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Berlin bereit für ein Spektakel Kipchoge jagt den Marathon-Weltrekord

"Der König von Berlin": So lautet der Titel eines durchaus unterhaltsamen Buches des deutschen Autors und Kabarettisten Horst Evers. Und zu Eliud Kipchoge, hier im Bild, passt die Bezeichnung, was den Marathon betrifft, auch ganz gut.

"Der König von Berlin": So lautet der Titel eines durchaus unterhaltsamen Buches des deutschen Autors und Kabarettisten Horst Evers. Und zu Eliud Kipchoge, hier im Bild, passt die Bezeichnung, was den Marathon betrifft, auch ganz gut.

(Foto: REUTERS)

Olympiasieger Eliud Kipchoge greift am Sonntag beim Marathon in Berlin zum dritten Mal nach 2015 und 2017 den Weltrekord an. Dafür peilt der Kenianer eine durchaus ambitionierte Halbmarathonmarke an. Hauptsache, die Einlage bleibt dieses Mal im Schuh.

Nun aber: Auf der schnellen Strecke in Berlin soll Eliud Kipchoge an diesem Sonntag (ab 9.15 Uhr in der ARD und im RBB) endlich zum Marathon-Weltrekord laufen. Nach den gelungenen Europameisterschaften im Olympiastadion, "Berlin fliegt" und dem Istaf hoffen die Macher zum Abschluss der Leichtathletik-Festwochen auf ein erneutes Spektakel. Für das soll der 33 Jahre alte Kenianer Kipchoge sorgen. Der Seriensieger ist über die 42,195 Kilometer seit Jahren ungeschlagen. Nur der Weltrekord fehlt ihm noch.

Das soll sich am Sonntag ändern, schließlich wurden die jüngsten sechs Weltrekorde allesamt in Berlin aufgestellt. Wichtig ist, dass das Wetter mitspielt. Im vergangenen Jahr machten Kipchoge Wind und Regen zu schaffen. 2015 rutschten ihm früh auf der Strecke die Innensohlen aus den Schuhen, jeder Schritt tat weh. Dennoch gewann Kipchoge in 2:04:00 Stunden und blieb nur 63 Sekunden über dem Bestwert seines Landsmannes Dennis Kimetto (2:02:57), den dieser 2014 ebenfalls in Berlin aufgestellt hatte.

Das Innensohlendrama von 2015.

Das Innensohlendrama von 2015.

(Foto: imago/Camera 4)

Kipchoge ist seit Jahren im Marathon das Maß der Dinge, wurde 2016 in Rio Olympiasieger und gewann im April zum dritten Mal den London-Marathon. Trotz aller Erfolge mag er keine großen Ankündigungen: "Ich denke nur an eine persönliche Bestleistung. Wenn ich 2:03:04 laufe, bin ich zufrieden." Sein Plan: "Ich will die Halbmarathonmarke bei 61 Minuten passieren." Kimetto hatte bei seinem Weltrekord vor vier Jahren eine Durchgangszeit von 61:45 Minuten. "Ich kann versprechen, dass ich ein gutes Rennen laufe", sagte Kipchoge. Und klar, er hofft auf gutes Wetter hofft: "Irgendetwas zwischen Sonne und kühl." Prognostiziert sind zum Start des Rennens wolkige 20 Grad. Von Regen ist bisher nicht die Rede.

Tirunesh Dibaba die Favoritin

Im Mai 2017 war Kipchoge schon einmal die beste Zeit über die Marathon-Strecke gelaufen. Beim umstrittenen Projekt "Breaking2" des Sportartikel-Herstellers Nike in Monza kam der Afrikaner auf 2:00:25 Stunden und blieb nur knapp über der magischen Zwei-Stunden-Grenze. Die Zeit wurde allerdings nicht als Weltrekord anerkannt, weil sie bei nicht üblichen Bedingungen aufgestellt wurde. Ärgster Konkurrent von Kipchoge ist Wilson Kipsang, der den Favoriten schon einmal bezwang. 2013 bei seinem Sieg in Berlin hielt Kipsang seinen Landsmann auf Distanz und gewann mit der damaligen Weltrekordzeit von 2:03:23 Stunden.

Nun will er eine ähnliche Taktik anwenden: "Damals bin ich die zweite Hälfte schneller gerannt als die erste. Am Sonntag möchte ich die Halbmarathonmarke nach 61:30 erreichen." Vor einem Jahr hatte er nach 30 Kilometern aufgegeben. Bei den Frauen ist Tirunesh Dibaba die Favoritin. Der 32 Jahre alten Äthiopierin wird zugetraut, den Weltrekord der Britin Paula Radcliffe (2:15:25) aus dem Jahr 2003 zu knacken. Allerdings trifft Dibaba auf starke Konkurrentinnen auf die Titelverteidigerin Gladys Cherono und die zweimalige Weltmeisterin Edna Kiplagat.

Ein nationales Elitefeld ist wegen der EM Anfang August nicht am Start. Mit Anke Esser kommt eine der schnellsten Läuferinnen aus dem Freizeitbereich. Ihre Bestzeit liegt bei 2:34:14 Stunden. Insgesamt gehen bei der 45. Austragung 44.389 Läuferinnen und Läufer auf die Strecke und sorgen für einen Rekord. Für das gesamte Wochenende werden 70.000 Aktive erwartet.

Quelle: n-tv.de

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