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Tenhagens Tipps Muss man eine Hausratversicherung haben?

Die Hausratversicherung ersetzt Gegenstände, die beispielsweise durch Brand beschädigt oder zerstört werden.

Die Hausratversicherung ersetzt Gegenstände, die beispielsweise durch Brand beschädigt oder zerstört werden.

Nicht jeder braucht jede Versicherung. Dennoch geben die Deutschen für ihren Schutz horrende Summen aus. Dabei sind viele Policen verzichtbar. Ob dies auch auf die Hausratversicherung zutrifft oder ob diese existenziell ist, verrät Finanztip-Chef Tenhagen.

n-tv.de: Wer braucht denn eine Hausratversicherung?

Hermann-Josef Tenhagen: Wenn Sie Ihren Hausrat bei Verlust oder Beschädigung nicht einfach so ersetzen können, dann sollten Sie eine Hausratversicherung haben. Damit meine ich, für Sperrholzmöbel braucht man keine Police, für Jugendstilmöbel wohl eine Hausratversicherung

Grundsätzlich kann aber gesagt werden, dass die Hausratspolice keine Versicherung ist, die man unbedingt haben muss. Außerdem sollte man wissen, dass dies keine ganz preiswerte Versicherung ist. Die Hausratversicherer zahlen noch nicht einmal die Hälfte dessen, was sie an Beiträgen einnehmen, an ihre Versicherten wieder aus. Die Policen könnten also eigentlich im Schnitt 50 Prozent weniger kosten.

Welche Schäden werden eigentlich abgedeckt?

Zum Beispiel, wenn Ihnen Ihre Wohnung abbrennt, Leitungswasserschäden auftreten, also wenn die Wasserrohre kaputtgehen und Schäden machen, Sturmschäden und natürlich auch, wenn die Wohnung aufgebrochen wird und Sie beklaut werden. Grundsätzlich kann man sagen, es ist das geschützt, was drin ist im Haus. Wenn Sie sich vorstellen, Sie könnten Ihre Wohnung auf den Kopf stellen, dann wäre all das versichert, was rausfällt. Die Hausratversicherung ersetzt dann den Neuwert für alles, was durch Brand, Leitungswasser, Sturm oder Einbruch beschädigt, zerstört oder abhandengekommen ist.

Was kostet denn die Versicherung?

Das geht bei weit unter 100 Euro los und endet bei 500 Euro im Jahr.

Wonach richtet sich die Höhe des Beitrages?

Der richtet sich unter anderem nach der Größe der Wohnung, dem Wert der darin zu versichernden Gegenstände und auch danach, wo der Versicherte wohnt. Also dort, wo es viele Schäden gibt, wird es deutlich teurer.

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Wenn es dem Versicherungsnehmer selbst schwerfällt, eine Schätzung über den Wert seines Hausrats anzugeben, bieten die Versicherer hier gern eine Pauschale an. Hier werden dann normalerweise 650 Euro Versicherungsschutz pro Quadratmeter Wohnfläche angeboten. Der Versicherer überprüft dann im Schadensfall nicht, ob möglicherweise eine Unterversicherung vorliegt. Wer aber nur preiswerte Möbel besitzt und lediglich einen teuren Fernseher, bezahlt so unter Umständen deutlich zu viel.

Was droht denn bei einer Unterversicherung?

Im Schadensfall kann der Versicherer prozentuale Abzüge bei der Schadensregulierung vornehmen. Ist der Hausrat also 100.000 Euro wert, aber nur mit 50.000 Euro versichert, ersetzt der Versicherer Schäden auch nur zur Hälfte. Ungeachtet dessen, wie hoch der Schaden tatsächlich ist. Abgesehen davon ist bei größeren Schäden damit zu rechnen, dass der Versicherer direkt vor Ort den Schaden begutachtet und dann eventuell auch eine Unterversicherung feststellt. Bei kleineren Schäden ist oft das Handyfoto als Beweismittel ausreichend. Aber abgesehen davon: Für teure Gegenstände gilt es, immer die Rechnung aufzubewahren, damit diese auch ersetzt werden.

Auf welche Klauseln muss beim Abschluss geachtet werden?

Gut ist, wenn der Versicherer beispielsweise auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit verzichtet. Andernfalls kann, wenn zum Beispiel vergessen wurde, das gekippte Fenster zu schließen und hierdurch dann Diebe einsteigen, die Leistung gekürzt werden.

Wer bietet die besten Tarife?

Wir empfehlen bei der Suche nach dem besten Tarif für die eigenen Wohnung, das Portal Mr-Money zu nutzen.

Mit Hermann-Josef Tenhagen sprach Axel Witte

Quelle: n-tv.de ,

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