Sport

Abgezockter Sieg gegen Oranje Hockey-Herren schlagen den WM-Favoriten

Das DHB-Team rund um Dan Nguyen Luong und Marco Miltkau jubelt über den Überraschungssieg gegen die Niederlande bei der Hockey-WM.

Das DHB-Team rund um Dan Nguyen Luong und Marco Miltkau jubelt über den Überraschungssieg gegen die Niederlande bei der Hockey-WM.

(Foto: dpa)

Bei der Hockey-WM in Indien erwischen die deutschen Herren mit Topfavorit Niederlande ein Hammerlos. Die DHB-Auswahl stört sich jedoch kaum daran und kontert den Erzrivalen eiskalt aus. Nun peilt das Team das Viertelfinale an und schielt bereits auf den Titel.

Florian Fuchs strahlte über das ganze Gesicht. "Das gibt uns viel Selbstvertrauen, weil wir gezeigt haben, dass wir gegen große Nationen bestehen können", sagte der "Mann des Spiels" nach dem 4:1 (1:1) gegen den Topfavoriten und Erzrivalen Niederlande bei der Hockey-WM in Indien. Deutschland darf sich nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel berechtigte Hoffnungen auf den Gruppensieg und den damit verbundenen direkten Einzug ins Viertelfinale machen.

"Wir waren im letzten Viertel einfach effektiver", erklärte Fuchs den starken Endspurt seines Teams. Drei der vier deutschen Treffer fielen erst in den letzten acht Minuten. Lucas Windfeder per Strafecke (52.) brachte des Team erstmals in Führung, Marco Miltkau (54.) und Christopher Rühr (58., Siebenmeter) setzten die Schlussakzente. Valentin Verga (13.) hatte die anfängliche Führung für den Gegner erzielt, für den Ausgleich hatte Mathias Müller (30., Strafecke) gesorgt.

*Datenschutz

Nach dem 1:0-Auftakterfolg gegen Pakistan führt Deutschland die Gruppe D nun mit sechs Punkten vor den Niederlanden (3) an. Zum Abschluss reicht der Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) ein Punkt am Sonntag gegen Außenseiter Malaysia, um aus eigener Kraft direkt in die Runde der letzten Acht einzuziehen. Nur die Sieger der vier Vorrundengruppen qualifizieren sich direkt für das Viertelfinale, die Zweiten und Dritten spielen in einer Zwischenrunde die Gegner aus.

Perfekte Steigerung des Energielevels

Bundestrainer Stefan Kermas hatte nach der mageren Ausbeute des hochveranlagten deutschen Angriffs im Auftaktspiel eine Verbesserung in der Offensive und der Dynamik gegen den Europameister gefordert. "Andernfalls werden wir nicht in der Lage sein, gefährlich vor das niederländische Tor zu kommen und Ergebnisse zu erzielen", sagte Kermas, der zudem eine ähnlich gute Leistung in der Defensive einforderte wie zum Auftakt.

Sein Team versuchte die Forderungen umzusetzen und drängte zu Beginn auf einen frühen Treffer. Doch Deutschland leistete sich gegen die hochklassigen Niederländer zu viele unnötige Ballverluste und wurde dafür bestraft. In der 13. Spielminute ging das Oranje-Team nach Schwächen im deutschen Spielaufbau durch Verga in Führung.

*Datenschutz

Erst eine erfolgreich ausgeführte Strafecke kurz vor der Pause brachte das DHB-Team zurück ins Spiel. "Das war der Knackpunkt. In der zweiten Halbzeit hat meine Mannschaft ihre Stärke ausgespielt. Das Energielevel ist bei uns genau in dem Moment hochgegangen, als es beim Gegner abgenommen hat", sagte Kermas.

"Noch ganz viel Potenzial"

"Endlich haben wir mal wieder so ein Big-Match gewonnen", meinte Kermas. "Es war wichtig, dass wir nach dem Rückstand die Ruhe bewahrt und später unser Offensivspiel konsequent umgesetzt haben." Allerdings hatte die deutsche Mannschaft Glück, dass das Oranje-Team aus vier Strafecken kein Kapital schlagen konnte. "Meine Mannschaft hat mit ganz viel Leidenschaft und Geduld verteidigt", so Kermas. In der 52. Minute verwandelte Windfeder eine Strafecke zur Führung. Danach agierte die DHB-Auswahl wie im Rausch und ließ dem Gegner keine Chance mehr.

"Wir haben noch ganz viel Potenzial", sagte Torschütze Rühr. Für die kommenden Gegner muss das wie eine Drohung klingen - zumal sich der zweimalige Weltmeister durch den Gruppensieg auch noch zusätzliche Ruhetage verdienen könnte. "Das ist auf jeden Fall ein großer Vorteil", sagte Fuchs.

Schon vor Turnierbeginn hatte das Team selbstbewusst den Titel als Ziel ausgerufen. Der Sieg gegen den Weltranglistenvierten Niederlande sollte dem deutschen Team auf dem Weg zum dritten Triumph nach 2002 und 2006 nun zusätzlich Flügel verleihen.

Quelle: n-tv.de , cri/sid/dpa

Mehr zum Thema