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Daten und Grafiken zum Parteitag So sieht die CDU in Zahlen aus

Personelle Neuausrichtung an der CDU-Spitze: Angela Merkel auf dem großen Parteitag in Hamburg.

Personelle Neuausrichtung an der CDU-Spitze: Angela Merkel auf dem großen Parteitag in Hamburg.

(Foto: dpa)

Tag der Entscheidung in Hamburg: Auf dem Parteitag der CDU kommen Delegierte aus allen Himmelsrichtungen zusammen, um den Nachfolger oder die Nachfolgerin Merkels an der Parteispitze zu bestimmen. Eine Übersicht.

Die Neubesetzung der Parteispitze markiert für die Christdemokraten in Deutschland das Ende einer Ära: Nach mehr als 18 Jahren unter Führung von Angela Merkel will die CDU auf ihrem Bundesparteitag in Hamburg ihren neuen Vorsitzenden oder ihre neue Vorsitzende wählen. Merkel wird zwar den CDU-Vorsitz abgeben, aber weiter Kanzlerin bleiben.

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Mit der bevorstehenden Ämtertrennung betreten die Christdemokraten Neuland: In den vergangenen Jahrzehnten waren Kanzlerschaft und Parteivorsitz bei der CDU eng miteinander verbunden. Merkel und ihre Vorgänger konnten sich dadurch in Wahlkämpfen, in Koalitionsverhandlungen und im Bundestag stets auf einen starken Rückhalt ihrer Partei verlassen.

Künftig muss die Kanzlerin ihre Regierungsarbeit eng mit dem Parteichef oder der Parteichefin abstimmen: Zur Wahl stehen in Hamburg zunächst drei Kandidaten: Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Die insgesamt 1001 Delegierten aus den CDU-Landesverbänden können während des Parteitags weitere Kandidaten vorschlagen.

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Beobachter erwarten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Merkel-Vertrauten Kramp-Karrenbauer und dem Wirtschaftsliberalen Merz. Spahn wurden in Umfragen unter CDU-Mitgliedern nur Außenseiterchancen eingeräumt.

 

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So oder so markiert die Wahl das Ende einer CDU-Ära. Mit einer Amtszeit von 6815 Tagen bestimmte Merkel den politischen Kurs der Christdemokraten fast zwei Jahre länger als Konrad Adenauer. An die Ausdauer im Amt ihres politischen Förderers Helmut Kohl kommt sie jedoch nicht heran.

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In der Union rechnen viele mit einer Stichwahl zwischen Merz und Kramp-Karrenbauer. Besonderes Augenmerk dürfte dabei auch auf den jeweils erzielten Zustimmungswerten liegen. In ihrer Zeit als CDU-Chefin blieb Merkel nur zweimal (2004 und 2016) unter der 90-Prozent-Marke:

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In den Wochen vor dem Parteitag mussten sich die drei Bewerber in acht Regionalkonferenzen beweisen und den Fragen der Basis stellen. Zuletzt sprachen sich einflussreiche Unterstützer öffentlich für ihren jeweiligen Favoriten aus:

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Gewählt als neue CDU-Chefin oder neuer CDU-Chef ist, wer bei der Abstimmung auf dem Parteitag die Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhält. Gelingt dies keinem der Bewerber in der ersten Runde, kommt es zu einer Stichwahl der beiden Bestplatzierten. Dabei könnten auch regionale Übergewichte innerhalb der CDU eine Rolle spielen.

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Aus dem Saarland etwa, der politischen Heimat der Merkel-Vertrauten Kramp-Karrenbauer, kommen nur 34 der insgesamt 1001 Delegierten-Stimmen. Dominierenden Einfluss übt dagegen der Landesverband des bevölkerungsreichsten Bundeslands Nordrhein-Westfalen aus. Und: Innerhalb der CDU sind Frauen und Ostdeutsche deutlich unterrepräsentiert.

Die aus dem Amt scheidende CDU-Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer erwartet eigenen Worten zufolge "ein enges Rennen". Im Interview mit dem Saarländischen Rundfunk sagte sie: "Es wird auf jede Stimme ankommen".

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Die Neubesetzung des Parteivorsitzes bietet Christdemokraten auch eine Chance, sich durch die personelle Neuausrichtung auf das absehbare Ende der Ära Merkels einzustellen. In ihrer Zeit als Parteivorsitzende konnte sich auch die CDU nicht dem allgemeinen Niedergang der Volksparteien entziehen. Als Merkel im Jahr 2000 die Zügel übernahm, umfasste die Partei zum Beispiel noch deutlich mehr als 600.000 Mitglieder.

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"Das ist Demokratie pur"

Erstmals seit 1971 können die CDU-Delegierten bei einem CDU-Parteitag zwischen mehreren Kandidaten für den Parteivorsitz wählen. Die Noch-Parteichefin, die sich nach ihrem Amtsantritt im Jahr 2000 jeweils nur ohne Gegenkandidaten im Amt bestätigen lassen konnte, begrüßte den neuen Wettbewerb innerhalb der CDU: "Das ist Demokratie pur, wenn Auswahl besteht", sagte Merkel.

Neben dem Vorsitzenden, den fünf Stellvertretern, dem Schatzmeister und fünf weiteren Präsidiumsmitgliedern werden in Hamburg auch 26 Mitglieder des Bundesvorstands sowie 19 Beisitzer gewählt. Wie CDU-Bundesgeschäftsführer Klaus Schüler im Vorfeld erklärte, könnte die Wahl der gesamten Parteispitze schon an diesem Freitag, dem ersten Tag des Kongresses, abgeschlossen werden. Offen ist, ob die Delegierten dabei auch schon einen neuen Generalsekretär unterhalb des oder der Parteivorsitzenden wählen werden. Diese Entscheidung liegt bei der neuen Parteispitze.

Außerdem soll es bei dem Parteitag auch um inhaltliche Fragen gehen: Nach dem Willen des Bundesvorstands sollen die Delegierten einen Beschluss zum umstrittenen UN-Migrationspakt fassen. Wie der Vorsitzende der Antragskommission, Thomas de Maizière, sagte, steht ein entsprechender Antrag zur Diskussion und Verabschiedung an. Darüber hinaus soll unter anderem über Anträge des Vorstandes zur Reform der sozialen Marktwirtschaft beraten werden.

Die erste Landtagswahl unter Merkels Nachfolger*in steht am 26. Mai 2019 in Bremen an. Unter Merkels Vorsitz gab es seit 2000 insgesamt 60 Landtagswahlen mit CDU-Beteiligung. Bei 34 Wahlen wurde die CDU stärkste Fraktion, 30 Mal stellte sie anschließend den Ministerpräsidenten - einmal sogar, ohne stärkste Partei zu sein. Gewinne im Vergleich zur Vorwahl gelangen der CDU in 21 von 60 Wahlen. Zwei der fünf schlechtesten CDU-Landtagswahlergebnisse überhaupt (2015 in Hamburg, 2016 in Berlin) fallen in Merkels Amtszeit, aber auch die beiden Landtagswahlen mit den größten Zugewinnen der CDU-Geschichte (2004 in Hamburg, 2002 in Sachsen-Anhalt).

 

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Quelle: n-tv.de

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