Formel1

Attacke-Modus bei Ferrari Wie Vettel Mercedes doch noch ärgern kann

Vettel will im nächsten Jahr im Auto seiner Träume angreifen.

Vettel will im nächsten Jahr im Auto seiner Träume angreifen.

(Foto: dpa)

Im Rennen um den WM-Titel ist Sebastian Vettel geschlagen. Der Formel-1-Pilot und sein Team haben sich einfach zu viele Fehler geleistet. Immerhin: Das Auto der Scuderia ist stark - Mercedes bangt deswegen um die Vormachtstellung in der Konstrukteurs-WM.

Sebastian Vettel muss sich aufrappeln. Der Frust ist beim Ferrari-Piloten nach der endgültigen WM-Niederlage von Mexiko greifbar, doch die Saison in der Formel 1 ist längst noch nicht vorbei. "Das war schwer zu schlucken, aber ich habe noch immer eine Mission", sagt Vettel. Aber auf der Suche nach einem Sinn in diesem verlorenen Jahr hilft der Blick auf die Team-Weltmeisterschaft. "Wir werden versuchen, Mercedes dort vom Thron zu stoßen", sagt Vettel vor dem Großen Preis von Brasilien am Sonntag (ab 18.10 Uhr unserer Zeit bei RTL und im Liveticker bei n-tv.de): "Wir wollen ihnen einen Vorgeschmack für das nächste Jahr geben."

Denn so sehr sich diese Saison 2018 mit der nächsten Niederlage gegen Lewis Hamilton auch einreiht in die Pleiten der vergangenen Jahre, etwas ist doch anders: Ferrari hat in der Schlussphase noch immer Chancen, die Saison als bester Konstrukteur zu beenden. In den vergangenen Jahren der Mercedes-Dominanz hatte sich diese Hoffnung stets schon im Oktober zerschlagen, nun könnte die Entscheidung sogar erst beim Saisonfinale in Abu Dhabi am 25. November fallen. Und das ist dann doch ein Beleg für die neue Stärke der Scuderia und damit ein Mutmacher: Am Auto lag es in diesem Jahr nicht, das war in der Mehrzahl der Rennen sogar besser als der Silberpfeil.

Die Fahrer-WM verlor Ferrari durch Fehler von Vettel und des Kommandostandes. "Wir haben weiterhin viel zu lernen, wir müssen die richtigen Schlüsse ziehen", sagt der Deutsche. "Wir haben riesiges Potenzial, das noch immer nicht komplett genutzt wurde." Dass Vettel auch 2019, in seinem fünften Jahr in Rot, mit voller Motivation dem Titel nachjagen wird, steht für ihn daher außer Frage. "Ich darf mich bei jedem Rennen in das Auto meiner Träume setzen", sagt er, "also gibt es vieles, worauf ich mich freuen kann". Übrigens: Michael Schumacher holte in seinem fünften Jahr bei den Roten den ersten Titel - und ließ vier weitere folgen.

Hamilton gibt sich ratlos

Für einen Triumph in der Konstrukteurs-WM braucht Ferrari nun zwei äußerst erfolgreiche Rennen in Sao Paulo und Abu Dhabi. 55 Punkte beträgt der Rückstand auf Mercedes, noch 86 Zähler sind maximal zu gewinnen. Allerdings machen die jüngsten Eindrücke Mut. Denn Mercedes ist längst nicht mehr so stark wie im September und Anfang Oktober.

In dieser Zeit leitete Hamilton mit vier Siegen in Serie seinen erneuten Titelgewinn ein, schon in den USA und in Mexiko fiel Silber dann aber deutlich ab. Bezeichnend, dass Hamilton die WM letztlich mit einem vierten Platz in Mexiko-Stadt klarmachte. "Ich weiß immer noch nicht genau, warum die vergangenen beiden Rennen so schwierig für uns waren", sagt Hamilton, "ich hoffe, dass  es hier wieder besser läuft".

Auch in Brasilien ist denkbar, dass Mercedes nicht nur mit Ferrari, sondern erneut auch mit Red Bull kämpft. Den erstmaligen Verlust der Team-WM nach vier Jahren wollen die Seriensieger verhindern. "Wir wollen uns doch nicht über die Ziellinie dieser Saison schleppen", sagt Mercedes-Technikchef James Allison: "Wir wollen in Brasilien aus allen Rohren feuern. Und natürlich gewinnen." Die Saison ist noch nicht vorbei.

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Quelle: n-tv.de , Thomas Weitekamp, sid

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