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Willy Bogner Ausstatter der Olympiamannschaft

Bogner stattet die deutsche Olympiamannschaft aus.

Bogner stattet die deutsche Olympiamannschaft aus.

(Foto: Nils Borgstedt)

Das Unternehmen Willy Bogner stattet die deutschen Winterolympioniken bereits seit 1936 aus. In diesem Jahr werden die Sportler besonders farbenfroh daherkommen. Im Interview verrät Willy Bogner, was hinter dem auffälligen Design steckt.

Erfolgreicher Unternehmer, Modeschöpfer, mehrfach ausgezeichneter Filmemacher und erfolgreicher Sportler. Die Vita des Willy Bogner klingt selbst filmreif. Zumal er als Skifahrer auch zweimal als Aktiver an den Olympischen Spielen teilnahm und weiß, worauf es bei einem Outfit für die Olympischen Spiele ankommt.

Premium Lounge: Herr Bogner, ist die Ausstattung der deutschen Olympiamannschaft der Kern Ihres umfangreichen Lebenswerkes?

Willy Bogner: Ich würde es nicht als den Kern bezeichnen, obwohl es doch immer wieder ein Highlight ist, alle vier Jahre auf der weltgrößten Bühne – dem Einmarsch der Mannschaften bei den Olympischen Spielen – zu versuchen, ein gutes Bild abzugeben. Das ist für einen Designer natürlich eine große Herausforderung aber andererseits auch eine große Chance, sich präsentieren zu können.

(Foto: Nils Borgstedt)

Welcher Prozess steckt hinter einem Outfit wie diesem?

Das ist ein Prozess der natürlich einige Jahre andauert. Zum einen muss bei der Planung auf die Funktionalität geachtet werden, damit die Athleten nicht frieren und sich nicht erkälten. Zum anderen sollen sie nach außen hin ein positives Bild abgeben. Eines das optimistisch stimmt und nach innen hin auch das Mannschaftsgefühl stärkt. Wir wollen klar als Mannschaft erkennbar sein, schon aus der Ferne.

Was hat es mit dem Design dieser Kollektion auf sich?

Wir haben es uns in den letzten Jahren zur Aufgabe gemacht, beim Design auch Gesten an die Gastgeberländer zu machen. Wir haben uns darüber informiert, warum die Blumentücher in Russland eine so große Rolle spielen. Sie machen das ganz einfach, um ein wenig Frühling in die kalte und dunkle Jahreszeit zu bringen. So haben wir diese Blumenmuster zum Beispiel bei den Damen-Outfits eingearbeitet. Ansonsten ist das Farbspiel ganz wichtig. So finden wir in den Farben von unten nach oben das Meer von Sotschi, die Palmen, die Sonne und den Schnee in den Bergen. Wir wollen mit Spaß und guter Laune und auch mit Mut auftreten. Dieses Gefühl soll auch auf die Sportler übergehen.

Vor allem die Vergabe von sportlichen Großereignissen sorgte zuletzt häufig für öffentliche Kritik. Drückt das farbenfrohe Outfit denn auch ein wenig die Sehnsucht nach der wahren Olympischen Idee aus?

Dazu muss ich klar sagen, dass man Neider und damit auch Kritik auf den Plan ruft, wenn man so erfolgreich ist wie die Olympische Organisation. Am Einmarschtag, wenn Olympia losgeht, dann geht es aber nur noch um den Sport. Ich war selbst mehrfach dabei und das ist ein unglaublich tolles Gefühl, mit den weltbesten Athleten ins Stadion einzulaufen. Niemals sonst ist die Welt auf so engem Raum so vereint wie in diesem Moment. Man darf nicht vergessen, es handelt sich um Spiele und diesen Charakter wollen wir mit dem Outfit auch widerspiegeln.

(Foto: Nils Borgstedt)

In all den Jahren, in denen Ihr Unternehmen die Olympioniken ausstattet, gibt es da eine Lieblingskollektion, die Sie hervorheben würden?

Natürlich ist mein Lieblingsoutfit das von 1960 in Squaw Valley, also jenes, mit dem ich selbst als 18-Jähriger erstmals einmarschiert bin. Das war ein Erlebnis, das mein gesamtes Leben geprägt hat. Aber es gibt auch andere Highlights, die man als Designer hervorheben muss. So wie jenes Outfit von Turin 2006, als es darum ging, in Italien aufzuzeigen, dass wir in Deutschland auch gute Mode machen können. In diesem Wettstreit der Designer haben wir uns gut geschlagen damals. Das gibt einem dann auch immer das nötige Selbstbewusstsein, etwas mehr zu wagen und die Fröhlichkeit der Spiele hervorzuheben.

Und – Hand aufs Herz – welche Kollektion würden Sie heute nicht mehr so umsetzen?

Bei dem Outfit von Lake Placid haben wir uns zu sehr zurückgenommen, das erscheint mir im Nachhinein beinahe "oll" und viel zu "sportswearig". Aber in die damalige Zeit hat es dann doch irgendwie gepasst.

Quelle: n-tv.de