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Forsa-Umfrage Mehrheit ist gegen Cannabis-Freigabe

FDP und Grüne wollen in einer Jamaika-Koalition die Freigabe von Cannabis durchsetzen. Die Union ist dagegen. Bröckelt die Abwehrfront?

FDP und Grüne wollen in einer Jamaika-Koalition die Freigabe von Cannabis durchsetzen. Die Union ist dagegen. Bröckelt die Abwehrfront?

(Foto: REUTERS)

Mit einer Jamaika-Koalition auf Bundesebene könnten die ersten Schritte hin zu einer Legalisierung von Cannabis gegangen werden. Bei den meisten Bundesbürgern kommt diese Forderung allerdings nicht gut an - auch wenn viele eine Entkriminalisierung befürworten.

Fast zwei Drittel der Bundesbürger (63 Prozent) sprechen sich nach einer Umfrage gegen eine Legalisierung von Cannabis aus. Die Forderung, dass Erwachsene Cannabis zum Eigengebrauch als Rauschmittel in ausgewählten Fachgeschäften erwerben können sollten, wird nur von einem Drittel der Bundesbürger unterstützt, wie aus der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa hervorgeht.

Der Erwerb und Besitz von Cannabis ist in Deutschland bisher verboten. Nur Ärzte dürfen das Rauschmittel seit Anfang des Jahres als Schmerzmedikament verordnen. FDP und Grüne wollen im Rahmen der Jamaika-Sondierungen Cannabis legalisieren. Die Unionsparteien CDU und CSU sind grundsätzlich dagegen.

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Forsa hatte zu dem Thema 1000 Menschen befragt. Einige Gruppen sprachen sich dabei noch häufiger als der Durchschnitt aller Befragten gegen einen legalen Erwerb und Besitz von Cannabis aus: darunter Frauen (70 Prozent), ältere Befragte ab 60 Jahren (72 Prozent) sowie die Anhänger von Union und SPD (jeweils 72 Prozent). Etwas mehr als die Hälfte der Männer war ebenfalls dagegen.

Vor allem jüngere Befragte unter 30 Jahren (43 Prozent) sowie Anhänger der Linkspartei (55 Prozent), der Grünen (46 Prozent) und der AfD (41 Prozent) befürworten den legalen Besitz von Cannabis zum Eigengebrauch.

Gegen Kriminalisierung

Eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Deutschen Hanfverbands bestätigte zwar die Ablehnung eines legalen Cannabishandels, zeigte aber gleichzeitig eine Mehrheit für die Entkriminalisierung der Konsumenten. Daraus ergaben sich nach Darstellung des Hanfverbandes für eine Jamaika-Koalition interessante Kompromisslinien.

52 Prozent der von Infratest Befragten waren der Meinung, "der Besitz geringer Cannabis-Mengen zum Eigenverbrauch sollte nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden". Für eine konsequente Entkriminalisierung der Konsumenten hätte Jamaika also eine Mehrheit der Deutschen auf ihrer Seite.

Im vergangenen Jahr habe es über 140.000 Strafverfahren wegen des Besitzes geringer Mengen zum Eigenkonsum gegeben, ein neuer Rekordwert, sagte Hanf-Verbandsgeschäftsführer Georg Wurth.

Quelle: n-tv.de , hny/dpa

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