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Zufriedenheit schlägt Euphorie Deutsche erleben ein Glückshoch

Manchmal sollte die Frage auch lauten: Bist Du zufrieden?

Manchmal sollte die Frage auch lauten: Bist Du zufrieden?

(Foto: dpa)

Über allen politischen Querelen gerät es manchmal in Vergessenheit: Deutschland geht es ziemlich gut. Das zeigt sich auch an der Gemütslage der Deutschen. Die sind nämlich sehr happy.

Die anhaltend starke Konjunktur und die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt machen die Deutschen auch insgesamt glücklicher. Zu diesem Schluss kommt der Glücksatlas 2018 der Deutschen Post. Das Glücksniveau sei mit einem Wert von 7,05 Punkten auf einer Skala von null bis zehn "stabil hoch". Im Vorjahr waren es 7,07 Punkte.

Der Soziologe und Glücksforscher Jan Delhey von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg betont, dass vorübergehende Glücksmomente zwar erstrebenswert seien, es aber mehr um die Lebenszufriedenheit gehen müsse. Diese wirke "längerfristig" als "stark schwankende Glücksgefühle", sagte der Wissenschaftler der Nachrichtenagentur AFP. "Man kann ja auch nicht ständig in so einem emotionalen Ausnahmezustand leben", fügte Delhey hinzu. Zufriedenheit sei "das wertvollere Ziel" als euphorische Augenblicke des Glücks.

Aus seiner Forschung zieht der Soziologe den Schluss, dass es für Lebenszufriedenheit drei Pfeiler gebe - das Haben, das Lieben und das Sein. So seien zum einen materielle Faktoren wie Einkommen, Vermögen und Lebensstandard wichtig, zum anderen aber auch Partnerschaften und Freundschaften sowie Unterstützungsnetzwerke. Mit dem Oberbegriff "Sein" fasst Delhey Faktoren wie den Lebensstil und erfüllende Aktivitäten zusammen. Auch die Frage, ob jemand in seinem Leben einen Sinn sehe, sei wichtig für die Lebenszufriedenheit.

Armut macht unglücklich

Als Glückskiller nennt Delhey "Arbeitslosigkeit und tiefere Armut". Es gibt ihm zufolge aber auch Glückshemmer, die jeder problemlos selbst beeinflussen könne. So machten zu wenig Schlaf und eine achtlose Ernährung ebenso unglücklich wie übertriebene Forderungen an sich selbst. "Sich unrealistische Ziele zu setzen, ist ein Weg ins Unglück", warnte Delhey. Auch ständige Vergleiche mit reicheren, durchweg erfolgreicheren Menschen seien kontraproduktiv. Bei realistischen Zielen könne "das Sich-Selber-Fordern aber auch positive Wirkung" haben, sagte der Magdeburger Glücksforscher.

Die in Hamburg vorgestellte Glücksstudie basiert auf einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach. Im europäischen Vergleich belegte Deutschland im laufenden Jahr den neunten Platz, was keine Veränderung im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die Angleichung der Lebenszufriedenheit zwischen Ost- und Westdeutschland kam demnach leicht voran. Der Abstand lag aktuell bei 0,2 Punkten.

Im innerdeutschen Regionenvergleich behauptete Schleswig-Holstein seine Spitzenstellung mit 7,44 Punkten. Hamburg verteidigte seinen zweiten Rang mit 7,36 Punkten, gefolgt von Hessen auf Platz drei mit 7,27 Punkten. Auf dem letzten Platz der 16 Länder landete in diesem Jahr Brandenburg mit einem Wert von 6,84 Punkten.

Quelle: n-tv.de , sba/AFP

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