Panorama

Vergewaltigung auf Zugtoilette Gladbach-Fan stellt sich der Polizei

Bundesweit fahndet die Polizei nach dem Vergewaltiger einer jungen Frau in einem Gladbach-Fanzug. Der Druck auf den mutmaßlichen Täter ist offenbar zu hoch: Er stellt sich den Behörden.

Nach dem mutmaßlichen sexuellen Missbrauch einer 19-Jährigen in einem Gladbach-Fanzug hat sich ein gesuchter Verdächtiger gestellt. Der Mann meldete sich am Montag zum Haftantritt in der JVA Moers in Nordrhein-Westfalen - wegen einer anderen Straftat. Der Mann habe eine Haftstrafe wegen Körperverletzung zu verbüßen, teilte die Polizei mit. Gleichzeitig habe sein Anwalt bei der Polizei angerufen und gesagt, dass sich sein Mandant zu der Tat in dem Zug nach dem Fußballspiel Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach äußern werde.

Bei dem Mann soll es sich um einen Deutsch-Polen handeln, der beide Staatsbürgerschaften besitzt und Gladbach-Anhänger sein soll. Wie die "Bild" weiter berichtet, wurde er bereits einmal wegen sexueller Nötigung verurteilt und ist offenbar nur auf Bewährung frei. 2015 soll er angezeigt und zwei Jahre später verurteilt worden sein. Da sein Verteidiger Revision eingelegt habe, sei das Urteil noch nicht rechtskräftig gewesen. Auch stehe er wegen früherer Urteile noch unter Bewährung. Nach Angaben der "Bild" wurde er bereits vier Mal wegen Körperverletzung rechtskräftig verurteilt.

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Der Tatverdächtige soll die 19-Jährige am Samstagabend nach der Rückfahrt vom Auswärtsspiel von Borussia Mönchengladbach gegen Bayern München kennengelernt haben. Laut Polizei wurde die Frau dann auf die Toilette gedrängt und vergewaltigt. Ein Zug-Ordner habe nach Bekanntwerden der mutmaßlichen Tat ein Foto von dem Mann gemacht, den er vorher mit der Frau zusammen gesehen hatte. Ob der Mann auf dem Foto auch der Täter sei, wisse man nicht. Er müsse von dem Opfer erst identifiziert werden, sagte ein Polizeisprecher. Der Mann werde lediglich verdächtigt.

"Der Zug war privat organisiert"

In dem Zug befanden sich Fußballfans auf der Rückreise vom Spiel Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach. Die 19 Jahre alte Frau wurde am frühen Sonntagmorgen von der Polizei im hessischen Flörsheim am Bahnhof in Empfang genommen, befragt und in eine Wiesbadener Klinik gebracht. Die Bundespolizei sammelte danach an mehreren Bahnhöfen die Personalien aller 750 Passagiere. Die Staatsanwaltschaft Wuppertal übernahm die Ermittlungen.

Unklar ist, wer den Sonderzug gechartert hatte. Das sei Sache des Fußballvereins. "Der Zug war privat organisiert - das heißt, nicht vom Verein und auch nicht vom Fanprojekt", betonte Markus Aretz, der Pressesprecher von Borussia Mönchengladbach. Für die Sicherheit in Fußball-Sonderzügen ist nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) vor allem das Unternehmen verantwortlich, das die Fans befördert. "Wir fahren nicht mit, das ist nicht unsere Aufgabe", sagte der GdP-Landeschef NRW, Arnold Plickert.

Quelle: n-tv.de , ghö/dpa

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