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Rizin-Fund in Köln Tunesier hatte 11.000 Kontakte auf Handy

Mitte Juni durchsuchten Einsatzkräfte die Wohnung des Tunesiers in Köln.

Mitte Juni durchsuchten Einsatzkräfte die Wohnung des Tunesiers in Köln.

(Foto: picture alliance/dpa)

In der Wohnung eines Tunesiers in Köln wird das hochgiftige Rizin entdeckt. Offenbar plant der 29-Jährige den Bau einer Biobombe. Bei den Ermittlungen stoßen die Behörden nun auf Tausende Dateien und Kontakte des Mannes.

Bei dem in Köln festgenommenen mutmaßlichen Islamisten Sief Allah H., der unter Verdacht steht, einen Anschlag mit einer Biobombe vorbereitet zu haben, sind die Ermittler einem Medienbericht zufolge auf große Datenmengen gestoßen. Nach einer ersten Auswertung von zwei sichergestellten Handys gingen Beamte von Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt derzeit von etwa 180.000 Bildern, mehr als 2000 Video- und Audiodateien sowie über 33.000 Nachrichten aus, berichtete das Magazin "Der Spiegel".

"Allein auf einem Telefon fanden die Ermittler mehr als 9000 Chats, die nun übersetzt werden müssen, sowie diverse Anleitungen zum Bombenbau", schrieb das Blatt. Der Tatverdächtige habe mehr als 11.000 Kontakte gespeichert. Die Fahnder suchen laut "Spiegel" unter anderem nach möglichen Mitwissern.

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In der Wohnung des 29 Jahre alten Tunesiers war Mitte Juni hochgiftiges Rizin gefunden worden, außerdem wurden Utensilien für einen Sprengsatz entdeckt. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des dringenden Tatverdachts, biologische Waffen hergestellt zu haben. Sie sieht zudem einen Anfangsverdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Der Festgenommene hatte zudem offenbar auch schon seine Flucht geplant. "Reisevorbereitungen" und viele gekaufte Gegenstände wie ein Schlafsack deuteten auf diese Absicht hin, heißt es in einem Bericht von Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul, der Mitte dieser Woche an den Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags ging.

Inwiefern H. das Mitte Juni sichergestellte Biogift sowie die Utensilien für einen Sprengsatz "zur Begehung eines islamistisch motivierten Anschlags in der Bundesrepublik Deutschland einsetzen wollte", sei noch zu klären. In dem Bericht heißt es weiter: "Erkenntnisse zu möglichen Mittätern in Deutschland liegen nicht vor."

Quelle: n-tv.de , fzö/dpa

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