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Hackfleischwurf und Prügel Supermarkt-Schlägerei wird teuer für Paar

Hackfleisch eignet sich zwar als Wurfgeschoss, vorgesehen ist das aber von niemandem.

Hackfleisch eignet sich zwar als Wurfgeschoss, vorgesehen ist das aber von niemandem.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ein Rempler kann nerven, aber eine Schlägerei wie nun in einem Kölner Supermarkt muss sich nicht daraus entwickeln. Dort fliegen erst Hackfleisch- und Erdnusspackungen, dann die Fäuste. Vorm Amtsgericht versucht das beschuldigte Paar die Richterin zu belügen.

Das Hackfleisch flog quer durch den Laden: Wegen gefährlicher Körperverletzung hat das Kölner Amtsgericht ein Ehepaar zu einer Geldstrafe von 6900 Euro verurteilt. Eine 22-jährige Frau hatte eine andere Kundin im Vorbeigehen angerempelt. Die beschwerte sich darüber verbal, ein Wortgefecht entwickelte sich - das sei dann in eine körperliche Auseinandersetzung ausgeartet, sagte ein Gerichtssprecher.

Die Frau und ihr zwei Jahre älterer Ehemann attackierten die Kundin mit Fäusten und Tritten. Schließlich warfen sie mehrere Waren auf die Frau, erst eine Packung rohes Hackfleisch, dann mehrere Tüten mit Schoko-Erdnüssen und Limonade aus dem Kühlregal, wie der "Kölner Stadtanzeiger" berichtet.

Bilder einer Überwachungskamera überführten das angeklagte Paar der Lüge, das zunächst behauptet hatte, in Notwehr gehandelt zu haben. "Sie sind auf die Frau losgegangen wie ein HB-Männchen. Das wünscht sich niemand, der im Discounter einkaufen geht", zitiert die Zeitung die vorsitzende Richterin. Das Paar habe erst aufgehört, auf die Frau einzuschlagen, nachdem andere Kunden dazwischen gegangen waren.

"Das ist wie auf dem Spielplatz, wenn die Kinder mit der Schippe aufeinander losgehen", zitiert der Kölner Stadtanzeiger die Staatsanwältin. Es habe zwar eine gewisse Dynamik gegeben, aber so reagiere man einfach nicht. Die Angeklagte hatte laut der Zeitung mehrere Vorstrafen - zumeist aus ihrer Jugendzeit, als sie mit Verwarnungen davon gekommen sei. Der Mann hatte sich bisher nichts zuschulden kommen lassen.

Die angegriffene Kundin habe Prellungen und blaue Flecken erlitten, hieß es. Trotz dieser leichten Verletzungen bleibe aber die psychische Belastung, führte die Staatsanwältin laut "Kölner Stadtanzeiger" an. "So etwas nimmt jeden nervlich mit." Das Gericht verurteilte die angeklagte Ehefrau zu 140 Tagessätzen in Höhe von 30 Euro, ihr 24 Jahre alter Mann muss 90 Tagessätze von 30 Euro zahlen.  

Quelle: n-tv.de , vpe/dpa

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