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Google streitet mit Amazon Youtube fliegt vom Fire TV

Der Fire TV Stick ist ein Verkaufsschlager und viele nutzen ihn, um auf dem Fernseher Youtube-Videos zu sehen.

Der Fire TV Stick ist ein Verkaufsschlager und viele nutzen ihn, um auf dem Fernseher Youtube-Videos zu sehen.

(Foto: kwe)

Google kündigt an, Youtube auf Amazon-Geräten zu sperren. Damit eskaliert ein Streit zwischen zwei mächtigen Technololgie-Unternehmen, der auf dem Rücken der Nutzer ausgetragen wird.

Kurz vor Weihnachten verschärft sich der Streit zwischen den beiden Technologiegiganten Google und Amazon. Am Dienstagabend kündigte der weltgrößte Suchmaschinenanbieter an, die App für seine Videoplattform Youtube auf zwei Amazon-Geräten nicht mehr anzubieten. Zugleich kritisierte die Alphabet-Tochter den weltgrößten Onlinehändler dafür, einige Google-Produkte nicht mehr zu verkaufen.

Konkret kritisierte Google nun, dass der Onlinehändler den Lautsprecher Google Home, aber auch einige der Überwachungskameras und Rauchmelder seiner Tochter Nest nicht im Angebot hat. Zudem habe sich Amazon nicht an die Youtube-Nutzungsbedingungen gehalten. Deswegen sehe man sich veranlasst, die Videoplattform auf den Fire-TV-Geräten und dem Lautsprecher Echo Show zu blockieren, teilte der Konzern aus Mountain View mit. Amazon bezeichnete das Vorgehen als enttäuschend und teilte mit, das Problem hoffentlich so schnell wie möglich mit Google lösen zu können. In der Zwischenzeit könnten Kunden Youtube einfach über das Internet öffnen und nicht über die App.

Kampf um Vorherrschaft

Die nur in seltenen Fällen so offen ausgetragene öffentliche Auseinandersetzung von zwei der mächtigsten Konzerne weltweit offenbart Spannungen zwischen beiden, die von deren Vorstößen in ähnliche neue Produkte und Branchen zeugen. Während Google mit Internetsuchen begann und Amazon im Onlinehandel, konkurrieren sie nunmehr bei Hardware und Inhalten, mit denen beide Konzerne ihre Vorherrschaft in der neuen Tech-Welt ausbauen wollen.

Google zog Youtube bereits im September von Amazons Gerät Echo Show zurück. Der Grund: Amazons Installierung von Youtube verstoße gegen Google-Richtlinien, da Nutzer sich nicht einloggen oder kommentieren könnten. Vergangenen Monat dann - wenige Tage vor dem alles entscheidenden Black Friday - erklärte Amazon, dass Youtube auf der Echo Show wieder verfügbar sei. Laut einem Insider hatte Amazon einen Weg gefunden, dass Nutzer der Blockade zur sprachgesteuerten App ausweichen können, indem sie direkt auf die Webseite von Youtube gelenkt werden. Der Schritt verstößt aber gegen Youtubes Richtlinien.

Aufeinander angewiesen

Google versuchte nach eigenen Angaben bereits mit Amazon darüber zu verhandeln, dass die eigenen Produkte Chromecast und Google Home wieder beim Onlinehändler zu erwerben sind. Doch Google bekam eine Abfuhr. Zuletzt reagierte Amazons Sprachassistent Alexa mit der Bitte, Chromecast in den Einkaufswagen zu legen, indem das Konkurrenzprodukt - der Fire TV Stick - im Korb landete. Ein Amazon-Insider verteidigte den Konzern. Demnach komme es gelegentlich vor, dass Einzelhändler bestimmte Produkte aus dem Sortiment nähmen. Aber dass der Zugang zu einer öffentlichen Internetseite gesperrt werde, sei eine Seltenheit.

Auch wenn beide Konzerne sich aktuell bekriegen, sind sie auch weiterhin aufeinander angewiesen. Amazon ist einer der größten Google-Kunden. Der Konzern schaltet regelmäßig hochpreisige Anzeigen auf der Suchmaschine. Doch auch Google-Geräte sind bei Amazon durchaus verfügbar - so das neue Pixel-Smartphone.

Quelle: n-tv.de , kwe/rts/DJ

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