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Drohende Töne aus Russland Moskau warnt USA vor "Wirtschaftskrieg"

Arbeitstreffen an der russischen Pazifikküste: Russlands Ministerpräsident Medwedew hält sich während seiner Sommerreise in Kamtschatka auf.

Arbeitstreffen an der russischen Pazifikküste: Russlands Ministerpräsident Medwedew hält sich während seiner Sommerreise in Kamtschatka auf.

(Foto: REUTERS)

Der Tonfall zwischen Moskau und Washington wird schärfer. Aus dem Kreml meldet sich Russlands Regierungschef zu Wort. Medwedew zieht eine rote Linie: Sollten die USA die Geschäfte russischer Banken anrühren, wäre demnach der Wirtschaftskrieg eröffnet.

Die neuen Sanktionsankündigungen der USA gegen Russland im Fall Skripal rufen in Moskau harsche Reaktionen hervor. Die russisch-amerikanischen Beziehungen steuern auf einen neuen Tiefpunkt zu. Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew warnte ausdrücklich vor einem Wirtschaftskrieg mit unabsehbaren Folgen.

"Ich kann eines sagen: Wenn es zum Verbot von Bankgeschäften oder des Gebrauchs der einen oder anderen Währung kommt, wäre das eindeutig die Ausrufung eines Wirtschaftskriegs", zitierte die Nachrichtenagentur Tass Medwedew. Auf eine solche Entwicklung müsse Russland mit wirtschaftlichen, politischen oder "anderen Mitteln" reagieren. "Und unsere amerikanischen Freunde müssen das verstehen."

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Die Regierung in Washington hatte wegen des Anschlags auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal und dessen Tochter neue Sanktionen angekündigt. Sie sollen Exportgüter aus den Bereichen Elektronik, Laser, Sensoren sowie Öl- und Gastechnologie betreffen. Ein Regierungssprecher sprach von einem Handelsvolumen in dreistelliger Millionenhöhe.

Massenvernichtungswaffe eingesetzt

Begründet wurden die Strafmaßnahmen mit dem Russland zugeschriebenen Einsatz eines Nervengifts bei dem Anschlag. In den USA zwingt ein Gesetz aus den 1990er-Jahren die US-Regierung dazu, Strafmaßnahmen gegen all jene Staaten zu verhängen, die Giftgas gegen die eigene Bevölkerung einsetzen. Vorgesehen ist ein zweistufiges Verfahren: Auf die Sanktionsankündigung müsste demnach nach Ablauf einer Frist von mehreren Wochen der Abbruch der diplomatischen Beziehungen folgen. Die Strafmaßnahmen der USA sollen um den 22. August herum in Kraft treten.

Der Giftanschlag auf den früheren Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdienstes, Skripal, und seine Tochter von Anfang März schlug international hohe Wellen. Sicher ist bislang nur, dass bei dem Attentatsversuch der tödlich wirkende chemische Kampfstoff Nowitschok zum Einsatz kam. Die Substanz wurde einst in der Sowjetunion als Chemiewaffe entwickelt. Die russische Regierung bestreitet eine Beteiligung an dem Anschlag, bei dem insgesamt vier Menschen verletzt wurden und eine offenbar unbeteiligte Britin ums Leben kam.

Quelle: n-tv.de , mmo/rts

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