Politik

Saudische Koalition wütet im Jemen Amnesty prangert Kriegsverbrechen an

Tausende Kinder wurden in dem Krieg schon verletzt. Mindestens 500 wurden seit Ende März getötet.

Tausende Kinder wurden in dem Krieg schon verletzt. Mindestens 500 wurden seit Ende März getötet.

(Foto: REUTERS)

Im Jemen soll die saudisch angeführte Militärkoalition laut Amnesty International rechtswidrige Luftschläge durchgeführt haben. Mehr als jedes fünfte Todesopfer ist ein Kind. Auch in UN-Gremien sehen Beamte Kriegsverbrechen - sie haben aber keine Handhabe.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition Kriegsverbrechen im Jemen vor. Neue Erkenntnisse führten zu "noch mehr Beweisen für rechtswidrige Luftschläge des saudisch-geführten Bündnisses, von denen einige die Tragweite von Kriegsverbrechen haben", sagte Amnesty-Krisenberaterin Donatella Rovera zur Veröffentlichung eines entsprechenden Untersuchungsberichts.

Für den Bericht wurden 13 tödliche Luftangriffe auf die Stadt Saada im Norden des bitterarmen Bürgerkriegslandes untersucht, bei denen nach Angaben von Amnesty etwa 100 Zivilisten starben, darunter 59 Kinder. Dabei sei auch international geächtete Streumunition eingesetzt worden.

Insgesamt sind in den vergangenen Monaten mehr als 500 Kinder im Jemen getötet worden. Laut dem UN-Kinderhilfswerk (Unicef) geht ein Teil auf die Luftangriffe der saudischen Koalition zurück, viele Kinder seien aber auch bei Straßenkämpfen zwischen den Kriegsparteien ums Leben gekommen. Im Jemen, wo vier Fünftel der Bevölkerung jünger als 18 Jahre alt sind, benötigten etwa zehn Millionen Kinder dringend humanitäre Hilfe. Es könnten mehr Minderjährige an Krankheiten sterben als durch Bomben oder Kugeln.

Sind amerikanische Waffen im Einsatz?

Amnesty International forderte Waffenexporteure wie die USA auf, sicherzustellen, dass verkauftes Kriegsgerät nicht zur Verletzung der Menschenrechte benutzt werde. Deutsche Rüstungsunternehmen verkauften 2014 Güter mit einem Gesamtwert von 209 Millionen Euro an Saudi-Arabien.

Die sunnitische Militärallianz unter saudischer Führung bombardiert den Jemen seit mehr als einem halben Jahr aus der Luft. Ziele sind dabei Stellungen der aufständischen Huthi-Rebellen, die gegen Anhänger des Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi kämpfen. Insgesamt wurden laut UN bisher knapp 2400 Menschen getötet.

Ein von den Niederlanden ausgearbeiteter Resolutionsentwurf für den UN-Menschenrechtsrat sah umfassende internationale Untersuchungen zu Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen im Jemen seit September 2014 vor. Unter dem Druck Saudi-Arabiens und mit Unterstützung der USA und Großbritanniens wurde der Entwurf vergangene Woche zurückgezogen. Stattdessen nahm der UN-Menschenrechtsrat eine von Saudi-Arabien vorgelegte Resolution an. Darin wird die UNO lediglich aufgefordert, eine nationale Untersuchung zu unterstützen.

Quelle: n-tv.de , nsc/dpa/AFP

Mehr zum Thema