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Abstiegspanik an der Elbe Hamburger SV feuert auch Trainer Hollerbach

Das war's dann: Bernd Hollerbach beim 0:6 des HSV am Samstag in München.

Das war's dann: Bernd Hollerbach beim 0:6 des HSV am Samstag in München.

(Foto: imago/ActionPictures)

Nach nur sieben Wochen ist Schluss für Bernd Hollerbach beim abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten Hamburger SV. Das bestätigt der Verein. Der Vorstandsvorsitzende Frank Wettstein teilt dem Trainer mit, dass er einpacken kann. Der Neue ist auch schon da.

Der stark abstiegsbedrohte Fußball-Bundesligist Hamburger SV entlässt nach nur sieben Wochen Bernd Hollerbach. Das bestätigt nun auch der Klub. Zuvor hatte die "Sport-Bild" darüber berichtet und sich auf eigene Informationen berufen. Nun ist klar, dass der kommissarische Vorstandsvorsitzende Frank Wettstein dem Trainer die Entscheidung bereits mitgeteilt hat. Ab sofort kümmert sich der bisherige U-21-Trainer Christian Titz, der mit der Bundesliga-Reserve zurzeit Tabellenführer in der viertklassigen Regionalliga Nord ist, bis zum Ende der Saison um die Mannschaft.

"Ich  bin natürlich sehr enttäuscht", hatte das "Hamburger  Abendblatt" Hollerbach zitiert, bevor die Trennung offiziell war. Er hatte den Job am 22. Januar von Markus Gisdol übernommen. Mit Hollerbach schafften die Hamburger in diesen 49 Tagen allerdings keinen einzigen Sieg und holten aus sieben Begegnungen nur drei Punkte. Der HSV hatte am Samstag mit 0:6 beim FC Bayern verloren und steht nach 26 Spieltagen und 13 Partien ohne Sieg mit sieben Punkten Rückstand auf den Relegationsrang auf dem vorletzten Platz der Tabelle.

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Komplette Führung neu

Man habe die Lage nach dem Debakel in München "intensiv analysiert und diskutiert", sagte Wettstein. Wie der Verein mitteilte, habe er die Expertisen des Direktors Sport Bernhard Peters und des Aufsichtsratsvorsitzenden Bernd Hoffmann einbezogen: "Am Ende sind wir zur Überzeugung gelangt, dass wir im Hinblick auf unsere Chancen im Kampf um den Klassenerhalt handeln mussten."

Dem Gründungsmitglied der Bundesliga droht der erste Abstieg der Vereinsgeschichte, die Hoffnung auf eine Rettung ist eher theoretischer Natur. Acht Spieltage stehen noch an. Am Samstag (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) bei der Partie gegen die Berliner Hertha sind also Titz als dritter Trainer in dieser Saison auf der Bank im Volksparkstadion. Er erhält dabei Unterstützung vom früheren HSV-Profi und ehemaligen Aufsichtsrat Thomas von Heesen.

Mit der Freistellung Hollerbachs hat der HSV es geschafft, innerhalb von nur fünf Tagen seine komplette Führung auszutauschen: Am Donnerstag vergangener Woche wurden bereits Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt von ihren Aufgaben entbunden. Einige von Todts Aufgaben soll nun von Heesen übernehmen, der künftig als sportlicher Berater fungiert. Neuer Aufsichtsratschef ist seit Mittwoch Hoffmann, der zudem Präsident des Gesamtvereins ist, eine Neuausrichtung der Fußball-AG propagiert - und erst einmal kräftig aufgeräumt hat.

 

Die Trainer des Hamburger SV seit 2008:

1. Huub Stevens (2. Februar 2007 bis 30. Juni 2008)

2. Martin Jol (1. Juli 2008 bis 26. Mai 2009)

3. Bruno Labbadia (1. Juli 2009 bis 26. April 2010)

4. Ricardo Moniz (26. April 2010 bis 23. Mai 2010)

5. Armin Veh (24. Mai 2010 bis 13. März 2011)

6. Michael Oenning (13. März 2011 bis 19. September 2011)

7. Rodolfo Cardoso (19. September 2011 bis 10. Oktober 2011)

8. Frank Arnesen (10. Oktober 2011 bis 16. Oktober 2011)

9. Thorsten Fink (17. Oktober 2011 bis 17. September 2013)

10. Rodolfo Cardoso (17. September 2013 bis 24. September 2013)

11. Bert van Marwijk (25. September 2013 bis 15. Februar 2014)

12. Mirko Slomka (16. Februar 2014 bis 15. September 2014)

13. Joe Zinnbauer (16. September 2014 bis 22. März 2015) 

14. Peter Knäbel (ab 23. März 2015 bis 14. April 2015)

15. Bruno Labbadia (15. April 2015 bis 25. September 2016)

16. Markus Gisdol (25. September 2016 bis 21. Januar 2018) 

17. Bernd Hollerbach (22. Januar bis 12. März)

18. Christian Titz (seit 12. März)

Quelle: n-tv.de , sgi/sid/dpa

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