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Cambridge Analytica-Skandal Verdacht auf Zusammenarbeit mit Russland

Durch Cambridge Analytica könnten Daten von 87 Millionen an russische Geheimdienste gelangt sein.

Durch Cambridge Analytica könnten Daten von 87 Millionen an russische Geheimdienste gelangt sein.

(Foto: picture alliance / Rob Pinney/Lo)

Ein Cambridge-Analytica-Mitarbeiter soll auch für russisch geförderte Projekte zur "Verhaltensforschung" gearbeitet haben. Die Daten von 87 Millionen Facebook-Nutzern könnten so an russische Geheimdienste gelangt sein.

Die im Zentrum des Datenskandals bei Facebook stehende britische Datenanalysefirma Cambridge Analytica hat nach Aussagen ihres Ex-Mitarbeiters Christopher Wylie russische Mitarbeiter beschäftigt und Daten mit Unternehmen geteilt, die Verbindungen zum russischen Geheimdienst haben. Wylie, der mit internen Informationen den Fall ins Rollen gebracht hatte, erklärte bei einer Kongressanhörung in Washington, nach seiner Einschätzung hätten russische Geheimdienste Zugang zu den von Cambridge Analytica gesammelten Daten gehabt.

Wylie erklärte sich schriftlich gegenüber dem Kongressausschuss, der eine mögliche russische Einflussnahme auf die US-Präsidentschaftswahl 2016 untersucht. Demnach arbeitete der Cambridge Analytica-Mitarbeiter Aleksandr Kogan, der mit der Entwicklung einer Anwendung zum Sammeln von Facebook-Profildaten betraut gewesen sei, zur selben Zeit für russisch geförderte Projekte zur "Verhaltensforschung". Das lasse den Schluss zu, dass nicht nur Facebook-Daten in Russland zugänglich geworden seien, sondern dass die Datenanalysefirma auch Ziel russischer Geheimdienste gewesen sein könnte.

Firmenethos: "Alles ist machbar"

Cambridge Analytica habe russische Wissenschaftler mit der Datenbeschaffung betraut und Informationen über Kampagnen zur Verbreitung von Gerüchten oder Meinungsmache mit Unternehmen und Vertretern mit Kontakten zum russischen Inlandsgeheimdienst FSB geteilt, so Wylie. Firmenethos von Cambridge Analytica sei stets gewesen, dass bei politischen Kampagnen "alles machbar ist".

Facebook steht derzeit wegen eines Datenskandals rund um die inzwischen insolvente Datenanalysefirma massiv in der Kritik. Dabei geht es vor allem um das Abschöpfen der Daten von rund 87 Millionen Facebook-Nutzern durch Cambridge Analytica, die dann unerlaubt für Trumps Wahlkampf genutzt worden sein sollen.

Quelle: n-tv.de , agr/AFP

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