO-Chef: Spannungen beenden

Der Chef der Welthandelsorganisation (WTO), Roberto Azevedo, forderte ein Ende der Eskalationen im Handelskonflikt. Das multilaterale Handelssystem werde im Moment Risiken ausgesetzt, sagte er nach dem Treffen in Berlin. Die "Situation der Spannungen" müsse jedoch beendet werden. Der Konflikt schade letztlich allen, und auch Arbeitsplätze im exportorientierten Deutschland stünden auf dem Spiel.

Gerade was die am Wochenende von Trump erneut ausgesprochene Drohung mit Zöllen auf Autos aus der EU angehe, müssten sich alle Beteiligten "an einen Tisch" setzen, sagte der WTO-Chef. Nach möglichen Reaktionen auf etwaige US-Zölle auf Autos befragt sagte Merkel, sie wolle derzeit darüber "nicht spekulieren".

Merkel hatte sich in Berlin mit Lagarde, Azevedo sowie dem Chef der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Angel Gurría, getroffen. Auch Vertreter der Weltbank, der Afrikanischen Entwicklungsbank und der Internationalen Arbeitsorganisation waren eingeladen.

In einer gemeinsamen Erklärung bekräftigten alle Beteiligten anschließend ihr Bekenntnis zur multilateralen Zusammenarbeit. Eine "fortgesetzte Eskalation handelsbeschränkender Maßnahmen" könne allerdings den Handel weltweit gefährden, warnten die Teilnehmer des Treffens.

Quelle: n-tv.de , vpe/AFP

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