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Formel 1: "Magier Ricciardo" "Heißblütiger Verstappen reißt Vettel mit"

"In der Formel 1 ist die Unberechenbarkeit Programm": Sebastian Vettel.

"In der Formel 1 ist die Unberechenbarkeit Programm": Sebastian Vettel.

(Foto: imago/HochZwei)

Beim Großen Preis von China wird dem geneigten Freund der Formel 1 viel geboten. Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo gewinnt in Shanghai, der Deutsche Sebastian Vettel gerät mit Hitzkopf Max Verstappen aneinander, landet auf Platz acht und führt nach drei von insgesamt 21 Rennen die WM-Gesamtwertung weiter an. Der britische Weltmeister Lewis Hamilton hingegen ist nach seinem vierten Platz doch etwas frustriert. Und das schreiben die Kollegen:

Italien. Corriere della Sera: "Den Traum hat es in tausend Stücke gerissen: Einerseits durch die Hammerschläge von Daniel Ricciardo, der sich auf dem Podium aus dem Schuh betrinkt. Andererseits durch den verbotenen Schlag von Max Verstappen. Der Junge braucht Kamillentee in seiner Wasserflasche." - Gazzetta dello Sport: "Ferrari hat die große Chance verpasst, nachdem die erste Reihe rot gefärbt war. Es ist die Schuld von Verstappen, aber auch der Boxen-Strategie, die dieses Mal nicht funktioniert hat." - La Repubblica: "Der Spielverderber. Mehr als übermütig war er töricht. Max Verstappen schafft es nicht, sich von sich selbst zu lösen. Mit 20 Jahren und drei Grand Prix hat der Holländer das Lausbuben-Image an sich haften. Und er hat es auch dieses Mal nicht abgelegt." La Stampa: "Verstappen versenkt Vettel, der von der Pole Position startet und auf Platz acht landet. Im Pech hat er eine gravierende Schuld. Er verteidigt während der Boxenstopps nicht seine Position gegen Bottas. Ferrari schließt das Wochenende mit Bitterkeit ab."

England. The Telegraph: "Daniel Ricciardos Sieg wirkte noch am Samstagmorgen unmöglich. Sein unglaublicher Erfolg hatte am Ende viel mit Glück zu tun, aber fast genauso viel mit der Leistung Ricciardos und seines Red-Bull-Teams. Ein heißblütiger Verstappen vergibt die Chance auf den Sieg und reißt Vettel mit. Anders als die Red Bulls verzichtete Mercedes bei Hamilton auf einen zweiten Reifenwechsel, das war ein kostspieliger Fehler." The Guardian: "Kein Fahrer dürfte es in dieser Saison der Formel 1 leicht haben. Wenn die Achterbahn des chinesischen Rennens sich fortsetzt, dann profitiert der Sport. Weit hinter dem herausragenden Ricciardo leckten Hamilton und Vettel ihre Wunden. Hamilton dürfte erleichtert sein, dass er trotz allem Punkte auf den Deutschen gutmachte. Aber das Rennen bewies, dass Ferrari Mercedes erwischt hat. Sie haben das schnellere Auto." Daily Mail: "Ricciardo, der Magier, der aus dem Nichts kommt, um Rennen zu gewinnen. Hamilton war nie ein Faktor an diesem Wochenende. Er qualifizierte sich als Vierter und musste gleich am Start noch einen Platz abgeben."

"Sein unglaublicher Erfolg hatte am Ende viel mit Glück zu tun": Daniel Ricciardo.

"Sein unglaublicher Erfolg hatte am Ende viel mit Glück zu tun": Daniel Ricciardo.

(Foto: imago/Thomas Melzer)

Österreich. Kurier: "Zwei Drittel der Renndistanz war der Grand Prix von China ein fades Im-Kreis-Fahren. Doch nach einem Crash der beiden Toro-Rosso-Piloten kam das Safety-Car raus und das Rennen wurde durcheinander gewürfelt. Der Australier Daniel Ricciardo gewann seinen sechsten Grand Prix für Red Bull, die Favoriten patzten." Der Standard: "Beim Überraschungssieg von Daniel Ricciardo und Red Bull Racing in China haben sich die WM-Favoriten Blößen gegeben."

Spanien. La Vanguardia: "Ricciardo klaut allen die Butter vom Brot. In nur neun schwindelerregenden Runden hat der Australier alle vier Großen überholt und den Sieg perfekt gemacht." El Mundo: "Der Mann mit dem Killerlächeln. Ricciardo, noch ohne Vertrag für 2019, schafft erneut eine tolle Aufholjagd. Verstappen verdirbt Vettel unterdessen das Rennen." Marca: "Desaster für Ferrari. Es sollte ein großer Tag für Seb werden. Er hatte alle Voraussetzungen, um den dritten Sieg in Serie zu erringen. Aber bei Ferrari hat nichts geklappt." AS: "Spektakulärer Triumph des Australiers (Ricciardo) vor Bottas und Raikkonen. Es war eine großartige Strategie von Red Bull, auch wenn das Safety Car natürlich geholfen hat." Mundo Deportivo: "Eine wahre Lehrstunde. Das, was man gestern in China gesehen hat, müsste zum Lehrmaterial für alle jungen Menschen werden, die Berufsrennfahrer werden wollen. Ricciardo und Verstappen haben jeweils gezeigt, was man machen bzw. nicht machen muss, um ein Rennen zu gewinnen." El País: "Der erste Triumph von Ricciardo nach dem Sieg in Baku im vorigen Jahr ist auch der Strategie-Abteilung von Red Bull zu verdanken. Der Plan wurde perfekt und zum passenden Zeitpunkt ausgeführt."

Frankreich. L'Equipe: "Ricciardos Überholmanöver waren Beispiele für Gelassenheit und Talent. Verstappen sollte sie auf Video studieren."

Schweiz. Blick: "China-Kracher! Spannender kann ein GP kaum sein. Chaos, Duelle, Crashs - und am Ende die Sensation von Shanghai: 6. GP-Sieg von Daniel Ricciardo im Red Bull-Renault." Neue Zürcher Zeitung: "In der Formel 1 ist die Unberechenbarkeit Programm. Andere sehen wie sichere Sieger aus, doch am Ende gewinnt Ricciardo. Wer den Sieger-Champagner bekommt, darüber entscheidet ein Cocktail aus Strategie, Safety-Car-Phase und Reifennutzung."

China. Nachrichtenagentur Xinhua: "Letztendlich gehörte der Tag Daniel Ricciardo, dessen Sieg zwar von einer Safety-Car-Phase unterstützt wurde, der aber nach einer perfekten Fahrt, die mit starken Überholmanövern übersät war, dennoch zufrieden auf dem Siegerpodest feiern konnte."

Quelle: n-tv.de , sgi/dpa/sid

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