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"Mrs McMafia" im Nobelkaufhaus Frau von Ex-Banker gibt 18 Millionen aus

1,8 Millionen Euro jährlich gab die Banker-Angetraute allein im Luxuskaufhaus "Harrods" aus.

1,8 Millionen Euro jährlich gab die Banker-Angetraute allein im Luxuskaufhaus "Harrods" aus.

(Foto: imago/Joko)

Zamira Hajiyeva hat innerhalb von zehn Jahren 18 Millionen Euro im Londoner Kaufhaus "Harrods" ausgegeben. Ihr Ehemann, ein Ex-Banker, sitzt wegen Betrugs in Aserbaidschan in Haft. Nun soll die 55-Jährige erklären, woher das Geld kam.

Umgerechnet 4500 Euro hat Zamira Hajiyeva eine Dekade lang pro Tag ausgegeben. Nun fragen sich die britischen Behörden, woher das Geld stammte. Hajiyeva bestreitet, irgendetwas Illegales getan zu haben. Doch der verschwenderische Lebensstil der dreifachen Mutter hat die National Crime Agency  auf den Plan gerufen.

Laut einem neuen Antikorruptionsgesetz, das erst dieses Jahr in Großbritannien in Kraft trat, muss Hajiyeva belegen, woher die Millionen kamen, die sie zwischen 2006 und 2016 verschleudert hat. Kann sie das nicht, droht ihr eine lange Haftstrafe.

Hajiyevas Ehemann Jahangir sitzt bereits im Gefängnis. Er war von 2001 bis 2015 Vorsitzender der Staatsbank von Aserbaidschan. 2015 verurteilte ihn ein Gericht wegen Betrugs, Unterschlagung und Veruntreuung öffentlicher Gelder zu 15 Jahren Haft. Zudem soll er laut Beschluss die veruntreuten 34 Millionen Euro an den Staat Aserbaidschan zurückzahlen.

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Zamira Hajiyeva steht seither in ihrem Heimatland auf der Liste der meistgesuchten Verbrecher. Von dort floh sie, lebte zunächst mit einem Investorenvisum in Großbritannien und hat inzwischen die britische Staatsbürgerschaft.

Ein Leben im Luxus

In London führte die arbeitslose Banker-Ehefrau ein Leben im Luxus. 18 Millionen Euro gab sie allein im Kaufhaus "Harrods" aus. An einem einzigen Tag kaufte sie Schmuck von Boucheron und Cartier im Wert von 170.000 Euro. Ein anderes Mal füllte sie während einer Reise ihren Weinkeller mit feinsten Tropfen im Wert von 2000 Euro auf. Zudem besitzt sie zwei Immobilien im Londoner Nobelstadtteil Knightsbridge mit einem Gesamtwert von 25 Millionen Euro. Insgesamt verfügte sie über 35 Kreditkarten der Bank, für die ihr Mann arbeitete.

Die 55-Jährige hatte sich zuletzt gerichtlich gegen die Offenlegung ihrer Identität gewehrt und den Prozess jetzt verloren. Die Anonymitätsverfügung wurde aufgehoben, seither berichten sämtliche britischen Medien über den spektakulären Fall von "Mrs McMafia".

Quelle: n-tv.de , nan

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