Panorama

Für unbewohnbar erklärt Berliner Behörden räumen "Horror-Haus"

Zwangsräumung in Weiß: Die Behörden trugen bei der Aktion Schutzanzüge.

Zwangsräumung in Weiß: Die Behörden trugen bei der Aktion Schutzanzüge.

(Foto: dpa)

Die Meldungen klingen dramatisch: kein Wasser, keine Fenster, Ungeziefer - und mittendrin Menschen. Nun zieht der Berliner Stadtteil Wedding die Reißleine. Die Bewohner müssen ausnahmslos raus - und zwar sofort.

Der Berliner Bezirk Mitte hat am Morgen ein verwahrlostes Haus im Stadtteil Wedding räumen lassen. Die Räumung sei "als Maßnahme der Gefahrenabwehr" und insbesondere zum Gesundheitsschutz der Bewohner zwingend erforderlich, erklärte der Bezirksstadtrat von Mitte für Stadtentwicklung, Soziales und Gesundheit, Ephraim Gothe. Gegenüber dem Eigentümer sei das Gebäude in der Kameruner Straße für unbewohnbar erklärt worden. Berliner Medien hatten in der Vergangenheit bereits von einem "Horror-Haus" gesprochen.

Die Mieter dürften das Haus nun nicht weiter nutzen. Sie wurden aufgefordert, das Gebäude zu verlassen. Rund eine Stunde nach Erteilung des Räumungsbefehls hieß es, im Haus seien 42 Menschen angetroffen worden. Überwiegend soll es sich um Erwachsene handeln. Ihre Personalien sollten geprüft werden. Einsatzkräfte betraten das Haus aus hygienischen Gründen in weißen Schutzanzügen. Nach der Räumung sollte es eine Bestandsaufnahme im Inneren geben. 

Das Haus war in der Vergangenheit immer wieder wegen prekärer Zustände in die Schlagzeilen geraten. Unter anderem gab es zuletzt keine Versorgung mit Wasser mehr. Müll stapelte sich im Hof, teils fehlten Fenster, von Rattenbefall war die Rede.

Laut "Berliner Zeitung" war die Polizei mit 120 Beamten im Einsatz. Die Türen und Fenster seien mit Spanplatten verschlossen worden. Die Zeitung zitiert einen Gewerbetreibenden, der von "mafiösen Mietverhältnissen" spricht. Demnach seien täglich andere Osteuropäer in das Haus gekommen. Bei dem Eigentümer der Immobilie handele es sich um einen Arzt. Laut "Morgenpost" wurde der Mann erst jüngst zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er ein anderes Haus verfallen ließ.

Quelle: n-tv.de , jwu/dpa