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Nicht die größte Partnerbörse Dating-Seite Parship verliert vor Gericht

Ein Jahresabo bei Parship kostet rund 660 Euro.

Ein Jahresabo bei Parship kostet rund 660 Euro.

(Foto: imago stock&people)

Parship hat mehr als zehn Millionen Mitglieder. Trotzdem ist das Portal nicht die größte Online-Partnervermittlung Deutschlands. Das hat nun ein Gericht entschieden. Die Konkurrenz zeigt sich erfreut.

Das Dating-Portal Parship darf sich nicht mehr "Deutschlands größte Partnervermittlung" nennen. Das entschied das Oberlandesgericht München. Der Senat bestätigte damit ein Urteil des Landgerichtes München. Der Konkurrent LoveScout24 hatte wegen des Parship-Werbespruchs auf Unterlassung geklagt und recht bekommen. 

Laut der Studie Der Deutsche Online-Dating-Markt 2017/2018 haben beide Portale jeweils mehr als zehn Millionen Mitglieder. Das Landgericht hatte Parship bereits untersagt, sich als "größte Partnervermittlung" oder "größte Online-Partnervermittlung" Deutschlands zu bezeichnen. Parship hatte den Anspruch unter anderem mit der höheren Zahl der zahlenden Premium-Mitglieder begründet. Das war eine Argumentation, der das Gericht nicht folgen wollte: Der Verbraucher unterscheide nicht zwischen kostenlosen Mitgliedschaften und Premium-Angeboten.

Partnerbörse, Singlebörse oder Partnervermittlung?

Parship kostet im Jahresabo rund 660 Euro und arbeitet mit Partnervorschlägen, die sich aus Persönlichkeitstests ergeben sollen. Es funktioniert damit anders als LoveScout24. Diese Differenzen seien für die breite Masse aber einfach zu fein, meinte das Landgericht. Die Allgemeinheit mache zwischen Partnervermittlung, Partnerbörse oder Singlebörse keine Unterschiede.

LoveScout24 freute sich über die Entscheidung. "Das ist vor allem ein Sieg für die Verbraucher, die von dem unlauteren Slogan in die Irre geführt wurden", sagte LoveScout24-Manager Morgan Cauvin. "Für den Verbraucher ist es letztlich egal, ob sich ein Anbieter als Partnerportal, Datingportal oder Singlebörse bezeichnet."

Als Teil der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrink ging Parship im Februar 2001 online. Mittlerweile gehört das Portal der ProSiebenSat.1 Media AG. 2016 erwirtschaftete die Seite 117 Millionen Euro. Mehr als 200 Menschen arbeiten für Parship.

Quelle: n-tv.de , jpe/dpa

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