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EL-Zwischenrunde in Gefahr Leipzig zittert nach Hexenkessel-Pleite

Da können die Leipziger nur noch zugucken.

Da können die Leipziger nur noch zugucken.

(Foto: REUTERS)

RB Leipzig verliert zum ersten Mal seit fast zwei Monaten - und das ausgerechnet, wenn es in der Fußball-Europa-League um den Einzug in die K.-o.-Phase geht. Mit Gegner Celtic aus Glasgow müssen sich die Sachsen nun ein Fernduell liefern. Was sagt Red Bull dazu?

Im Hexenkessel von Glasgow hat RB Leipzig einen empfindlichen Rückschlag in der Europa League einstecken müssen. Die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick verlor mit 1:2 (0:1) beim schottischen Fußball-Meister Celtic und muss nun um den Einzug in die K.o.-Runde bangen. Die Sachsen weisen hinter dem souveränen Spitzenreiter RB Salzburg (12) wie Celtic sechs Punkte auf. Immerhin spricht noch der direkte Vergleich für Leipzig dank des 2:0 im Hinspiel. Doch in den nächsten Spielen in Salzburg (29. November) und gegen Rosenborg Trondheim (13. Dezember) sollte sich RB keinen Patzer mehr erlauben.

"Die Niederlage ist komplett unnötig und ungerecht. Wir waren klar besser. Wir hatten Qualität auf dem Platz und hatten Riesendinger. Das ärgert mich extrem", sagte Leipzigs Marcel Sabitzer. Selbstkritischer zeigte sich Marcel Halstenberg: "Wir hatten viele Abspielfehler. Ich weiß nicht, ob es Verunsicherung war." "Ich finde, wir haben eine sehr gute zweite Halbzeit gespielt - mit einer unterirdischen Abwehr bei den Gegentoren. Wir haben bei beiden Gegentoren fahrlässig verteidigt und uns um den Lohn der zweiten Halbzeit gebracht", sagte RB-Trainer Ralf Rangnick bei RTL Nitro: "Es lag am Verhalten bei den Gegentoren."

Kieran Tierney (11. Minute) und Odsonne Edouard (79.) erzielten die Treffer für die Mannschaft des früheren Liverpool-Trainers Brendan Rodgers und sorgten damit im Dauerregen für eine große Party der 60.000 Fans im Celtic Park, darunter auch Rocksänger und Edelfan Rod Stewart. Die Leipziger, die durch Jean-Kevin Augustin zum zwischenzeitlichen Ausgleich kamen (78.), kassierten dagegen nach zehn ungeschlagenen Pflichtspielen wieder eine Niederlage. Letztmals hatte der Klub am 20. September beim Europa-League-Auftakt gegen Salzburg verloren.

Leipzig mit Personalproblemen

"Das ist ein besonderes Spiel. Wie laut es hier wird, hängt auch davon ab, wie wir hier spielen", sagte Rangnick mit Blick auf die beeindruckende Kulisse. Zu seiner Verärgerung wurde es sehr laut, denn die Gäste agierten gegen die leidenschaftlich kämpfenden Schotten lange Zeit viel zu passiv. Das frühe Gegentor war regelrecht ein Wirkungstreffer. Nach Zuspiel von James Forrest kam Tierney im RB-Strafraum frei zum Schuss und zirkelte den Ball mit Wucht in die lange Ecke. Nach sechs Pflichtspielen war es das erste Gegentor für RB. Danach wirkte die Rangnick-Elf geschockt, Celtic kam immer besser in Fahrt und erspielte sich durch Édouard (30.) und Ryan Christie (32.) weitere Möglichkeiten.

Damit nicht genug: Leipzig musste auch noch das verletzungsbedingte Aus von Marcelo Saracci verkraften, für ihn kam Marcel Halstenberg. Der Bundesliga-Fünfte war ohnehin mit Personalproblemen nach Schottland gereist. So hatten die Offensivstars Timo Werner (Zehenverletzung), Yussuf Poulsen (Rückenbeschwerden) und Emil Forsberg (Leiste) allesamt passen müssen. Alles Spieler, die im zweiten Durchgang bei den Leipziger Offensivbemühungen eine große Hilfe gewesen wären.

Doch auch ohne das Trio legte Leipzig im zweiten Durchgang den Vorwärtsgang ein. Zu selten aber kam RB zu klaren Tormöglichkeiten wie beim Kopfball von Marcel Sabitzer (71.). Celtic verließ sich mehr und mehr aufs Kontern und hatte durch Edouard die Riesenchance zur Vorentscheidung (73.). In der 78. Minuten wurden die Leipziger Bemühungen durch das Kopfball-Tor von Augustin nach Flanke von Konrad Laimer belohnt, doch nur 65 Sekunden später folgte prompt der Dämpfer, als Edouard nach Vorlage von Christie zur erneuten Führung traf. Danach hatte Kevin Kampl mit zwei Riesenchancen noch den erneuten Ausgleich auf dem Fuß - allerdings ohne Erfolg.

Quelle: n-tv.de , Sandra Degenhardt und Stefan Tabeling, dpa

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