Politik

"Beweis" für US-Hilfe für den IS Moskau postet Szenen aus Computerspiel

Szene aus dem Trailer für das Handy-Spiel "AC-130 Gunship Simulator: Special Ops Squadron".

Szene aus dem Trailer für das Handy-Spiel "AC-130 Gunship Simulator: Special Ops Squadron".

Immer wieder behauptet Russland, die USA unterstützten den IS in Syrien. Nun will Moskau den "unwiderlegbaren Beweis" gefunden haben. Doch bei dem Foto handelt es sich um eine Szene aus einem Computerspiel

Das russische Verteidigungsministerium hat Bilder aus einem Computerspiel in Umlauf gebracht und wollte damit einen "unwiderlegbaren Beweis" dafür liefern, dass die USA in Syrien Kämpfer des IS unterstützen. Angehängt an einen Social-Media-Post lieferte die Behörde Bilder, die zeigen sollen, wie die US-Luftwaffe den Dschihadisten Feuerschutz aus der Luft liefert. Dabei handele es sich um Aufnahmen vom Kampf um die südsyrische Stadt Abu Kamal, die zunächst von syrischen Truppen erobert, dann jedoch wieder an den IS verloren wurde.

Es dauerte nicht lange, bis erste Twitter-Nutzer Zweifel an der Echtheit der Bilder anmeldeten. Später stellte sich heraus, dass die Bilder aus einem Trailer für ein Handy-Spiel namens "AC-130 Gunship Simulator: Special Ops Squadron" stammen. Auch keines der anderen Bilder in dem Posting zeige dem "Guardian" zufolge das, was das Verteidigungsministerium angab. Die Bilder seien entweder aus dem Handy-Spiel oder es seien alte Aufnahmen aus vergangenen Einsätzen, so das Blatt. Ein Foto etwa zeige einen Angriff der irakischen Luftwaffe auf IS-Kämpfer in Falludscha im Jahr 2016.

Den Tweet hat das Ministerium schnell wieder gelöscht. Screenshots kursieren weiterhin im Netz.

Den Tweet hat das Ministerium schnell wieder gelöscht. Screenshots kursieren weiterhin im Netz.

Kurz nachdem der Schwindel öffentlich wurde, hat das Verteidigungsministerium den Tweet wieder gelöscht. Auch Postings in anderen sozialen Netzwerken wurden wieder entfernt. Später ersetzte das Verteidigungsministerium die Bilder und sprach von einem "Fehler". Dennoch blieb das russische Militär bei seinen Anschuldigungen. Screenshots von dem Bild kursieren weiterhin in den Netzwerken.

Die US-Botschaft in Moskau schrieb auf Twitter, die USA würden sich nicht mit den "unsinnigen Anschuldigungen" des russischen Verteidigungsministeriums befassen, für die Russland "Bilder aus Videospielen und alte Fotos von Militäreinsätzen in anderen Ländern" verwendet habe. "Wir müssen uns darauf konzentrieren, unseren gemeinsamen Feind zu zerstören", erklärte die Botschaft.

Es ist nicht das erste Mal, dass Russland versucht, falsche Aufnahmen von Militäreinsätzen unters Volk zu bringen. In einer Dokumentation, die der US-Filmemacher Oliver Stone über Wladimir Putin gedreht hat, ist der russische Präsident etwa in einer Szene zu sehen, wie er auf seinem Smartphone eine vermeintliche Aufnahme eines russischen Luftangriffs in Syrien betrachtet. Später stellte sich heraus, dass der Clip auf Putins Telefon alte Aufnahmen von einem Angriff des US-Militärs auf Stellungen der Taliban in Afghanistan zeigte.

Quelle: n-tv.de , bdk