Politik

"So Gott will" Hariri kündigt Rückkehr nach Libanon an

Saad Hariri bei einem TV-Interview in Saudi-Arabien.

Saad Hariri bei einem TV-Interview in Saudi-Arabien.

(Foto: AP)

Die Situation des zurückgetretenen libanesischen Regierungschefs Hariri bleibt undurchsichtig. Der 47-Jährige will zeitnah wieder in seinem Heimatland sein. Unklar ist nach wie vor, ob er in Saudi-Arabien festgehalten wird.

Nach seiner Rücktrittserklärung hat Libanons Ministerpräsident Saad Hariri angekündigt, innerhalb von zwei Tagen aus Saudi-Arabien in seine Heimat zurückzukehren. "Mir geht es gut und, so Gott will, werde ich in den nächsten zwei Tagen zurückkommen", twitterte der 47-Jährige. Angesichts der Gerüchte, er sei von Riad zu der Rücktrittsankündigung Anfang November gezwungen worden und werde dort festgehalten, rief er dazu auf, Ruhe zu bewahren.

Hariri hat die Golfregion in den vergangenen zehn Tagen nicht verlassen, nachdem er bei seiner Erklärung am 4. November auch angedeutet hatte, dass im Libanon ein Mordkomplott gegen ihn geplant sei. Der Sunnit, der sich zudem gegen die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah und deren Schutzmacht Iran wandte, hatte den Libanon mit seiner Rücktrittsankündigung in eine politische Krise gestürzt. Saudi-Arabien, dem Hariri nahe steht, und der Iran ringen um Einfluss in der Region.

Frankreich schaltet sich ein

Derweil rief Frankreichs Premierminister Edouard Philippe "alle, die im Libanon Einfluss ausüben" auf, "sich dafür einsetzen, dass die Situation schnellstmöglich zur Normalität zurückkehren kann". "Es geht darum, dass Herr Hariri frei in sein Land zurückkehren kann, um seine Situation zu klären", sagte er.

Frankreich hat traditionell enge Beziehungen zum Libanon, Präsident Emmanuel Macron beriet in Paris mit dem libanesischen Außenminister Gebran Bassil über die Lage. Zuvor hatte dieser die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini besucht. Die EU hatte Staaten wie Saudi-Arabien und den Iran am Montag aufgefordert, sich aus der Politik des Libanons herauszuhalten.

Bevor Hariri seine Botschaft bei Twitter veröffentlichte, traf er erstmals wieder einen libanesischen Funktionär in Riad, den maronitischen Patriarchen Bechara Boutros Rai.

Quelle: n-tv.de , wne/dpa

Mehr zum Thema