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Streit in Cottbus Polizei nimmt 26 Tschetschenen fest

In Cottbus war die Polizei mit einem Großaufgebot im Einsatz.

In Cottbus war die Polizei mit einem Großaufgebot im Einsatz.

(Foto: picture alliance/dpa)

An mehreren Orten in Cottbus geraten Flüchtlinge aneinander. Die Polizei ist mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz. Selbst im Krankenhaus gehen die Auseinandersetzungen weiter. Bei Durchsuchungen beschlagnahmen die Beamten etliche Gegenstände.

Im brandenburgischen Cottbus ist es zu wiederholten und massiven Auseinandersetzungen zwischen mehreren Flüchtlingsgruppen gekommen. Wie die Polizei mitteilte, wurden in der Nacht deshalb 26 Tschetschenen als Tatverdächtige in Polizeigewahrsam genommen. Aufgrund der Vielzahl an Auseinandersetzungen beorderten die Einsatzkräfte alle verfügbaren Kräfte der Polizeidirektion Süd, der Bereitschaftspolizei und einen Polizeihubschrauber in die Stadt.

Die Eskalation begann demnach am Vorabend mit körperlichen Auseinandersetzungen auf einem Sportplatz zwischen Männern aus Tschetschenien und Afghanistan. Dabei habe ein 28-jähriger Tschetschene eine Stichverletzung im Rippenbereich erlitten, zwei weitere Tschetschenen Prellungen und Kopfverletzungen sowie drei Afghanen Gesichtsverletzungen.

Bei der Behandlung der Verletzten in der Notaufnahme eines Krankenhauses setzten sich laut Polizei die Auseinandersetzungen fort. Dabei habe ein Tschetschene mit einem Feuerlöscher gegen den Kopf eines Afghanen geschlagen. Außerdem meldete ein Zeuge aus dem Stadtgebiet, wie eine vermutlich aus Syrern bestehende Gruppe mit Latten bewaffnet einen Mann verfolgte. Kurz darauf sei außerdem ein Angriff auf einen Syrer durch acht Männer aus Afghanistan bekannt geworden. Bereits am Sonntag hatte es körperliche Auseinandersetzungen gegeben, bei denen tschetschenische Männer einen Afghanen verletzten.

Im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen durchsuchte die Polizei am heutigen Mittwoch eine Asylbewerberunterkunft und das angrenzende Gelände. Dabei wurden unter anderem "Golfschläger, massive Holzlatten, Fahrradschlösser sowie weitere gefährliche Gegenstände" sichergestellt. Diese Gegenstände seien zum Teil am Vortag als Schlagwerkzeuge genutzt worden und waren in Verstecken deponiert, teilte die Polizei mit.

Ein 27-jähriger Afghane wurde vorläufig festgenommen. Er steht demnach im dringenden Tatverdacht, mit einem Messer bewaffnet an den Auseinandersetzungen am Dienstagabend beteiligt gewesen zu sein.

In der jüngeren Vergangenheit war Cottbus immer wieder Schauplatz von Gewalt, wiederholt gab es fremdenfeindliche Attacken. Auf der anderen Seite sorgten Angriffe einzelner Flüchtlinge auf Einheimische für Empörung. Mitte Januar stoppte das Land Brandenburg "bis auf Weiteres" den Zuzug von Flüchtlingen in die Stadt.

Quelle: n-tv.de , jwu/AFP

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