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Bewaffnungsfähige Fluggeräte Ausschuss bewilligt Bundeswehr-Drohnen

Bald mietet die Bundeswehr bewaffnungsfähige Drohen an.

Bald mietet die Bundeswehr bewaffnungsfähige Drohen an.

(Foto: picture alliance / dpa)

Lange ringt die Politik um die Anschaffung von bewaffnungsfähigen Drohnen, nun macht der Haushaltsausschuss den Weg frei für die Bestellung der fünf Fluggeräte. Über eine Bewaffnung soll aber erst später entschieden werden.

Die Bundeswehr erhält für rund eine Milliarde Euro erstmals bewaffnungsfähige Drohnen. Der Haushaltsausschuss des Bundestages habe grünes Licht für die Anmietung von fünf Fluggeräten des Typs Heron TP vom israelischen Hersteller IAI gegeben, hieß es aus Kreisen des Ausschusses. Die Wartung übernimmt Airbus. Außerhalb des Einsatzes sollen die Drohnen in Israel stationiert werden. Für den Einsatz in einer ersten Mission würden weitere 100 Millionen Euro fällig, für eine zweite noch einmal 210 Millionen.

Bisher nutzt die Bundeswehr in Afghanistan und Mali das Vorgängermodell Heron 1, das nicht bewaffnet werden kann. Über die Beschaffung von Munition und Ausbildung deutscher Soldaten für den Einsatz der Waffen soll erst später entschieden werden. Unbewaffnet kann die Drohne wie schon Heron 1 Aufklärungseinsätze fliegen. In der vergangenen Legislaturperiode war die Beschaffung von Heron TP überraschend am Widerstand der SPD gescheitert.

Über die Anschaffung von Kampfdrohnen wird kontrovers diskutiert. Die Luftwaffe fordert seit vielen Jahren Kampfdrohnen zum Schutz der eigenen Soldaten in den Einsatzgebieten. Kritiker meinen dagegen, die ferngesteuerten Flugzeuge senkten die Hemmschwelle zum Waffeneinsatz. Aufklärungsdrohnen setzt die Bundeswehr seit Jahren ein, derzeit in Mali und Afghanistan. Sie sind zu klein, um sie mit Waffen aufzurüsten.

Nur eine Übergangslösung

Von der Leyen hatte sich Anfang 2016 daher entschieden, die "Heron TP" zu beschaffen. Sie ist 14 Meter lang, hat eine Spannweite von 26 Metern, eine größere Reichweite und kann bei Bedarf mit Raketen bewaffnet werden.  Die "Heron TP" soll nur eine Übergangslösung bis zur Entwicklung einer europäischen Drohne sein. Da das Prestigeprojekt aber frühestens 2025 fertig sein wird, sollen die israelischen Drohnen angemietet werden.

"Mit dieser Entscheidung machen wir einen Quantensprung im Bereich der unbemannten Luftfahrzeuge", sagte Luftwaffen-Inspekteur Ingo Gerhartz. "Mit der weitaus besseren Aufklärungssensorik und der gleichzeitig längeren Stehzeit in der Luft können wir den Schutz unserer Soldatinnen und Soldaten im Einsatz wesentlich verbessern." Heron TP kann nach offiziellen Angaben doppelt so lange in der Luft bleiben wie das Vorgängermodell, das bereits über 24 Stunden Stehzeit schafft. Der US-Konzern General Atomics, der das Konkurrenzmodell Predator B baut, hatte vergeblich gegen die Entscheidung des deutschen Verteidigungsministeriums für Heron TP geklagt.

Das Ministerium begründete seinen Entschluss damit, dass Israel bereit sei, der Bundeswehr tiefen Einblick in die technischen Daten des Geräts zu gewähren. Predator B wäre dagegen mit einer sogenannten Black Box geliefert worden, in die die Deutschen nicht hätten hineinschauen können. Zudem arbeite die Bundeswehr seit Jahren mit dem Vorgängermodell Heron, was die Umstellung erleichtere.

Quelle: n-tv.de , sgu/dpa/rts

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