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"Schiene hilft mir sehr" Neureuther wagt nächsten Comeback-Anlauf

Felix Neureuther will endlich wieder Rennen fahren.

Felix Neureuther will endlich wieder Rennen fahren.

(Foto: imago/Sammy Minkoff)

Ein Jahr lang kann Felix Neureuther wegen eines Kreuzbandrisses keine Skirennen fahren. Seine Rückkehr verhindert ein Daumenbruch. Nun soll es endlich klappen - zumindest im Riesenslalom. Weil eine Spezialschiene seine Hand schützt.

Ein Foto von der Krankenstation hier, ein Schnappschuss aus der Klinik da - Felix Neureuther hatte seinen rund eine Million Follower in den Sozialen Netzwerken zuletzt nicht viel Erbauliches mitzuteilen. Am Samstag will der beste deutsche Skirennläufer endlich wieder sportlich auf sich aufmerksam machen. Dann kehrt der 34-Jährige beim Riesenslalom in Val d'Isere in den Weltcup zurück, nach über einjähriger Pause und zwei gescheiterten Comeback-Versuchen.

Sind aller guten Dinge drei? "Nachdem in Sölden das Wetter meinem Comeback im Weg stand und in Levi der Daumen sein Veto einlegte, hoffe ich nun, dass Versuch Nummer drei klappt und ich endlich einsteigen kann", sagte Neureuther am Mittwoch. 391 Tage ist sein letztes Rennen her.

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"Stand heute kann ich Rennen fahren"

Hoffen deshalb, weil letzte Zweifel bestehen. Eine Spezialschiene soll die rechte Hand schützen, an der sich Neureuther Mitte November den Mittelhandknochen am Daumen gebrochen hatte. "Die Schiene hilft mir gerade beim Riesenslalom sehr", sagte er, "Stand heute kann ich damit Rennen fahren." In seiner Spezialdisziplin Slalom sei die Lage jedoch "etwas schwieriger". Slalom, das hat in der Weltspitze immer auch etwas mit Boxen zu tun. Neureuther und Co. prügeln sich meist regelrecht durch den Stangenwald - eine instabile Mittelhand ist dabei äußerst hinderlich. Neureuther sucht daher noch "Wege und Techniken", die es ihm ermöglichen, die Stangen wie gewohnt aus dem Weg zu räumen. "Ob es mir gelingt, bis zum Rennen ein konkurrenzfähiges System zu finden, lässt sich leider noch nicht sagen", meinte er.

Der nächste Spezial-Slalom steht erst am 22. Dezember in Madonna di Campiglio an. Die wichtigste Phase der Saison beginnt dann ohnehin erst im neuen Jahr mit den Slalom-Klassikern in Adelboden, Wengen, Kitzbühel und Schladming. Danach lockt die WM im Februar ins schwedische Are.

"Musste mich in Geduld üben"

Dabei wähnte er sich im Spätherbst nach seinem Kreuzbandriss im November 2017 auf einem guten Weg. Zwar zwickte wie so oft in den vergangenen Jahren hier und da der Rücken, doch Neureuther war "bereit" für den ersten Weltcup-Slalom der WM-Saison in Levi/Finnland, ehe er sich zwei Tage vor dem Rennen im Training verletzte. Auch für den Riesenslalom am vergangenen Sonntag in Beaver Creek (USA) hatte er deshalb absagen müssen. Seinem Kumpel Stefan Luitz gratulierte Neureuther stilecht mit einem ein Jahr alten gemeinsamen Foto aus dem Krankenhaus zu dessen sensationellem ersten Weltcup-Sieg.

Luitz will diese Leistung am Samstag auf seiner Lieblingspiste "Face de Bellevarde" bestätigen. Schon drei Mal stand er dort auf dem "Stockerl" - obwohl der Allgäuer einräumt, dass es auf der meist stark vereisten Strecke "ein Kampf von oben bis unten" ist: "Aber ich freue mich darauf, diesen Kampf wieder aufzunehmen." Neureuther dagegen hat keine allzu hohen Erwartungen. "Nach der Daumen-OP konnte ich erstmal einige Tage sehr wenig tun und musste mich in Geduld üben", sagte er. Er wäre wohl schon zufrieden, wenn er nicht auch aus den Savoyer Alpen wieder Krankenhausbilder schicken müsste.

Quelle: n-tv.de , ara/sid/dpa

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