Politik

Spezial-Flughafen bei Hannover A400M-Militärbasis kostet 750 Millionen Euro

Das neue Lastentier der Bundeswehr: Von den bislang ausgelieferten A400M sind längst noch nicht alle einsatzbereit.

Das neue Lastentier der Bundeswehr: Von den bislang ausgelieferten A400M sind längst noch nicht alle einsatzbereit.

(Foto: imago/photothek)

Der A400M gerät wegen der explodierenden Kosten immer wieder in die Kritik. Nun kommt ein weiterer kostenintensiver Posten hinzu: Die modernen Transportmaschinen brauchen einen Heimatstandort. Und dieser muss extra ausgebaut werden.

Der Luftwaffen-Standort Wunstorf in Niedersachsen entwickelt sich zur Drehscheibe für weltweite Militär-Einsätze. Die Kosten für die Modernisierung der Heimatbasis des Militärtransporters A400M schätzt das Landesfinanzministerium jetzt auf insgesamt 750 Millionen Euro.

Laut einer Mitteilung des Ministeriums, das auch für das staatliche Baumanagement in Wunstorf zuständig ist, wurden zwischen August 2009 und Dezember 2016 etwa 450 Millionen Euro ausgegeben. Die bis 2028 "und gegebenenfalls darüber hinaus" fortgeführte Modernisierung dürfte bis zum Ende des Ausbaus weitere 300 Millionen Euro kosten.

Video

Aktuell sind von den 19 bislang ausgelieferten neuen Transportflugzeugen nur etwa acht einsatzbereit. Die A400M gilt zwar als modernster Militär-Transporter der Welt, bei der Entwicklung und auch nach Auslieferung der ersten Flieger an die Bundeswehr ab Dezember 2014 gab es aber immer wieder technische Probleme.

Insgesamt 53 Flugzeuge bestellt

Deutschland hat insgesamt 53 Maschinen beim Hersteller Airbus bestellt, um die ein halbes Jahrhundert alten Transportflugzeuge vom Typ Transall zu ersetzen. Die Probleme haben die Auslieferung nach Angaben des Verteidigungsministeriums aber um mehr als elf Jahre verzögert, die Kosten liegen inzwischen 1,5 Milliarden Euro über der ursprünglich veranschlagten Summe.

Bislang wird die Maschine unter anderem als Tankflugzeug genutzt. Zudem plant die Bundeswehr den Transportflieger als "fliegende Intensivstation" einzusetzen. Dafür stellte die Luftwaffe Ende Juli einen als Sanitätsflugzeug ausgerüsteten Flieger vor. Darin sollen bei einem Evakuierungseinsatz bis zu sechs Patienten behandelt werden können. Mit diesem Flugzeug können dann im Notfall auch verletzte Reisende aus Krisengebieten im Ausland zurück nach Deutschland transportiert werden.

Quelle: n-tv.de , kpi/dpa/AFP

Mehr zum Thema