Wirtschaft

Erste große Bergbaulizenz vergeben Grönland will weg vom dänischen Tropf

Grönland ist derzeit finanziell von Dänemark abhängig. Das will die Regionalregierung in Nuuk ändern. Sie erlaubt der britischen London Mining den Abbau von Eisenerz und will dadurch die Einnahmen kräftig steigern. Bislang sind in Grönland Fischfang und Landwirtschaft vorherrschend.

Im Streben nach Unabhängigkeit vergibt Grönland erstmals eine umfa ngreiche Bergbaulizenz und macht den Weg frei für den Abbau von Uran. 150 Kilometer von der Hauptstadt Nuuk entfernt soll das britische Unternehmen London Mining 15 Millionen Tonnen Eisenerz pro Jahr abbauen. Beim Uranabbau will Grönland einer der zehn größten Exporteure weltweit werden.

Eisberge treiben im Eisfjord von Ilulissat in Grönland.

Eisberge treiben im Eisfjord von Ilulissat in Grönland.

(Foto: picture alliance / dpa)

"Das ist ein historischer Moment für Grönland", sagte Industrie- und Bergbauminister Jens-Erik Kirkegaard. Es handle sich um "das bislang größte kommerzielle Vorhaben" in Grönland und werde auf Beschäftigung sowie Staatseinnahmen positive Auswirkungen haben. Bislang hängt das autonome Gebiet Grönland am Tropf Dänemarks, mehr als ein Drittel des Haushalts überweist Kopenhagen. Die Menschen auf der Insel verdienen ihr Geld vor allem mit Fischfang und Landwirtschaft.

London Mining soll das nun ändern. Bislang steht die Finanzierung für den Abbau des Eisenerzes zwar noch nicht. Sobald dies aber der Fall ist, sollen drei Jahre lang bis zu 3000 Arbeiter die Eisenerzmine einrichten, für den Betrieb rechnet London Mining mit 810 Beschäftigten - die Hälfte davon soll von der Insel kommen. Errichten werden die Mine "wegen bedeutender Kosteneinsparungen" aber wohl vor allem Chinesen, wie London Mining schon 2010 angekündigt hatte. Die Steuereinnahmen sollen dem Unternehmen zufolge 3,8 Milliarden Euro in 15 Jahren betragen - diese Summe würde das Budget des Staates um 20 Prozent vergrößern.

Widerstand gegen Uranabbau

In einem noch viel früheren Stadium sind die Pläne zum Uranabbau - und sie sind auf der Insel stark umstritten. In dieser Woche hatten 400 Menschen gegen Abbau protestiert, der seit 1988 komplett verboten war. Die erst in diesem Jahr gegründete grün-sozialistische Partei der Ureinwohner, die Inuit-Partei, trat deswegen aus der Regierungskoalition aus. Die Stimmen der Sozialdemokraten und der Konservativen reichten aber aus: Das Parlament beschloss den Uranabbau mit 16 zu 12 Stimmen bei einer Enthaltung.

Die sozialdemokratische Partei Siumut hatte mit der Forderung nach der Ausbeutung der Rohstoffe in Grönland im März die Wahlen gewonnen. Erste Regierungschefin des Landes wurde Aleqa Hammond. Sie sagte, Grönland habe das Potenzial, ein wichtiger Uran-Exporteur zu werden - "unter den ersten zehn, wenn nicht den ersten fünf der Welt".

Quelle: n-tv.de , AFP

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