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Malheur vor der Kühltheke Wer zahlt für Unfall im Supermarkt?

Eine Gefahrenstelle muss  ausreichend abgesichert sein.

Eine Gefahrenstelle muss ausreichend abgesichert sein.

(Foto: imago stock&people)

Es soll Menschen geben, die einem Besuch im Supermarkt durchaus etwas abgewinnen können. Schön für sie. Für den Großteil der Bevölkerung stellt das Einkaufen hingegen meist ein notwendiges Übel dar. Und manchmal lauern auch Gefahren.

Es ist nicht nur der Slalom durch den Hindernisparcours, der Stau vor der Wursttheke oder das endlose Warten vor Pfandautomaten oder Kasse - nein, im Supermarkt lauern neben jeder Menge Widrigkeiten und Verführungen auch noch ganz andere Tücken, die mitunter sogar zu Verletzungen führen.

So auch in einem vor dem Amtsgericht (AG) Augsburg verhandelten Fall (Az.: 74 C 831/16). Hier wollte ein Mitte 50-jähriger Mann eigentlich nur früh am Morgen seinen Einkauf in einem Discounter erledigen - doch es kam anders.  

Denn hinter einer Kühltheke rutschte er aus und vollführte einen unfreiwilligen Spagat. Grund dafür war eine 3 Meter lange und ½ Meter breite Öllache. Der Mann gab an, sich durch den Sturz das Knie und die Hüfte so verletzt zu haben, dass er auch jetzt noch an Schmerzen leidet. Er wollte deshalb vom Betreiber des Supermarktes ein Schmerzensgeld in Höhe von 3500 Euro und den Ersatz aller Schäden, die ihm auch zukünftig durch den Sturz entstehen. Seiner Meinung nach hätten die Verkäuferinnen die verschmutzte Stelle nicht abgesichert. Dies sah der Betreiber anders. Der Streit landete vor Gericht.

Dort wurde die Klage des Versehrten allerdings abgewiesen. Denn laut Urteil wurde nicht gegen die unter anderem in Falle von Öllachen erforderliche Verkehrssicherungspflicht verstoßen. Hiernach muss derjenige, der eine Gefahrenlage schafft, alle notwendigen und zumutbaren Maßnahmen treffen, um einen Schaden für andere zu verhindern. Allerdings ist eine Verkehrssicherung, die jeden Schaden ausschließt, im praktischen Leben nicht möglich. Außerdem hatten die beiden Verkäuferinnen auf die Öllache Salz gestreut. Ein gelbes Warnschild mit der Aufschrift "Vorsicht Rutschgefahr" machte Kunden zudem auf die Gefahr aufmerksam.

So war das AG der Ansicht, dass die Gefahrenstelle dadurch ausreichend abgesichert war. Denn von Kunden eines Supermarktes kann erwartet werden, dass er Warnschilder erkennt und entsprechend aufmerksam ist.

Quelle: n-tv.de , awi

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