Wirtschaft

"Systemausfall" in Frankfurt IT-Panne bei Fraport trifft Lufthansa

IT-Panne am Flughafen Frankfurt: Die Lufthansa beschwert sich beim Betreiber Fraport über eine "massive Störung des Lufthansa-Flugbetriebs".

IT-Panne am Flughafen Frankfurt: Die Lufthansa beschwert sich beim Betreiber Fraport über eine "massive Störung des Lufthansa-Flugbetriebs".

(Foto: picture alliance / Valentin Gens)

Eine schwere Computerpanne wirbelt den Betrieb an Deutschlands größtem Verkehrsflughafen durcheinander: Mitten in der laufenden Flugzeugabfertigung fällt ein zentrales System zur Steuerung der Passagier- und Gepäckbetreuung aus.

Der Ausfall eines zentralen IT-Systems hat am Flughafen Frankfurt am Main für Behinderungen im Betriebslauf gesorgt. Der Betreiber Fraport bestätigte Informationen der Lufthansa, dass von der Panne eine wichtige Datenbank zur Disposition der Flugzeugabfertigung betroffen war.

Die Deutsche Lufthansa sprach von einem "mehr als achtstündigen Systemausfalls" bei Fraport, der zu einer "massiven Störung des Lufthansa-Flugbetriebs" geführt habe. Der Flughafen Frankfurt ist für die Fluggesellschaft das mit Abstand wichtigste Drehkreuz.

Die Flugsicherheit war von dem Vorfall nicht beeinträchtigt. Am Boden allerdings kam bei den Verantwortlichen hinter den Kulissen Hektik auf: Fluggastbrücken, Gästebetreuer oder Gepäckabfertiger mussten über Stunden hinweg per Funk an die jeweiligen Standorte der Flugzeuge gelenkt werden. Einem Fraport-Sprecher zufolge wurden 71 von insgesamt 1560 geplanten Flügen gestrichen.

Von drei Uhr nachts bis etwa 13.30 Uhr (MESZ) war ein Datenbanksystem ausgefallen, das die Fluggesellschaften in Frankfurt zur Personaleinteilung brauchen. "Das Problem ist gelöst", teilte Fraport am Nachmittag mit. Nach dem Ausfall habe ein Notverfahren gegriffen, das auch funktioniert habe, erklärte der Flughafenbetreiber. Allerdings sei damit die Abfertigung am Boden nicht in der gleichen Kapazität möglich gewesen wie üblich.

Wohin mit dem Gepäck?

"Man fühlte sich in alte Zeiten versetzt", sagte ein erfahrener Flughafen-Mitarbeiter. Allein bei der Lufthansa - dem wichtigsten Fraport-Kunden - mussten nach Angaben des Dax-Konzerns bis zum Mittag 23 Flüge annulliert werden. 2600 Passagiere waren davon unmittelbar betroffen. "Ich erwarte, dass das Fraport-Management die offensichtlich vorhandenen Infrastrukturprobleme schnell in den Griff bekommt", erklärte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister.

Video

Für Fraport ist der Vorfall mehr als nur peinlich. Beobachter gehen davon aus, dass sich durch die Panne auch die Verhandlungsposition des Betreibers verschlechtern dürfte. Lufthansa und Fraport streiten sich seit Monaten über die Abfertigungskosten. Was genau zu dem Systemausfall bei Fraport führte, ist noch unklar.

Großflughafen im Handfunk-Modus

Am Morgen musste die Anflugrate von normalerweise 58 auf 40 Flüge reduziert werden, hieß es, um "im manuellen Verfahren" den Betrieb in "zwangsläufig reduziertem Umfang" aufrecht zu erhalten. Das von dem Totalausfall betroffene Fraport-System sei die für Lufthansa wichtigste IT-Komponente, um den reibungslosen Ablauf am größten deutschen Flughafen zu gewährleisten.

Die Datenbank versorgt die Planer zum Beispiel mit ständig aktualisierten Informationen zu den zugewiesenen Stellplätzen gelandeter Maschinen. Auf den Angaben baut dann die Einteilung von Personal zur Bedienung der Fluggastbrücken, Betreuung der Gäste sowie der Gepäckabfertigung auf. "All dies musste während des mehrstündigen Ausfalls manuell erfolgen", heißt es bei der Lufthansa. Die Fluggesellschaft sah sich während des Ausfalls gezwungen, ihre Cockpitcrews darum zu bitten, ihre Ankunftsposition einzeln per Funk oder telefonisch durchzugeben.

Quelle: n-tv.de , mmo/dpa/rts

Mehr zum Thema