Wirtschaft

"Zukunftsgespräch" in Meseberg Industrie wehrt sich gegen die Job-Angst

Der Fortschritt verändert die Arbeitswelt: In der Autoindustrie gibt es bereits Erfahrungen mit der Automatisierung. Jetzt wird die Arbeitswelt digital.

Der Fortschritt verändert die Arbeitswelt: In der Autoindustrie gibt es bereits Erfahrungen mit der Automatisierung. Jetzt wird die Arbeitswelt digital.

(Foto: picture alliance / Jörg Sarbach/)

Was kommt im Zuge der Digitalisierung auf Deutschland zu? Die Angst vor dem großen Arbeitsplatzschwund hält man beim Gewerkschaftsbund und beim Bundesverband der Industrie für übertrieben. Im Gegenteil: "Da liegen riesige Chancen drin."

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und der Bundesverband der Industrie (BDI) haben Studien zurückgewiesen, die einen massiven Arbeitsplatzverlust durch die Digitalisierung voraussagen. Durch die IT-Technik entstünden im Gegenteil völlig neue Tätigkeitsprofile, sagte BDI-Chef Dieter Kempf in Meseberg beim sogenannten "Zukunftsgespräch" der Bundesregierung mit den Sozialpartnern zum Thema Digitalisierung.

"Wir sollten genau diese Chancen betonen und uns nicht irremachen lassen von Studien, die eher auf den US-Markt abzielen", sagte er. Ähnlich äußerte sich DGB-Chef Reiner Hoffmann. Er sei "überhaupt nicht pessimistisch", sagte er mit Blick auf die fortschreitende Durchdringung der meisten Jobs durch IT-Technik. "Da liegen riesige Chancen drin."

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Hintergrund sind Studien, die voraussagen, dass durch die Digitalisierung der IT-Technik bis zur Hälfte aller heute vorhandenen Jobs verloren gehen könnten. Nötig sei allerdings eine entsprechende Regulierung, sagte Hoffmann. Kempf betonte aber, dass man flexiblere Regelungen brauche. Die deutsche Wirtschaft müsse auch im digitalen Zeitalter ihre Stärke ausspielen können.

Umbrüche in naher Zukunft

Bei dem Treffen von Vertretern aus Gewerkschaften, Unternehmen und Verbänden mit Bundeskanzlerin Merkel in Meseberg nördlich von Berlin standen eine ganze Reihe an Fragen zur politischen Ausgestaltung der digitalen Sphäre auf der Tagesordnung.

Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist es, die fortschreitende Digitalisierung im Schulterschluss mit Wirtschaft und Gewerkschaften sozialverträglich zu gestalten. Entwicklungen wie Crowdworking und Plattformökonomie würden die Art des Wirtschaftens und des Kontakts zwischen Kunden und Unternehmen sehr stark verändern, sagte Merkel in Meseberg. Ende August stellte die Kanzlerin dazu auch den sogenannten Digitalrat vor, der die Bundesregierung in Fragen der Künstliche Intelligenz, beim Breitbandausbau oder bei anderen Zukunftsthemen wie etwa Big Data beraten soll.

Quelle: n-tv.de , mmo/rts/DJ

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