Panorama

Starkregen und Sturzfluten Neun Tote bei Unwetter auf Mallorca

Ein Unwetter auf Mallorca überrascht viele Bewohner im Osten der Insel. Bäche werden zu reißenden Flüssen. Mehrere Menschen sterben durch Überschwemmungen, weitere werden verletzt. Unter den Opfern sind auch zwei Touristen.

Heftige Unwetter haben auf Mallorca mindestens neun Menschen getötet und schwere Sachschäden verursacht. Das meldete das "Mallorca Magazin". Unter den Todesopfern seien zwei britische Urlauber, berichtete der Fernsehsender RTVE. Mehrere Menschen werden noch vermisst. Die Rettungskräfte suchen zurzeit nach weiteren Opfern.

Mehrere Landstraßen waren zunächst unbefahrbar, einige Ortschaften ohne Strom- und Wasserversorgung und von der Außenwelt weitgehend abgeschnitten. Besonders betroffen ist der Osten der Insel.

In Sant Llorenç, rund 60 Kilometer östlich der Hauptstadt Palma, trat ein Sturzbach über die Ufer.

In Sant Llorenç, rund 60 Kilometer östlich der Hauptstadt Palma, trat ein Sturzbach über die Ufer.

(Foto: dpa)

Innerhalb von nur zwei Stunden stürzten dort am Dienstagabend rund 220 Liter Wasser vom Himmel. Zum Vergleich: Das ist mehr als ein Viertel des gesamten im vergangenen Jahr in Deutschland registrierten Regens (circa 850 Liter). "Es war eine harte Nacht, aber ich denke, dass der Tag noch heftiger wird", zitierte die Zeitung "El Mundo" eine Lokalpolitikerin. Ministerpräsident Pedro Sánchez will sich nun vor Ort ein Bild von der Lage machen, teilte die Regierung in Madrid mit.

Briten wurden im Taxi überrascht

Dramatische Szenen gab es in der 8000-Einwohner-Gemeinde Sant Llorenç des Cardassar rund 60 Kilometer östlich der Hauptstadt Palma, wo es zwei Tote gab. Dort trat ein Sturzbach über die Ufer. Die Wassermassen verwandelten Straßen in reißende Flüsse. Zahlreiche Autos wurden mitgerissen und Häuser unter Wasser gesetzt, wie auf Bildern und Videoaufnahmen zu sehen ist.

Die zwei Briten, nach Medienberichten Urlauber, seien in S'Illot in der Gemeinde Son Servera an der Ostküste gestorben, als sie im Taxi von den Fluten überrascht wurden. Der Taxifahrer werde vermisst, hieß es. Das fünfte Todesopfer wurde aus Artà gemeldet.

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Die Rettungsteams waren mit 320 Hilfskräften im Einsatz, darunter 120 Angehörige der Notfall-Einheit des spanischen Militärs, die extra zur Unterstützung von Zivilschutz und Feuerwehr auf die Insel geschickt wurden. Oberste Priorität hatte zunächst die fieberhafte Suche nach Vermissten.

Unwetterrisiko bleibt hoch

Auf Mallorca hatte es schon seit Montag sehr heftig geregnet, ortsweise auch gehagelt. Durch das Unwetter kam es nach Medienberichten auf dem Flughafen von Palma am Montag und Dienstag zu Verzögerungen. Aus Sicherheitsgründen sei der zeitliche Abstand zwischen den Landungen vergrößert worden, hieß es. In der Hauptstadt und auch am "Ballermann" östlich von Palma war die Lage aber weitgehend normal.

Auch in den nächsten Tagen bleibt das Unwetterrisiko auf Mallorca weiter hoch, erklärt n-tv Wetterexperte Björn Alexander: "Dort dreht sich derzeit ein Höhentief. Also ein Tiefdruckgebiet, das sehr intensive Gewitter auslösen kann. Hinzu kommt, dass das Mittelmeer mit Wassertemperaturen von um die 25 Grad den Unwettern noch mehr Feuchtigkeit und Energie zur Verfügung stellt."

Quelle: n-tv.de , bad/mba/dpa/AFP