Panorama

Rettung hätte schiefgehen können Erste Bilder zeigen gerettete Höhlenjungs

Victory-Zeichen aus dem Krankenhausbett: Nach 17 Tagen Höhlendrama erholt sich die thailändische Fußballmannschaft gut. Zudem werden immer mehr Details über die Rettung bekannt: Die Aktion war wohl brenzliger als gedacht.

Die thailändischen Behörden haben erste Bilder der aus einer Höhle geretteten Jungfußballer veröffentlicht. Auf den Bildern sind mehrere der Jungen in ihren Krankenhausbetten zu sehen. Sie alle tragen Gesichtsmasken, mehrere Krankenhausmitarbeiter sind bei ihnen. Einige Jungen auf den der Öffentlichkeit präsentierten Bilder sitzen in ihren Betten, andere sind offenbar kräftig genug, um aufzustehen.

In einem Video, das auf einer Pressekonferenz gezeigt wurde, sei zu sehen gewesen, wie die Eltern der Jungen in Tränen ausgebrochen seien, berichtet CNN. Sie konnten ihre Kinder aufgrund der Quarantäne bisher nur durch Glasscheiben sehen, um Infektionen zu vermeiden.

Drei der Kinder haben leichte Lungenentzündungen.

Drei der Kinder haben leichte Lungenentzündungen.

(Foto: REUTERS)

Amtsarzt Thongchai Lertvilairattanapong lobte bei einer Pressekonferenz im Krankenhaus in Chiang Rai den "sehr guten mentalen Zustand" der Jungs und ihres Trainers. "Das ist wahrscheinlich deshalb, weil sie die ganze Zeit gemeinsam als ein Team verbrachten, wo einer dem anderen hilft." Thongchai weiter: "Alle von ihnen sind bei guter körperlicher Gesundheit, ohne irgendein Fieber oder schwere Infektionen. Nur drei von ihnen haben leichte Lungenentzündungen." Die ganze Gruppe - zwölf Jungen im Alter zwischen 11 und 16 und ihr 25-jähriger Trainer - würden bis zu eine Woche im Krankenhaus bleiben, um ihre weitere Behandlung sicherzustellen. Nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus müssten sich die Jungen noch etwa 30 Tage erholen, berichtet CNN.

Rettung war brenzlig

Missionsleiter Narongsak Osoattanakorn sagte, es sei extrem wichtig gewesen, die Jungen schnell aus der Höhle zu holen, da mehr Regen erwartet worden sei. Außerdem sei der Sauerstoffmangel eine große Gefahr gewesen. Der Sauerstoffgehalt in der Atemluft war von 21 Prozent auf 15 Prozent abgesunken. "Was wir zuvor nicht gesagt haben: Wenn das auf 12 Prozent abgesunken wäre, hätte die Gruppe einen Schock erleiden und ins Koma fallen können."

Video

Für die Rettung war es erforderlich, große Mengen Wasser aus der Höhle zu pumpen, um den Wasserspiegel zu senken. Die britische Zeitung "The Guardian" berichtete unter Berufung auf drei beteiligte australische Taucher, dass am Dienstagabend die wichtigste Pumpe versagte - woraufhin der Pegel rasch stieg.

Jungen waren betäubt

Bei der Rettungsaktion waren nach Angaben eines beteiligten Tauchers einige Jungen nicht bei Bewusstsein. Die Jungen seien betäubt auf Tragen durch die gefährlichen Engstellen der Höhle gebracht worden, sagte Chaiyananta Peeranarong, der früher der thailändischen Marineeinheit Navy Seals angehörte. Er war nach eigenen Angaben der letzte Taucher, der die Höhle verließ.

"Einige von ihnen haben geschlafen, einige von ihnen haben mit ihren Fingern gewackelt ... groggy, aber sie haben geatmet", sagte der thailändische Taucher über die geretteten Jungen. Auf dem Weg aus der Höhle seien Ärzte postiert gewesen, die bei den Fußballern ständig ihren Puls und ihren Zustand kontrolliert hätten. Bislang waren kaum Details über die hochriskante Rettungsaktion bekannt geworden.

Thailands Ministerpräsident Prayut Chan-O-Cha hatte am Dienstag gesagt, die Jungen hätten ein Beruhigungsmittel verabreicht bekommen. "Es war ein leichtes Beruhigungsmittel, damit sie keine Angst haben", sagte Prayut. Die Einsatzkräfte hatten vorab die Sorge gehabt, die Jungen könnten während des gefährlichen Tauchgangs durch die Höhle in Panik geraten. Ein professioneller Taucher und freiwilliger Helfer sprach im Sender BBC von "extrem gefährlichen" Bedingungen bei "null Sicht". Die meisten Jungen konnten nicht schwimmen, keiner von ihnen hatte Taucherfahrung.

Die zwölf Jungen und ihr Betreuer waren nach mehr als zwei Wochen aus der überfluteten Höhle im Norden Thailands gerettet worden. Die zwölf Fußballer und ihr Trainer waren am 23. Juni in der Tham-Luang-Höhle von rasch steigenden Wassermassen überrascht worden. Neun Tage später wurden sie gefunden, mit Lebensmitteln versorgt und medizinisch betreut.

Quelle: n-tv.de , cam/dpa/AFP

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