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Selbstmord nach der Abschiebung Seehofer äußert sich zu totem Afghanen

Horst Seehofer lehnt einen Rücktritt ab.

Horst Seehofer lehnt einen Rücktritt ab.

(Foto: imago/photothek)

Ein launiger Spruch über Abschiebungen nach Afghanistan bringt Innenminister Seehofer in die Kritik. Dann wird bekannt, dass sich ein Abgeschobener das Leben genommen hat. Der Minister nennt das "zutiefst bedauerlich" und äußert sich auch zu Rücktrittsforderungen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat den Selbstmord eines aus Deutschland abgeschobenen Flüchtlings aus Afghanistan bedauert. "Das ist zutiefst bedauerlich, und wir sollten damit auch sachlich und rücksichtsvoll umgehen", sagte der CSU-Chef in Innsbruck.

Der Flüchtling sei dem Innenministerium von der Stadt Hamburg für die Abschiebung gemeldet worden. "Die Bundesländer führen uns diese Personen zu, und wir unterstützen die Bundesländer bei diesen Abschiebungen." Man müsse die Hamburger Behörden fragen, "warum sie diese Person vorgeschlagen haben".

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Zuvor war bekannt geworden, dass sich einer der 69 afghanischen Asylbewerber des jüngsten Abschiebeflugs aus Deutschland in der afghanischen Hauptstadt Kabul das Leben genommen hat.

Ein Sprecher der Hamburger Ausländerbehörde hatte darauf hingewiesen, dass Hamburg "nur Straftäter und Gefährder" sowie Menschen, die sich der Identitätsfeststellung verweigerten, nach Afghanistan abschiebe. Der Mann sei rechtskräftig wegen Diebstahls, versuchter gefährlicher Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt worden. Es hätten noch weitere Strafanzeigen vorgelegen, unter anderem wegen Raubes und gefährlicher Körperverletzung.

Rücktrittsforderungen zurückgewiesen

Am Dienstag hatte Seehofer mit einem launigen Spruch zu den Abschiebungen gesagt: "Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag sind 69 - das war von mir nicht so bestellt - Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden. Das liegt weit über dem, was bisher üblich war." Die Aussage wurde scharf kritisiert, mehrere Politiker forderten den Rücktritt Seehofers als Innenminister.

Die Rücktrittsforderungen von Linken und FDP wies Seehofer aber zurück. Er verstehe diese Forderungen überhaupt nicht, sagte er. Der Bund sei bei der Auswahl der Flüchtlinge für den Abschiebeflug nicht zuständig.

Seinen Tonfall bedauerte Seehofer nun nicht: "Das wusste ich gestern nicht. Das ist heute in der Früh bekannt geworden", sagte er über den Selbstmord des Asylbewerbers. Er, Seehofer, habe am Dienstag gesagt: "Wie das Leben oft so spielt. Hab sogar noch dazu gesagt: Nicht organisiert. Und dann wird da etwas draus gemacht."

Mitarbeiter des afghanischen Flüchtlingsministeriums hatten der Deutschen Presse-Agentur gesagt, der junge Afghane sei am Dienstag in einer von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zur Verfügung gestellten vorübergehenden Unterkunft in Kabul tot aufgefunden worden. Er stamme aus der nordafghanischen Provinz Balkh und habe acht Jahre in Deutschland gelebt. Afghanische Behörden hätten am Mittwoch bestätigt, dass es sich um Suizid handele, fügte ein BMI-Sprecher hinzu. Die geschilderten Umstände deuteten stark darauf hin.

Quelle: n-tv.de , mli/dpa/AFP

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