Fußball

Rummenigge über Transfers Boateng darf wechseln, Lewandowski nicht

Boateng darf über einen möglichen Wechsel verhandeln.

Boateng darf über einen möglichen Wechsel verhandeln.

(Foto: imago/Matthias Koch)

Kurz vor der Fußball-WM spricht der Klub-Boss: Jérôme Boateng darf den FC Bayern verlassen. Der wechselwillige Pole Robert Lewandowski muss aber bleiben. Bei Spielmacher Thiago hingegen gibt sich Karl-Heinz Rummenigge nicht so stur.

Fußball-Weltmeister Jérôme Boateng vom FC Bayern München darf nach Aussage von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mit anderen Klubs verhandeln. Der FC Bayern ließ erkennen, dass er dem Nationalspieler keine Steine in den Weg legen werde, sollte dieser tatsächlich ins Ausland wechseln wollen. Im Gegensatz übrigens zu Robert Lewandowski.

"Das Ausland ist immer interessant", hatte Boateng zuletzt  gesagt, "man hat nicht viele Chancen. Da muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er nochmal die Erfahrung sammeln möchte." Er sei jetzt in einem anderen Alter als 2010 bei seinem Wechsel vom Hamburger SV zu Manchester City und somit "an dem Punkt, an dem man nochmal darüber nachdenkt". Boatengs Vertrag bei den Münchnern läuft noch bis 2021.

Boatengs Gedanken seien "grundsätzlich nicht aus der Welt", sagte Rummenigge, sie seien ihm auch schon von dessen Berater Christian Nerlinger kundgetan worden. "Wir wissen daher, dass das Thema möglicherweise auf uns zukommen kann. Wenn ein Verein kommt und er kundtut, dass er zu diesem Verein wechseln möchte, werden wir uns damit befassen", sagte Rummenigge dem "Münchner Merkur", der "tz" und der "Bild".

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Hohe Schmerzgrenze für Boateng-Wechsel

Für einen Verkauf von Boateng, der sich derzeit mit der Nationalmannschaft auf die WM in Russland vorbereitet, gebe es allerdings eine Schmerzgrenze, betonte Rummenigge: "Die wird sicher auch nicht niedrig sein."Dem deutschen Rekordmeister war der mittlerweile 29 Jahre alte Boateng 2011 eine Ablöse von 13,5 Millionen Euro an Manchester City wert. Nicht nur angesichts des noch drei Jahre laufenden Vertrages dürfte er nun deutlich teurer sein.

Sollte Boateng die Münchner tatsächlich verlassen, müsste eine Alternative her. Kevin Vogt von 1899 Hoffenheim, der schon als Kandidat genannt worden war, wird es aber nicht sein. "Den können Sie von der Liste streichen", sagte Rummenigge dazu. Aber will Boateng wirklich weg? Er sagte auch: "Es ist natürlich sehr schwer, von Bayern wegzugehen. Das wäre auch keine Entscheidung gegen Bayern, ich fühle mich seit Jahren sehr wohl in München." Bundestrainer Joachim Löw lassen die Diskussionen kalt. "Mir ist vollkommen egal", sagte er im Quartier der  Nationalmannschaft in Watutinki, "was mit den Spielern nach dem Turnier ist".

Im Fall des angeblich wechselwilligen Lewandowski hat sich der Standpunkt des FC Bayern einstweilen nicht geändert, versicherte Rummenigge: "Ich habe schon vor Wochen gesagt, ich nehme Wetten auf  Lewandowskis Verbleib bei uns an - die nehme ich heute noch an. Es hat alles Bestand, was wir schon seit Wochen sagen."

Lewandoski muss bleiben

Lewandowski hat als Topverdiener bei den Münchnern noch einen Vertrag bis zum Sommer 2021, wollte aber die sofortige Freigabe für einen Wechsel in diesem Sommer. Sein umtriebiger Berater Pini Zahavi hatte in einem "Sport Bild"-Interview unlängst für Aufsehen gesorgt, denn so deutlich war der Wechselwille des Polen noch nie formuliert worden. "Robert fühlt, dass er eine Veränderung und eine neue Herausforderung in seiner Karriere braucht. Die Verantwortlichen des FC Bayern wissen darüber Bescheid", sagte der Israeli, der schon den 222-Millionen-Transfer von Stürmerstar Neymar vom FC Barcelona nach Paris einfädelte.

Im WM-Trainingslager der polnischen Nationalmannschaft hielt sich Lewandowski bedeckt. "Mit Transferangelegenheiten beschäftigt sich mein Manager. Ich will mich nur auf das Wichtigste konzentrieren, also auf die Vorbereitung auf die WM", sagte er. Laut eines "Kicker"-Berichts hatte bislang nur der FC Chelsea ein konkretes Angebot vorgelegt. Auch Paris Saint-Germain und Manchester United sollen interessiert gewesen sein. Bei Lewandowskis Wunschverein Real Madrid soll der Pole hingegen kein Thema mehr sein.

Für einen Wechsel von Thiago, der mit einer Rückkehr zum FC Barcelona liebäugelt, wäre Rummenigge dagegen offen. "Bei uns hat sich kein Klub gemeldet, und auch Thiago nicht. Wir planen weiter mit ihm", sagte Rummenigge, fügte aber an: "Wobei ich sagen muss,  dass wir sehr viele Mittelfeldspieler im Kader haben. Für neun Mann, glaube ich, haben wir je nach System nur drei bis vier Positionen zu vergeben."

Quelle: n-tv.de , sgu/dpa/sid

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