Politik

Liveticker zum CDU-Parteitag +++ 21:59 Delegierte unterstützen UN-Migrationspakt +++

Der CDU-Parteitag stimmt für einen Antrag des Bundesvorstandes zum umstrittenen UN-Migrationspakt. Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus sagt, in den vergangenen Wochen sei deutlich geworden, dass es eine beispiellose "Kampagne gegen den Migrationspakt gibt". Teil dieser Kampagne sei "das bewusste Weglassen von Fakten". Bundeskanzlerin Merkel kann nun am kommenden Montag mit einem positiven Votum ihrer Partei nach Marokko reisen.

+++ 21:48 Schäuble: "Habe keine Schlacht gegen Merkel geführt" +++
Wolfgang Schäuble wehrt sich gegen den Eindruck, er habe mit seinem Einsatz für Merz eine Kampagne gegen die Kanzlerin geführt. "Ich habe überhaupt keine Schlacht gegen Frau Merkel geführt", sagt Schäuble im ZDF. Er drücke seine Meinung immer klar aus und die Delegierten hätten mit ihrer Mehrheit anders entschieden. So sei die Demokratie.

+++ 21:42 "Tischwahlkabine" steht nicht im Duden +++
Nach dem CDU-Parteitag hat das Wort "Tischwahlkabine" womöglich gute Chancen, in den Duden aufgenommen zu werden. Denn bisher steht der Begriff nicht drin, wie der Verlag auf Twitter mitteilt. "Bevor die ersten Fragen dazu kommen: Tischwahlkabine steht nicht im Duden!", hieß es dort. Erste Forderungen, das Wort aufzunehmen, gibt es schon.

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+++ 21:10 CDU-Vize: Geringste Zustimmung für von der Leyen  +++
Der CDU-Parteitag hat die fünf Stellvertreter von AKK gewählt. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier erhält mit 90,04 Prozent die meiste Zustimmung, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bekommt mit 57,47 Prozent die geringste Stimmenzahl. Weitere stellvertretende CDU-Vorsitzende sind Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (86,0 Prozent), NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (75,62) und Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (59,34).

+++ 20:55 AKK traut sich das Kanzleramt zu  +++
Kramp-Karrenbauer traut sich auch das Kanzleramt zu. "Wenn ich mir das nicht zutrauen würde, dann hätte ich nicht für Parteivorsitz kandidiert", sagt sie im ZDF. In einem ARD-Interview betont sie mit Blick auf eine Kanzlerkandidatur ebenfalls: "Das ist ein Anspruch, der mit dem Parteivorsitz einhergeht."

+++ 20:44 Siemens-Chef Kaeser lobt die CDU +++
Siemens-Chef Joe Kaeser lobt die CDU für ihren Auswahlprozess der neuen Parteispitze. "Wir kritisieren oft die Parteien. Das war klasse und gut für unser Land!", twittert Kaeser.

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+++ 20:14 Das sagt Herr Karrenbauer +++
Helmut Karrenbauer, Ehemann der frisch gewählten CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer, freut sich über den Erfolg seiner Frau. Er sei "überwältigt und superglücklich", sagte er der "Rheinischen Post", nachdem Kramp-Karrenbauer sich am Freitag gegen ihre Mitbewerber Jens Spahn und Friedrich Merz durchgesetzt hatte. "Ich habe es mir so für sie gewünscht, auch wenn es jetzt weiterhin heißt: Helmut allein Zuhaus", so Karrenbauer weiter. Das Paar hat drei erwachsene Kinder.

+++ 19:58 Weidel nennt Kramp-Karrenbauer "Merkel 2.0" +++
Mit der Wahl Kramp-Karrenbauers verliert die CDU nach den Worten der stellvertretenden AfD-Vorsitzenden Alice Weidel endgültig ihr konservatives Profil. "Kramp-Karrenbauer bedeutet: Weiter so! Sie ist Merkel 2.0", twittert sie. Mit ihr werde sich der Linkskurs der CDU fortsetzen. "Damit haben auch die letzten konservativen Christdemokraten ihren Kampf verloren und in der Union keine politische Heimat mehr."

+++ 19:47 Spahn, Mohring und Kretschmer ins Präsidium gewählt +++
Zumindest einen Wahlerfolg kann Jens Spahn heute verbuchen. Er wurde mit 89 Prozent der Stimmen ins CDU-Präsidium gewählt. Auch die beiden Ostdeutschen Michael Kretschmer und Mike Mohring sind in das Präsidium ihrer Partei gewählt worden. Auf dem CDU-Parteitag in Hamburg erhielt der sächsische Ministerpräsident Kretschmer knapp 83 Prozent der gültigen Stimmen, Thüringens CDU-Vorsitzender Mike Mohring kam auf knapp 73 Prozent. Die beiden Politiker treten im kommenden Jahr jeweils zu Landtagswahlen an.

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+++ 19:35 Generalsekretär wird Samstag bestimmt  +++
Die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat angekündigt, dass sie am Samstagvormittag einen Vorschlag "für einen Generalsekretär oder eine Generalsekretärin" präsentieren will. Derzeit werde ein Team zusammengestellt, das die künftige Arbeit in der Partei strukturieren solle.

+++ 19:24 CDU postet erstes Interview mit AKK  +++
Ihr erstes Interview als CDU-Vorsitzende gibt Annegret Kramp-Karrenbauer - der CDU. Auf Twitter postet die Partei ein Video. Darin erzählt sie wenig Neues, nur dass ihr Mann ihr während der Abstimmung die Hand gehalten habe. Dass er aber mehr gezittert habe als sie.

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+++ 18:57 CDU-Vizevorsitzende im Amt bestätigt  +++
Der CDU-Parteitag hat die engste Führungsspitze um die neue Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer gewählt. Stellvertretende Vorsitzende bleiben Volker Bouffier (Ministerpräsident Hessen), Julia Klöckner (Bundesagrarministerin), Armin Laschet (Ministerpräsident Nordrhein-Westfalen), Thomas Strobl (Innenminister Baden-Württemberg) und Ursula von der Leyen (Verteidigungsministerin).

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+++ 18:48 AKK antwortet Seehofer per Twitter +++
Seinen ersten Tweet widmet Horst Seehofer der neuen CDU-Vorsitzenden. Und Annegret Kramp-Karrenbauer antwortet dem CSU-Chef ebenfalls per Zwitscherei. Ob das ein Zeichen für mehr Harmonie zwischen den Schwesternparteien ist? Unionsanhänger dürften das hoffen.

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+++ 18:39 Nahles: AKK tritt in große Fußstapfen +++
Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles hat der neuen CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer eine gute Zusammenarbeit in der Koalition angeboten. "Sie tritt in große Fußstapfen", erklärte Nahles am Freitag nach der Wahl Kramp-Karrenbauers. "Ich wünsche ihr dabei viel Erfolg." Jetzt gehe es darum, Probleme zu lösen, betonte Nahles und zählte auf: "Die Zukunft der Renten sichern, den Wert der Arbeit anerkennen, den Zusammenhalt in Europa stärken und vieles mehr." Die SPD-Partei- und Fraktionschefin fügte hinzu: "Ich biete in der Koalition gute Zusammenarbeit an."

+++ 18:27 Mittelstandsvereinigung stellt Forderung an AKK +++
Im parteiinternen Wahlkampf hatte sich die CDU-Mittelstandsvereinigung noch für Friedrich Merz ausgesprochen. Doch deren Vorsitzender, Carsten Linnemann, will auch mit Annegret Kramp-Karrenbauer zusammenarbeiten. "Meine Unterstützung hat sie", sagte er bei n-tv. Sie müsse dafür sorgen, dass die Union sich wieder stärker von anderen Parteien unterscheidet. Er sprach sich dennoch dafür aus, dass Friedrich Merz weiter wichtige Posten in der Partei übernimmt.

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+++ 18:14 Brinkhaus: Partei will debattieren +++
Der Unionsfraktionschef im Bundestag ist angetan von den zurückliegenden Regionalkonferenzen und der Vorstandswahl. "Der ganze Prozess hat gezeigt, dass das allen Mitgliedern Spaß gemacht hat. Mitglieder wollen debattieren", sagte Ralph Brinkhaus bei n-tv. Die neue Parteivorsitzende müsse genau das ermöglichen. Friedrich Merz habe gezeigt, dass "wir eine große Breite in der Partei haben".

+++ 17:59 Spahn: "Freue mich für AKK" +++
Jens Spahn gibt sich bei n-tv als fairer Verlierer. "Ich freue mich für Annegret Kramp-Karrenbauer", sagte er. Es fühle sich richtig an, kandidiert zu haben. Die Partei forderte er auf, "dass wir weiter so debattieren". "Ich glaube es hat dem Wettbewerb gut getan, dass wir drei Kandidaten waren." Spahn begrüßte, dass sein Kontrahent Friedrich Merz weiter aktiv bleiben wolle. Ob es eine formale Einbindung, ein sichtbares Amt, gebe, müsse dieser selbst entscheiden. Dass Merz einer der drei Bewerber war, habe der Partei gut getan.

+++ 17:42 Ziemiak äußert sich zu Generalsekretär-Gerücht +++
Er ist ein heißer Kandidat auf den Posten des Generalsekretärs der CDU: Paul Ziemiak. Bei n-tv sagt der Chef der Jungen Union, er wisse nicht, ob er es werde. Er habe keinen Anruf erhalten. "Ich höre das permanent und habe es gelesen. Ich weiß genauso viel wie Sie, wer das am Ende wird", sagte er. Er wünsche sich, dass Jens Spahn und Friedrich Merz weiterhin "an Bord" seien. "Ich fände es gut, wenn Merz an führender Stelle sichtbar in der Bundespolitik wäre."

+++ 17:33 Spahn bietet AKK Zusammenarbeit an +++
Spahn bietet Kramp-Karrenbauer die Zusammenarbeit in einem "guten Team" an. "Wir sind ja so ein bisschen wie eine Rockband gemeinsam durch Deutschland getourt." Man habe sich bei den Regionalkonferenzen näher kennengelernt. Es hat echt Spaß gemacht. Ich habe immer gesagt: Ja, ich kandidiere für die Führung des Teams. Aber ich möchte in jedem Fall im Team bleiben."

+++ 17:20 Seehofer widmet ersten Tweet AKK +++
Seit einiger Zeit verfügt Innenminister Horst Seehofer über einen Twitter-Account - nun hat er seinen ersten Tweet abgesetzt. Und den widmet er der neuen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer.

 

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+++ 17:07 Merz gratuliert Kramp-Karrenbauer +++
"Liebe Annegret, herzlichen Glückwunsch." Diese schlichten Worte spricht Friedrich Merz, nachdem er ans Rednerpult getreten ist. Der Unterlegene im Kampf um den Parteivorsitz zeigt Größe: "Ich möchte alle bitten, die mich gewählt haben, jetzt ihre ganze Kraft und ihre ganze Unterstützung unserer neuen Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer zu geben", ruft er in den Saal. Und als er sagt, er persönlich sei gerne bereit, die Partei auch in den kommenden Jahren zu unterstützen, erhebt sich Jubel. Dann ruft er noch dazu auf, Jens Spahn ins Präsidium der Partei zu wählen. Er selber wird nicht dafür kandidieren.

Merz.

Merz.

(Foto: imago/Sammy Minkoff)

+++ 16:57 Kramp-Karrenbauer folgt Merkel als CDU-Chefin +++
Die CDU hat eine neue Vorsitzende: Annegret Kramp-Karrenbauer. Die frühere saarländische Ministerpräsidentin setzt sich in der Stichwahl gegen Friedrich Merz mit 51,7 Prozent der Stimmen knapp durch.  Kramp-Karrenbauer bekam 517 Stimmen, Merz 482. Die Saarländerin bedankte sich bei ihren Kontrahenten für den "fairen Wettbewerb". Nun ist die spannende Frage, wer ihr Generalsekretär wird und wie sie auf die Merz-Anhänger zugeht.

Kramp-Karrenbauer setzte sich knapp durch.

Kramp-Karrenbauer setzte sich knapp durch.

(Foto: imago/Future Image)

+++ 16:35 "Märchenstunde beim #cduparteitag" - so kommentiert Twitter +++
Während im zweiten Wahlgang gewählt und ausgezählt wird, schauen Sie doch mal, wie der Parteitag so bei Twitter kommentiert wird: das geht hier.

+++ 16:14 AKK und Merz gehen in die Stichwahl +++
Es kommt zu einer Stichwahl. Im ersten Wahlgang bekommt keiner der drei Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit.

Hier die Zahlen: Abgegeben wurden 999 Stimmen, für einen Sieg wären also 500 nötig gewesen. Kramp-Karrenbauer kommt auf 450 Stimmen (45,0 Prozent), Merz auf 392 (39,2 Prozent), Spahn auf 157 (15,7 Prozent). Es gab keine ungültigen Stimmen und keine Enthaltungen. Spahn scheidet damit aus - mit einem mehr als beachtlichen Ergebnis. AKK und Merz gehen in die Stichwahl, die sich direkt anschließt. Es bleibt spannend.

+++ 16:11 Neuer Generalsekretär könnte schnell feststehen +++
Nachgetragen sei noch ein Moment aus der Fragerunde. Dabei ging es darum, wer Generalsekretär werden solle. Merz will dazu, im Falle seiner Wahl, Samstagfrüh einen Vorschlag machen. Spahn hat es dagegen nicht eilig: Er wolle einen anderen Zeitpunkt suchen, nicht heute, sagt er. Amtsinhaberin Kramp-Karrenbauer sagt, die Partei habe ein Recht, das schnell zu erfahren. Schon heute nachmittag oder morgen früh will sie ihren Vorschlag bekanntgeben. So sie denn gewählt wird.

Aus Delegiertenkreisen heißt es, dass nicht ausgeschlossen ist, dass AKK das Amt behalten könnte, sollte Merz Vorsitzender werden.

+++ 15:55 Parteitag wird für die Auszählung unterbrochen +++
Der erste Wahlgang ist geschlossen. Der Parteitag wird für die Auszählung unterbrochen.

Für die Pause empfehle ich Ihnen den Text meines Kollegen Jürgen Wutschke, der die Rede Angela Merkels analysiert hat.

Video

 

+++ 15:40 Kanzlerin, aber nicht Parteichefin - ein Novum in der CDU +++
Übrigens: Merkel gibt den CDU-Vorsitz ab, will aber Kanzlerin bleiben. Das gab es in der CDU noch nie. In drei Fällen übernahmen jedoch Regierungschefs nachträglich den Parteivorsitz.

+++ 15:34 Die Fragerunde geht zu Ende - die Wahl steht an +++
Die Fragerunde geht zu Ende. Es ging etwa um Dieselfahrverbote, den Lebensschutz, aber auch um die Motivation der Kandidaten oder die Frage, wie man die Strömungen der Partei wieder zusammenführen könne. Manch ein Beobachter dürfte das stark an die Regionalkonferenzen erinnern.

Gleich wird es jedoch spannend: Dann steht der erste Wahlgang an. Zur Erinnerung: Gewählt ist nur, wer die absolute Mehrheit erreicht, also mehr als 50 Prozent. Abgeben können die Delegierten ihre Stimmen in den mobilen Wahlkabinen an ihren Plätzen.

Hier wird gewählt.

Hier wird gewählt.

(Foto: dpa)

+++ 15:05 Spahn: "Werde auch in Zukunft manche Debatte anstoßen" +++
"Ich bin etwas gelassener geworden in den letzten Wochen", sagt Spahn. Er freut sich über die Entwicklung der CDU in den letzten Wochen. "Lasst uns diesen gemeinsamen Geist, auch die Debatte, bewahren", fordert er. Dies müsse ein Startpunkt sein für mehr Debatte in der CDU. Zugleich kündigt er an, auch künftig unbequem bleiben zu wollen: "Ich werde auch in Zukunft manche Debatte anstoßen." Er verspricht "jeden Tag, jede Minute" für die Partei zu kämpfen.

Spahn weiß, dass er wohl keine Chance hat. Aber der zunächst zaghafte Applaus der Delegierten ist im Laufe seiner Rede stärker geworden. Vermutlich wird honoriert, dass er weiterkämpft.

(Foto: dpa)

Nun folgt eine Debatte über und mit den Kandidaten. Die Delegierten dürfen Fragen stellen.

+++ 14:59 Spahn fordert eine Verjüngung der CDU +++
Spahn fordert auch Änderungen in der Partei selbst. Er verweist etwa auf den hohen Altersdurchschnitt in der CDU. "Wir brauchen ein paar Jüngere, wenn wir die Zukunft dieses Landes gestalten wollen", sagt er. "Wir müssen auch attraktiv sein für die."

+++ 14:55 Spahn: "Ich laufe nicht weg, wenn es eng wird" +++
Laut Umfragen hat Spahn keine Chance bei der Wahl. Trotzdem gibt er sich kämpferisch: "Es fühlt sich richtig an, hier zu stehen. Ich laufe nicht weg, wenn es eng wird", sagt er - und erhält lauten Applaus.

+++ 14:50 Spahn: "Eine gute Zukunft braucht Ambitionen" +++
Nun spricht Jens Spahn. "Eine gute Zukunft braucht Ambitionen", sagt er. Sie brauche Tatendrang, aber manchmal auch Ungeduld - wohl in Anspielung darauf, dass einige Parteikollegen seine Kandidatur für verfrüht halten.

Wie schon auf den Regionalkonferenzen spricht er dann über seine Vision vom Jahr 2040.

+++ 14:44 Merz: ""Wir überlassen den Osten nicht den Populisten" +++
Merz spricht viele Themen an. Wie AKK erwähnt er die Werte der CDU: "Wir haben ein christliches Menschenbild und damit ein festes Wertefundament." Er kommt nochmal auf die Außenpolitik zu sprechen: "Die Amerikaner brauchen hin und wieder eine klare und eindeutige Ansage." Er spricht über die Große Koalition: "Es unterscheidet uns unverändert vieles von dieser SPD." Über die AfD: "Die Auszehrung des politischen Meinungsstreits in der Mitte verlagert mittlerweile den politischen Meinungsstreit auf die Ränder." Und über Ostdeutschland: "Wir überlassen den Osten Deutschlands nicht den Populisten von links und rechts." Außerdem bekennt er sich klar zu Europa.

Zum Ende spricht er noch darüber, ob er sich eine Zusammenarbeit mit einer Kanzlerin Merkel vorstellen kann. "Natürlich geht das gut", sagt er. Zudem kündigt er an, seine Gegenkandidaten in der "engsten Führungsmannschaft" halten zu wollen.

Merz' Rede, die weit länger als 20 Minuten dauert, ist eher nüchtern und analytisch. Allerdings erhält er lauteren Applaus als AKK zuvor.

+++ 14:28 Merz: "Wir brauchen eine Agenda für die Fleißigen" +++
"Wir brauchen eine Agenda für die Fleißigen", sagt Merz. Er meint Menschen, die "mit Arbeit und Fleiß" das Land stark machen würden. Als Beispiele nennt er etwa Polizisten, Krankenschwestern, Handwerker und Selbstständige. Diesen gehe es vor allem um eins: "Lasst uns in Ruhe arbeiten."

+++ 14:24 Merz fordert "Strategiewechsel im Umgang mit den Themen" +++
Anders als AKK legt Merz den ersten Schwerpunkt seiner Rede auf die Außenpolitik. Es geht etwa um die Bedrohung durch Russland oder die Präsidentschaft Donald Trumps in den USA, die vieles in Frage stelle. "Wir leben in einer Zeit des Umbruchs und des tiefen Wandels."

(Foto: REUTERS)

Danach spricht Merz darüber, dass die Volksparteien trotz der wirtschaftlich guten Zeiten an Zustimmung verlieren würden. Stattdessen würde die AfD in allen Landesparlamenten sitzen. "Dieser Zustand ist für mich einfach unerträglich", so Merz. Er fordert "einen Strategiewechsel im Umgang mit den Themen und dem politischen Wettbewerber und vor allem in der Kommunikation mit den Menschen in unserem Land".

+++ 14:18 Merz: "Von diesem Parteitag muss ein Signal des Aufbruchs ausgehen" +++
"Von diesem Parteitag muss ein Signal des Aufbruchs und der Erneuerung ausgehen", sagt Merz und würdigt kurz Merkel. Wie AKK spricht auch Merz darüber, dass die CDU die letzte große Volkspartei in Europa sei. "Das müssen wir auch bleiben", fügt er an.

+++ 14:15 Eine Minute Applaus für AKK +++
"Wir gehen heute den nächsten Schritt. Ich bin dazu bereit", sagt Kramp-Karrenbauer. Sie erhält für ihre Rede etwa eine Minute lang Applaus.

Nun ist Friedrich Merz an der Reihe.

+++ 14:10 AKK: "Wir sind das letzte Einhorn in Europa" +++
AKK spricht aber auch darüber, wie wichtig Werte für die Zukunft sind. "Dieser Kompass für die CDU kann nur das 'C' (für das Christentum) sein." Es sei der Leitstern der Partei.

Sie fährt fort: "Wir sind das letzte Einhorn in Europa, die letzte existierende große Volkspartei." Für diese Leistung dankt sie ausdrücklich Angela Merkel. Deutlich streitet sie ab, dass der Kampf um deren Nachfolge die Partei spalten könne. "Keiner dieser drei Kandidaten wird der Untergang für diese Partei sein", sagt sie und erntet dafür großen Applaus.

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+++ 14:06 AKK fordert erneut verpflichtendes Dienstjahr +++
Kramp-Karrenbauer hält eine sehr kämpferische Rede, in der sie mehr Mut fordert. Sie spricht Zukunftsthemen an, die Digitalisierung, aber etwa auch Probleme in ländlichen Gebieten. "Wenn wir Mut haben, dann schaffen wir ein Deutschland, in dem Zusammenhalt mehr bedeutet als Steuern zu zahlen", sagt sie. Erneut fordert sie ein verpflichtendes Dienstjahr für alle. "Diesen Staat gibt es nicht zum Nulltarif. Dieser Staat ist es wert, dass man sich dafür einsetzt", sagt sie.

+++ 13:56 AKK erklärt, warum sie in die CDU eingetreten ist +++
Nun stellen sich die Kandidaten vor. Es ist bei den drei bekannten Bewerbern geblieben. Sie haben jeweils 20 Minuten Redezeit.

Zuerst tritt Kramp-Karrenbauer ans Rednerpult. "Dies ist für mich ein besonderer Moment", sagt sie zu Beginn. Sie erinnert daran, dass sie 1981 in die CDU eingetreten ist. Es sei damals die Partei gewesen, die nicht den Schwarzmalern hinterhergelaufen sei. Es sei die Partei gewesen, die Kurs gehalten habe, mit Mut und Optimismus, mit Lust auf Zukunft. "Das war meine Partei und deshalb bin ich damals in die CDU eingetreten." Diesen Mut fordert sie nun auch von der heutigen CDU und sagt, aus dem "müsste, könnte, sollte" wieder das "wir machen" zu formen.

(Foto: REUTERS)

+++ 13:48 Kreise: Merz-Unterstützer haben kein Gewicht +++
Von einigen Delegierten heißt es hinter den Kulissen, Merz stehe zwar für die alte CDU, diese sei aber "nicht mehr zeitgemäß". Der oder die neue Parteichef/in müsse knappe Mehrheiten erringen - und das dürfte künftig schwieriger werden. Mit Blick auf mögliche Koalitionen seien Schwarz-Grün oder Jamaika unter Kramp-Karrenbauer eher zu bewerkstelligen. Auch heißt es, die alten Unterstützer von Merz - außer Schäuble - hätten "kein Gewicht mehr in der CDU." AKK stehe eher für Regierungsfähigkeit. Sie rechnen damit, dass AKK auch schon im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit bekommen kann. Aus dem Lager von Friedrich Merz dürften aber freilich andere Töne kommen.

+++ 13:30 Seehofer über Merkel: "Sie ist die Beste +++
CSU-Chef Seehofer wird angesichts des Abschieds von Merkel regelrecht emotional. Er bedauere nach eigenen Worten, dass sie sich von der CDU-Spitze zurückzieht. "Sie ist die Beste", sagt er dem "Spiegel". "Wir alle werden sie noch sehr vermissen." Trotz vieler Differenzen in den vergangenen Jahren hege er eine tiefe Sympathie für Merkel. "Wenn man so viel durchgestanden hat wie Angela Merkel und ich, dann bildet sich Verbundenheit, streckenweise sogar Zuneigung. Das kettet aneinander." Seehofer seinerseits gibt den CSU-Vorsitz Anfang 2019 ab. Er galt in der Union lange Zeit als einer der schärfsten Kritiker der Flüchtlingspolitik Merkels.

Nicht immer einer Meinung: Angela Merkel und Horst Seehofer.

Nicht immer einer Meinung: Angela Merkel und Horst Seehofer.

(Foto: picture alliance/dpa)

+++ 13:19 Strobl: "Risiko, dass Verletzungen bleiben, gibt es" +++
Erstmals seit den 70er-Jahren gibt es eine Kampfabstimmung um den CDU-Vorsitz. "Der Wettbewerb tut der Partei gut", sagt dazu der baden-württembergische Landeschef Thomas Strobl n-tv. Dies sei stilbildend für die Demokratie in Deutschland. Es gebe aber auch Risiken: "Das Risiko, dass Verletzungen bleiben, gibt es." Nach der Wahl müsse man wieder gut zusammenarbeiten. Gleichwohl nennt Strobl die bisherigen Auseinandersetzungen der Kandidaten fair. Deshalb äußert er sich optimistisch, dass man zu einer gemeinschaftlichen Arbeit zurückkehren könne.

+++ 12:59 Merkel hat "gläserne Decke für Frauen in der Politik durchbrochen" +++
Nach den Worten der Vorsitzenden der Frauen Union, Annette Widmann-Mauz, hat Merkel in den Jahren als CDU-Vorsitzende die "gläserne Decke für Frauen in der Politik durchbrochen" und gezeigt, dass Frauen höchste Staatsämter wahrnehmen "und vor allen Dingen auch ausfüllen können". "Du hast einen neuen Politikstil geprägt", fügt die CDU-Politikerin hinzu.

+++ 12:51 Das waren die bisherigen CDU-Chefs +++
Natürlich warten nun alle auf die Vorstellung der Kandidaten und die Wahl der Merkel-Nachfolgerin oder des Merkel-Nachfolgers. Daher an dieser Stelle ein Überblick über die bisherigen CDU-Chefs:

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Und eine Bilderserie, von Adenauer bis Merkel:

+++ 12:30 Merkel bekommt einen Taktstock geschenkt +++
Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier würdigt die Amtszeit Merkels als "außergewöhnliche Leistung". Deutschland sei heute ein "Hort außergewöhnlicher Stabilität", auch das sei eine der besonderen Leistungen Merkels, sagt Bouffier unter Applaus. Dann gibt es einen kleinen Film, der Merkel über die vergangenen Jahre zeigt. Am Ende steht da: "Danke für 18 Jahre Parteivorsitz".

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Und natürlich gibt es auch ein Geschenk für die scheidende Vorsitzende, die auch als großer Opernfan bekannt ist: Den originalen Taktstock von Kent Nagano, mit dem er im vergangenen Jahr beim G20-Gipfel in Hamburg vor den Staatsgästen in der Hamburger Elbphilharmonie Beethovens 9. Sinfonie dirigierte.

+++ 12:04 Merkel: "Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen" +++
"Es ist an der Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen", sagt Merkel. Sie sei von einem großen Gefühl der Dankbarkeit erfüllt. "Über 18 Jahre durfte ich Vorsitzende dieser großartigen, stolzen, einzigen Volkspartei sein. Es war mir eine große Freude, es war mir eine Ehre. Herzlichen Dank." Damit endet ihre letzte Rede als Parteichefin, in der sie einen großen Bogen vom Beginn bis zum Ende ihrer Amtszeit spannte.

PS: Die Delegierten applaudierten Merkel 9 Minuten und 23 Sekunden.

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+++ 12:01 CDU sollte den Anspruch haben, nicht in die Vergangenheit zu blicken +++
Merkel sagt weiter: "Unsere CDU ist heute eine andere als im Jahr 2000. Und das ist gut so, Denn die CDU des Jahres 2018, ist eine Partei, die den Anspruch hat, nicht in die Vergangenheit zu blicken, sondern sich auf die Zukunft auszurichten, mit neuen Köpfen, mit neuem Anspruch, aber mit bleibenden Werten."

Dann wird sie grundsätzlich: "Wir Christdemokraten grenzen uns ab, aber niemals grenzen wir aus. Wir Christdemokraten streiten, aber niemals hetzen wir oder machen andere Menschen nieder. Wir Christdemokraten machen keine Unterschiede bei der Würde der Menschen, wir spielen niemanden gegen den anderen aus. Wir Christdemokraten verlieren uns nicht in Selbstbeschäftigung und Selbstbespiegelung, sondern dienen den Menschen unseres Landes."

+++ 11:58 Merkel: "Haben uns gegenseitig etwas zugemutet" +++
Merkel erinnert auch an so manchen Zwist, den sie mit und in der Partei ausgefochten hat. Sie habe mit ihrem eher zurückhaltenden Führungsstil der Partei manches zugemutet. Wo die Partei einen scharfen und deftigen Angriff gegen den politischen Gegner erwartet habe, habe sie lieber mit dem Florett gekämpft, habe sie auch geschwiegen und sei nicht über jedes Stöckchen gesprungen. "Ich weiß sehr wohl, dass ich Eure Nerven damit sehr auf die Probe gestellt habe."

"Wir haben uns in all den Jahren gegenseitig etwas zugemutet. Aber wir wurden getragen von gegenseitigem Vertrauen. Dafür bedanke ich mich. Wir sind eine Familie", sagt sie. "Für meine Verbundenheit mit dieser Partei brauche ich keinen Parteivorsitz. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, einen Beitrag zu leisten, dass die Erneuerung unserer Partei gelingt."

+++ 11:53 Merkel verteidigt schwarze Null - und Entscheidung von 2015 +++
Die schwarze Null im Haushalt ist nach den Worten Merkels die richtige Antwort für Generationengerechtigkeit und Zukunftsgerechtigkeit. Zudem verteidigt sie, dass 2015 in einer humanitären Notlage Migranten aufgenommen worden seien. Trotzdem sei gesteuert und geordnet worden.

+++ 11:45 Merkel: "Konservativ kommt nicht von Konserve" +++

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+++ 11:43 Merkel: "Wir haben die Kraft, Wahlen zu gewinnen" +++
Merkel erinnert an die Wahlsiege der letzten Monate und Jahre - großer Applaus kommt, als sie die mehr als 40 Prozent der CDU im Saarland erwähnt, die die mögliche künftige Vorsitzende Kramp-Karrenbauer einfuhr. "Wir haben die Kraft, Trends zu brechen, Wahlen zu gewinnen, wenn wir zusammenstehen und gemeinsam kämpfen! Die Siege bei den Landtagswahlen im Saarland, in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen waren der entscheidende Schlüssel, Rot-Rot-Grün im Bund zu verhindern", so Merkel.

+++ 11:39 Merkel warnt vor Streit in der Union +++
"Wohin uns nicht enden wollender Streit führt, das haben CDU und CSU in den letzten Jahren bitter erfahren", sagt Merkel. Wohin Einigkeit führt, auch das habe man erfahren, sagt sie und verweist darauf, dass die CDU über 50 Jahre lang den Bundeskanzler gestellt habe. Damit dies auch weiterhin so bleibe, "dafür stellt dieser Parteitag die Weichen".

+++ 11:35 Merkel: "Wir haben zurück zur Sache gefunden" +++
Merkel erinnert danach an das Motto ihres ersten Parteitags als Vorsitzende im Jahr 2000. Dieser habe unter dem Leitsatz "Zur Sache" gestanden, woran es viel Kritik gegeben habe. "Typisch Merkel", sagt sie, "Sache, knochentrocken." Damals habe die CDU nach der Spendenaffäre vor dem Aus gestanden. "Doch wir haben nicht klein beigegeben", sagt Merkel. "Wir haben uns auf unsere eigenen Stärken besonnen." Man habe zurück zur Sache gefunden.

+++ 11:30 Merkel beginnt letzte Rede als Parteichefin +++
Nun beginnt Merkel ihre letzte Rede als CDU-Vorsitzende. 18 Jahre lang hat sie die Christdemokraten geführt. Zu Beginn bedankt sie sich bei den Mitarbeitern der Partei, die sie in all den Jahren begleitet haben. Großen Applaus bekommt CDU-Geschäftsführer Klaus Schüler, der etwa auch diesen Parteitag organisiert hat.

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Die Rede können Sie auch im Livestream von n-tv verfolgen.

+++ 11:29 Ziemiak: "Das Entscheidende werden heute die Reden sein" +++
Die drei Bewerber für den CDU-Vorsitz haben es nach Einschätzung des Chefs der Jungen Union, Paul Ziemiak, selbst in der Hand, möglichst viele Unterstützer zu sammeln. "Ich glaube, das Entscheidende werden heute die Reden sein", sagt er n-tv. Viele unentschlossene Delegierte würden davon ihre Entscheidung abhängig machen. Nach der Wahl gelte vor allem für die unterlegene Gruppe: "Am Ende müssen wir alle zusammenstehen."

+++ 11:17 Lausitzer Bergarbeiter demonstrieren in Hamburg +++
Rund 80 Bergarbeiter aus der Lausitz demonstrieren vor dem Haupteingang der Messe gegen einen schnellen Kohleausstieg und für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Sie halten Banner mit Aufschriften wie "Wir lassen die Lausitz nicht ausradieren" und "Unsere Arbeit sichert Wohlstand" in den Händen. Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie fordert, Kohlekraftwerke so lange weiter zu betreiben, "bis der maximale Strombedarf aus anderen Quellen wettbewerbsfähig gesichert werden kann".

(Foto: imago/Chris Emil Janßen)

+++ 11:11 Weitere Kandidaten können sich bis 12:30 Uhr melden +++
Bisher gibt es drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz. Weitere könnten sich aber noch auf dem Parteitag melden, sofern sie von einem Delegierten vorgeschlagen werden. Zeit haben sie dafür bis 12:30 Uhr, wie der Parteitag nun beschlossen hat.

 

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+++ 11:06 Welcher "Simpsons"-Charakter ist Friedrich Merz? +++
Während auf dem Parteitag noch Formalien geklärt werden, hier ein kleiner - nicht ernst gemeinter - Vergleich der Kandidaten mit "Simpsons"-Figuren:

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+++ 10:58 Merkel fordert Geschlossenheit nach Wahl des Nachfolgers +++
Merkel spricht von einem "besonderen Parteitag". Sie ruft ihre Partei nach der Wahl ihres Nachfolgers zur Geschlossenheit auf. Sie wünsche sich, dass die CDU aus dem Parteitag in Hamburg "gut gerüstet, motiviert und geschlossen" herausgehe. "Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingt."

An dieser Stelle ein kleiner Überblick über die Ergebnisse, die Merkel bei ihren Wahlen zur Parteivorsitzenden erhielt:

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+++ 10:49 Klöckner: "Wir haben mobilisiert, motiviert" +++
CDU-Vizechefin Julia Klöckner erwartet einen "sehr, sehr spannenden Tag". Bei n-tv lobt sie die drei Kandidaten Merz, Spahn und Kramp-Karrenbauer, die alle "sehr gute Parteichefs" werden könnten. "Das Gute ist, dass die drei Kandidaten sehr respektvoll miteinander umgegangen sind, dass auch deren Anhänger und Lager sich nicht verhakt haben." Das Gegenteil sei der Fall gewesen: "Wir haben mobilisiert, motiviert, und am Tag eins nach der Wahl, bin ich mir nahezu sicher, dass dann alle hinter dem oder der neuen Vorsitzenden stehen werden."

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+++ 10:39 Standing Ovations für Merkel +++
Der Parteitag ist offiziell eröffnet. Angela Merkel steht am Rednerpult und wird von den Delegierten mit Standing Ovations und langem, lautem Applaus willkommen geheißen. "Wir haben noch viel vor", sagt die scheidende Parteichefin in ihrer Geburtstadt und begrüßt die 1001 Delegierten und die vielen Gäste. Anschließend gedenken die Anwesenden der seit dem letzten Parteitag verstorbenen Parteimitglieder.

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+++ 10:33 Mohring: "Es ist ein historischer Parteitag" +++
"Es ist ein historischer Parteitag", sagt Thüringens Landeschef Mike Mohring bei n-tv. Es werde aber auch ein bisschen aufgeregt, fügt er an. Er erwartet ein spannendes Rennen zwischen Merz und AKK, will sich aber selbst nicht öffentlich festlegen. Zugleich traut er allen drei Kandidaten zu, die Partei wieder zu einen.

+++ 10:18 Altmaier: "Wir wählen keinen Kanzlerkandidaten" +++
Für Wirtschaftsminister Altmaier ist die Wahl eines neuen CDU-Parteivorsitzenden nicht mit der Nachfolge von Angela Merkel als Kanzlerin verbunden. "Wir wählen heute eine neue Parteivorsitzende, wir wählen keinen Kanzlerkandidaten und keine Kanzlerkandidatin", sagt er im Deutschlandfunk. Die Entscheidung, wer das Kanzleramt in Zukunft anführe, werde gemeinsam mit der CSU getroffen, etwa ein Jahr vor der Bundestagswahl "und wie die Umstände dann sind und wie die Wahl dann ausfällt, das kann niemand wissen".

+++ 10:06 So sieht der Zeitplan des Parteitags aus +++
Ein kleiner Blick auf den heutigen Zeitplan des Parteitags:

  • Um 10:30 Uhr wird er offiziell eröffnet.
  • Um 11:30 Uhr soll Angela Merkel ihre letzte Rede als CDU-Vorsitzende halten. Danach gibt es eine Aussprache, bei der auch Merkels Leistung gewürdigt werden soll.
  • Ab etwa 14 Uhr halten die (bisher drei) Kandidaten ihre kurzen Vorstellungsreden. Danach sind Fragen der Delegierten möglich.
  • Gegen 16:30 Uhr könnte dann der erste Wahlgang beginnen. Sollte kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichen (was erwartet wird), ist eine Stichwahl nötig, die direkt im Anschluss stattfinden würde.
  • Danach wird der übrige Parteivorstand gewählt: die Stellvertreter, das Präsidium und die Vorstandsmitglieder. Dabei werden mehrere Kampfkandidaturen erwartet.

In diesem Zusammenhang ein kleiner Blick auf die Zusammensetzung der Delegierten:

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+++ 09:50 Brinkhaus hält sich bedeckt +++
Einige CDU-Granden haben sich öffentlich für einen Kandidaten ausgesprochen - was teils Missmut bei Parteikollegen auslöste. Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hält nicht viel davon: "Ich werde mich auch weiterhin öffentlich zurückhalten", sagt er dem Deutschlandfunk. Er glaube, dass jeder der Delegierten für sich seine eigene Entscheidung treffen werde und nicht darauf hören werde, wer was vorher sagt. "Ich bleibe neutral, bis ich mein Kreuz mache", sagt er.

+++ 09:43 Parteitag auch im Livestream +++
Hier im Liveticker können Sie den Parteitag verfolgen, aber auch n-tv berichtet umfangreich live aus Hamburg. Den Livestream finden Sie hier.

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+++ 09:38 Parteitag "zwischen Muttermord, Orakeln und Rachegelüsten" +++
Auch die ausländische Presse berichtet intensiv vom Parteitag. "Es sind 1001 Delegierte der CDU beim Parteitag in Hamburg: Und es ist hier, wo sich die Schlacht um den Erben von Angela Merkel abspielt. Zwischen Muttermord, Orakeln und Rachegelüsten wird zwischen drei Herausforderern die Entscheidung fallen", schreibt die italienische "Corriere della Sera" etwas martialisch.

In der "Göteborgs-Posten" heißt es vorausschauend: "Es ist klar, dass die Richtungswahl in der CDU nicht nur eine interne Parteiangelegenheit ist. Sie hat Bedeutung für die politische Zukunft Deutschlands und indirekt dafür, wo der politische Schwerpunkt in Europa liegen soll."

+++ 09:32 Was der "Zauberer von Oz" mit dem Parteitag zu tun hat +++
Noch ein kleiner Blick in die noch fast leere Halle: Vielleicht fühlen sich ja ein paar Delegierte an den "Zauberer von Oz" erinnert. In dem Filmklassiker führt die gelbe Steinstraße zum Ziel.

(Foto: dpa)

 

+++ 09:25 Die mobilen Wahlkabinen liegen bereit +++
Ein bisschen weihnachtlich geht es auch zu auf dem Parteitag: Ein Schoko-Weihnachtsmann steckt in den Taschen für die Delegierten. Außerdem liegen bereits die mobilen Wahlkabinen bereit, mit denen die geheimen Abstimmungen durchgeführt werden.

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+++ 09:13 Spahn will den zweiten Wahlgang erreichen +++
Gesundheitsminister Jens Spahn lässt offen, wen er im Fall einer Stichwahl zwischen Merz und Kramp-Karrenbauer unterstützen würde. "Mein Ziel ist, dass ich im zweiten Wahlgang bin und dann unterstütze ich Jens Spahn", sagt der 38-Jährige im Südwestrundfunk.

Spahn schließt zudem aus, dass er seine Kandidatur kurzfristig noch zurückzieht. Die Wahlwerbung prominenter CDU-Politiker für seine Mitbewerber hindere ihn nicht daran, bis zur letzten Minute für seine Positionen zu werben.

+++ 08:56 Politologe: "Der Wahlkampf war für die Union ein Gewinn" +++
Wie haben sich die Kandidaten in den Regionalkonferenzen geschlagen? Wer hat die größten Chancen auf den CDU-Vorsitz? Der Politologe Albrecht von Lucke im Interview:

Video

+++ 08:43 Eine letzte Umfrage vor dem Parteitag: AKK liegt klar vorn +++
Alles deutet auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Kramp-Karrenbauer und Merz um den CDU-Vorsitz hin. In Umfragen ist das Bild dagegen eindeutig: Kurz vor dem Parteitag liegt laut RTL/n-tv-Trendbarometer AKK bei allen Wahlberechtigten mit 41 Prozent klar vor Merz mit 28 und Jens Spahn mit 5 Prozent. Bei den CDU-Wählern ist das Bild ähnlich: Hier liegt Kramp-Karrenbauer mit 49 Prozent deutlich vor Merz mit 35 und Spahn mit 6 Prozent.

Am Ende allerdings liegt die Wahl einzig bei den 1001 Delegierten des Parteitags.

(Forsa befragte dazu 1002 Menschen am 5. und 6. Dezember. Die Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozent.)

+++ 08:30 Gottesdienst im Michel eröffnet Parteitag +++
Der CDU-Parteitag beginnt ganz gediegen - und besinnt sich auf das "C" im Namen. Mit einem ökumenischen Gottesdienst sollen die Delegierten und Gäste wohl auf den Zusammenhalt eingeschworen werden und etwaige Grabenkämpfe hinter sich lassen. Der Gottesdienst findet übrigens im Hamburger Wahrzeichen, dem Michel, statt.

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+++ 08:18 Laschet: Gefahr einer Spaltung ist nicht da +++
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet legt sich auf keinen Kandidaten fest. "Ich würde mir keinen Tipp zutrauen", sagt der CDU-Politiker n-tv. Dass sich andere Parteikollegen auf eine Empfehlung festgelegt hätten, bringt Laschet nicht aus der Ruhe: "Jeder kann machen, wie er will." Wichtig sei jedoch, dass alle gut miteinander zusammenarbeiteten. Und einen kritischen Ton wagt er dann doch: Wenn jeder sich persönlich festgelegt habe, erleichtere das im Nachhinein nicht die Zusammenarbeit. Doch bisher sei die Gefahr einer Spaltung nicht da. Um dem weiterhin vorzubeugen, müsse die gesamte "Breite der Partei" eingebracht werden.

+++ 08:05 Leutheusser-Schnarrenberger lobt Merkel +++
Die frühere FDP-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat einen guten Eindruck von Kanzlerin und Noch-CDU-Chefin Angela Merkel. Sie sei in ihrer gemeinsamen Zeit in der Regierung "gut vorbereitet, analytisch, systematisch und eher nüchtern" gewesen, sagt Leutheusser-Schnarrenberger der "Süddeutschen Zeitung". Auf die Frage, ob Merkel mit ihrem Verzicht auf den Parteivorsitz nun eine "lame duck" im Kanzleramt sei, sagt die FDP-Politikerin: "Fakt ist doch: Merkel hat Macht, solange sie Kanzlerin ist." Hinzu komme die Anerkennung, die sie weltweit bekomme. "Es gibt kaum eine andere Persönlichkeit auf der Ebene der Regierungschefs, die über Ansehen, Erfahrung und Kontakte verfügen, wie derzeit Angela Merkel."

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+++ 07:44 Altmaier erneuert Kritik an Schäuble +++
Für seine Parteinahme ist Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble gescholten und gelobt worden. Seine Kritik wiederholt Wirtschaftsminister Peter Altmaier nun noch einmal im Deutschlandfunk. Er hätte es gut gefunden, wenn alle führenden CDU-Repräsentanten auf persönliche Empfehlungen für den Parteivorsitz verzichtet hätten. Er selbst habe sich erst (für Annegret Kramp-Karrenbauer) positioniert, nachdem Schäuble öffentlich Merz unterstützt habe. Doch nicht nur diese beiden haben sich im Vorfeld festgelegt. Vor der heutigen Abstimmung auf dem Hamburger Parteitag wagen sich viele prominente CDU-Politiker und -Verbände aus der Deckung. Eine Übersicht:

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+++ 07:25 Wen wünschen Sie sich als CDU-Parteichef? +++

Umfrage Showdown in Hamburg Wen wünschen Sie sich als CDU-Parteichef?

+++ 07:04 So wird der oder die neue CDU-Vorsitzende gewählt +++
Jeder der 1001 Delegierten hat eine Tischwahlkabine vor sich - die Wahl ist geheim. Gewählt ist, wer bei mehr als 50 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen (ohne Enthaltungen) landet. Dies kann im ersten Wahlgang theoretisch auch passieren, wenn mehr als zwei Kandidaten antreten. Ist dies nicht der Fall, findet eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen statt. Landen der Zweit- und Drittplatzierte bei genau der gleichen Stimmenzahl, muss der erste Wahlgang wiederholt werden. Bei der Stichwahl ist der Kandidat gewählt, der eine Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen erhält. Enthaltungen zählen dabei nicht mit.

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+++ 06:41 ZDF erklärt Merz vorzeitig zum Sieger +++
In einer Ankündigung für die Sendung "Was nun?" nimmt das ZDF die Wahl zum CDU-Parteivorsitzenden vorweg. Darin wird beschrieben, wie Friedrich Merz als neuer Chef auf kommende Aufgaben reagieren muss. "Wie will er die Union aufstellen und verlorene Wähler zurückgewinnen?", fragt der Sender. Inzwischen ist die Webseite mit der Ankündigung nicht mehr aufrufbar.

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+++ 06:26 CDU-Vize Strobl verteidigt Schäuble +++
Thomas Strobl findet es absurd, in der Aussage Wolfgang Schäubles "eine Abrechnung hineinzuinterpretieren". Der Bundestagspräsident hatte sich zu Friedrich Merz als neuen Parteichef bekannt. "Wolfgang Schäuble hat unter Bundeskanzlerin Angela Merkel im Kabinett unserem Land treu und loyal und hervorragend gedient", sagt der baden-württembergische Innenminister und CDU-Vize Strobl der "Rhein-Neckar-Zeitung".

Strobl ergänzt, er gehe von geordneten Verhältnissen nach dem Parteitag aus. "Angela Merkel und die oder der neue Parteivorsitzende werden sich nach dem Parteitag ausführlich und in Ruhe zusammensetzen, die Arbeitsgrundlage klären, dann kann das funktionieren." Strobl ist mit Christine Strobl, der Tochter von Wolfgang Schäuble, verheiratet.

+++ 06:13 Brinkhaus: Es wird ein knappes Rennen +++
"Es wird ein knappes Rennen. Es wird mitentscheidend sein, wer die Gunst der Stunde auf dem Parteitag am besten für sich nutzen kann. Die letzten Meter in dem Rennen werden entscheiden." Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus prophezeit eine knappe Entscheidung bei der Abstimmung über die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel als Parteivorsitzende. Er sehe vor der geplanten Wahl keinen Favoriten.

Der Fraktionsvorsitzende appelliert an alle drei Kandidaten, auch bei einer Niederlage weiterhin für die CDU zur Verfügung zu stehen. Die fairen Debatten bei den acht Regionalkonferenzen zur Vorstellung der Kandidaten hätten der Partei neuen Schwung gegeben. "Jeder der Kandidaten hat ein ganz besonderes Profil", sagt Brinkhaus. "Und jeder der drei tut der CDU gut. Deswegen hoffe ich, dass sich jeder Unterlegene dann auch einbinden lässt."

+++ 01:16 Scholz mahnt CDU, Koalitionsvertrag einzuhalten +++
Nicht nur für die CDU entscheidet sich auf dem Parteitag eine Menge. Auch der Koalitionspartner SPD muss mit einem Wechsel an der Spitze zurechtkommen. Vize-Kanzler Olaf Scholz spricht daher bereits im Vorfeld die Forderung aus, die CDU möge auch unter der künftigen neuen Parteiführung den Koalitionsvertrag einhalten. "Wir haben einen guten Koalitionsvertrag mit CDU und CSU verhandelt und ich gehe davon aus, dass sich alle weiter daran halten werden", sagt der Bundesfinanzminister der "Bild"-Zeitung. "Denn er gilt unabhängig von der Frage, wer CDU-Chef oder CDU-Chefin wird."

+++ 00:50 Von der Leyen ist über Schäuble verwundert +++
Ursula von der Leyen zeigt sich verwundert über die klare Positionierung Wolfgang Schäubles im Kampf um den Vorsitz der CDU. Dass sich Schäuble für Friedrich Merz ausgesprochen habe, habe sie "verblüfft", sagt von der Leyen am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Die Bundesverteidigungsministerin fügt hinzu, sie habe in den vergangenen Jahren erlebt, wie Schäuble Jens Spahn gefördert habe. Ihre Favoritin oder ihren Favoriten für das Amt nennt von der Leyen in der Sendung nicht. Noch-Parteichefin Angela Merkel und ihre fünf Stellvertreter hätten beschlossen, sich im Vorfeld der Abstimmung nicht zu positionieren. In der Partei gebe es jedenfalls vor dem Votum "viel Summen und Brummen".

Heute wählt der Parteitag eine neue CDU-Spitze. Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn kandidieren für den Vorsitz. Während Kramp-Karrenbauer derzeit das Amt der CDU-Generalsekretärin bekleidet und Spahn als Bundesgesundheitsminister im Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel sitzt, hatte sich der ehemalige Unionsfraktionschef Merz in den vergangenen Jahren weitgehend aus der Politik zurückgezogen.

Quelle: n-tv.de , vpe/mli/fzö/dpa/AFP/rts

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