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Ehre für Italiens Esskultur Pizza ist jetzt Unesco-Weltkulturerbe

Sie hat es geschafft: die Pizza aus Neapel gehört zum Weltkulturerbe.

Sie hat es geschafft: die Pizza aus Neapel gehört zum Weltkulturerbe.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Für die Italiener gab es in dieser Angelegenheit ohnehin keine Zweifel. Nun ist es offiziell: Die Pizza gehört zum Kulturerbe der Menschheit. Neu auf der Welterbeliste ist auch das irische "Uilleann Piping".

Während man sich hierzulande über die Nachricht freut, dass die Tradition von Orgelbau und Orgelmusik jetzt zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit zählt, bejubeln die Italiener ihre Pizzabäcker. Denn die Kunst der Pizzaioli, der Pizzabäcker von Neapel, wurde von der Unesco ebenfalls in die Welterbeliste aufgenommen.

"Das ist ein Sieg! Die gastronomische Identität Italiens wird immer besser geschützt", kommentierte Italiens Landwirtschaftsminister Maurizio Martina. Laut dem Antrag Italiens bei der Unesco geht die Tradition weit über das berühmte Teigwirbeln der Pizzabäcker und das Belegen hinaus: Neben dem Handwerk werden auch Lieder und Geschichten seit dem 16. Jahrhundert von Generation zu Generation weitergegeben, wie es im Antrag Italiens hieß.

Es sei unbestreitbar, dass das gastronomische Wissen über die Pizzaproduktion ein Kulturerbe sei, kommentierte der Unesco-Ausschuss. Das Backen sei ein Ritual, Pizzaioli würden sich dabei wie auf einer Bühne bewegen. Es sei ein wesentlicher Bestandteil der neapolitanischen Kultur und Identität. In Neapel leben und wirken heute etwa 3000 Pizzaiuoli. Die Tradition fördere soziale Zusammenkünfte und intergenerationellen Austausch, hieß es. Die Vereinigung Neapolitanischer Pizzaiuoli veranstaltet Kurse, die sich mit der Geschichte, den Hilfsmitteln und den Techniken dieser Kunst befassen.

Dudelsack, Windmühlen, Reitspiel

Neu auf der Liste sind auch das Dudelsackspiel "Uilleann Piping" aus Irland und die Basler Fasnacht aus der Schweiz. Aus den Niederlanden wurden die Wind- und Wassermühlen mitsamt dem Müllerhandwerk zum Immateriellen Kulturerbe erklärt, aus Portugal das Tonfiguren-Handwerk in Estremoz und aus Griechenland die musikalische Aufführungspraxis Rebetiko mit Gesang und Tanz.

Die Liste umfasst nach Angaben der deutschen Unesco-Kommission damit nun 398 traditionelle Fertigkeiten und Wissensformen. Die Unesco will mit dieser Auflistung die Vielfalt des immateriellen Kulturerbes weltweit abbilden. Neu eingetragen wurden beispielsweise auch das Krugfest Kumbh Mela in Indien, das Reitspiel Chogan aus dem Iran, das traditionelle System der Wasserrichter von Corongo in Peru sowie die kulinarische Tradition Nsima in Malawi.

Quelle: n-tv.de , dsi/dpa

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