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Westmächte attackieren Syrien May nennt Militärschlag alternativlos

Auch britische Kampfflugzeuge beteiligen sich an dem westlichen Militärschlag auf Syrien. Sie nehmen nach eigenen Angaben Produkte für Chemiewaffen ins Visier. Premierministerin May spricht von einem "begrenzten und gezielten Schlag zur Abschreckung".

Die britische Premierministerin Theresa May hat den Angriff auf die syrische Regierung als alternativlos bezeichnet. Der gemeinsam mit den USA und Frankreich ausgeführte Militärschlag werde ein deutliches Signal an jeden senden, der glaube, er könne chemische Waffen straflos nutzen, erklärte May in einer Fernsehansprache. Es habe "keine gangbare Alternative zum Einsatz der Streitkräfte" gegeben, um das syrische Regime abzuschrecken.

Die militärische Antwort sei ein "begrenzter und gezielter Schlag", betonte die Premierministerin weiter. "Wir können nicht zulassen, dass der Einsatz von Chemiewaffen normal wird - in Syrien, auf den Straßen in Großbritannien oder irgendwo anders in unserer Welt", sagte May. Es gehe weder darum, in einen Bürgerkrieg einzugreifen, noch um einen Regimewechsel.

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Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums haben vier Kampfflugzeuge der Royal Air Force Raketen auf eine Militäreinrichtung nahe der Stadt Homs gefeuert. In der früheren Raketenbasis wurden dem Ministerium zufolge Produkte für chemische Kampfstoffe gelagert. Dies sei ein Bruch der Chemiewaffenkonvention, hieß es in einer Mitteilung. Das Ziel lag etwa 24 Kilometer westlich von Homs entfernt. "Der Gebrauch chemischer Waffen ist grundsätzlich inakzeptabel", wird Verteidigungsminister Gavin Williamson in der Mitteilung zitiert. Die internationale Gemeinschaft habe darauf "mit legaler und angemessener militärischer Stärke" geantwortet.

"Suchen keine Konfrontation"

Die USA, Großbritannien und Frankreich hatten Syrien in der Nacht zum Samstag angegriffen. Während sich der französische Präsident Emmanuel Macron noch nicht ausführlich zu dem Militärschlag geäußert hat, erklärte seine Verteidigungsministerin Florence Parly, die westliche Koalition suche nicht die Konfrontation und weise jede Logik militärischer Eskalation zurück. "Deshalb haben wir mit unseren Verbündeten darauf geachtet, dass die Russen vorher gewarnt werden."

Die Angriffe galten demnach drei Zielen, die zum "verborgenen Chemieprogramm Syriens gehören". "Das Haupt-Forschungszentrum dieses Programms und zwei wichtige Produktionsstätten wurden angegriffen", sagte Parly. Damit sei die Fähigkeit Syriens getroffen worden, chemische Waffen zu entwickeln und herzustellen.

Parly zufolge hat die französische Armee Fregatten und Kampfflugzeuge eingesetzt, um Marschflugkörper abzuschießen. Die Flugzeuge seien von verschiedenen Stützpunkten in Frankreich gestartet. Eine präzise Bilanz der Angriffe werde in den kommenden Stunden veröffentlicht.

Von der Bundesregierung gibt es bisher noch keine Stellungnahme.

Drei Angriffsziele: Nahezu zeitgleich schlugen US-amerikanische, britische und französische Raketen bei Damaskus und an zwei Stellen bei Him Shinshar westlich von Homs ein.

Drei Angriffsziele: Nahezu zeitgleich schlugen US-amerikanische, britische und französische Raketen bei Damaskus und an zwei Stellen bei Him Shinshar westlich von Homs ein.

(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Quelle: n-tv.de , chr/dpa

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