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Weil Flexstrom nicht mehr zahlt Schlichtungsstelle geht das Geld aus

Flexstrom hat der Schlichtungsstelle für Energie eine ganze Menge Arbeit beschert - und hätte diese auch bezahlen müssen. Nach der Pleite des Energie-Discounters bleibt der Verein aber auf einem erheblichen Teil der Kosten sitzen.

Die Insolvenz des Energieanbieters Flexstrom hat laut einem Bericht des "Handelsblatts" zu einem finanziellen Engpass bei der Schlichtungsstelle für Energie geführt. Mit Flexstrom sei genau das Unternehmen zusammengebrochen, das der zentralen Schlichtungsstelle wegen zahlreicher Kundenbeschwerden die meiste Arbeit beschert habe. Da Flexstrom dem Verein einen erheblichen Teil an Gebühren schulde, sei es für die vom Bundesverbraucher- und Bundesfinanzministerium initiierte Schlichtungsstelle finanziell eng geworden.

Mit fragwürdigen Klauseln versuchte Flexstrom, um Bonuszahlungen herumzukommen. Auch deshalb landeten viele Beschwerden bei der Schlichtungsstelle.

Mit fragwürdigen Klauseln versuchte Flexstrom, um Bonuszahlungen herumzukommen. Auch deshalb landeten viele Beschwerden bei der Schlichtungsstelle.

(Foto: picture alliance / dpa)

Um die Zahlungssicherheit zu gewährleisten, sei eine außerordentliche Versammlung einberufen worden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Teilnehmer. Als Konsequenz aus dem Fall Flexstrom seien Satzung und Gebührenordnung geändert worden.

Ein Drittel der Schlichtungen entfiel auf Flexstrom

Die Schlichtungsstelle war im November 2011 eingerichtet worden. Private Stromkunden können sich an sie wenden, wenn es beim Wechsel des Erdgas- oder Stromversorgers Ärger gibt oder Probleme mit der Höhe von Bonus- und Abschlagszahlungen oder bei der Ermittlung der verbrauchten Energiemenge auftreten. Voraussetzung ist, dass sie sich mit ihrem Anliegen zunächst direkt an das jeweilige Versorgungsunternehmen gewandt haben. Wird die Schlichtungsstelle angerufen, sind die Unternehmen verpflichtet, an der Schlichtung teilzunehmen.

Für Verbraucher ist das Schlichtungsverfahren in der Regel kostenlos. Bezahlen müssen die betroffenen Unternehmen. Laut "Handelsblatt" werden 350 Euro pro Fall abgerechnet. Flexstrom dürften damit erhebliche Kosten entstanden sein, denn allein im vergangenen Jahr sei fast ein Drittel der knapp 13.700 Schlichtungsanträge auf den Billig-Energieversorger entfallen.  Ähnlich fiel die Größenordnung für 2013 aus. Nach der Pleite des Unternehmens habe der Verein 30 Prozent der erwarteten Fallpauschalen abschreiben müssen, berichtete das "Handelsblatt".

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Quelle: n-tv.de , AFP

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