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Osmanen Germania unter Verdacht Beamte starten Razzien gegen Boxvereinigung

Treffen des Osmanen Germania BC werden oft von der Polizei überwacht - wie hier 2016 in Neuss.

Treffen des Osmanen Germania BC werden oft von der Polizei überwacht - wie hier 2016 in Neuss.

(Foto: dpa)

Tarnt sich eine kriminelle Vereinigung als Boxclub? Das Innenministerium hält die Gruppe Osmanen Germania für gefährlich - und geht in mehreren Bundesländern gezielt gegen den türkischstämmigen Verein vor.

Mit Durchsuchungen ist die Polizei in mehreren Bundesländern gegen die türkisch-nationalistische Gruppe Osmanen Germania vorgegangen. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums besteht der dringende Verdacht, dass Zweck und Tätigkeit der Verein den Strafgesetzen zuwiderlaufen. In Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg wurden mehrere Objekte durchsucht.

"Bund und Länder zeigen mit den heutigen Maßnahmen, dass wir kriminelle Aktivitäten egal vor welchem gesellschaftlichen Hintergrund nicht dulden", erklärte der geschäftsführende Innenminister Thomas de Maizière laut Mitteilung.

"Es handelt sich nicht um die Durchsetzung eines Vereinsverbots", erklärte die Essener Polizei. Sie übernahm nach eigenen Angaben die Federführung für die Razzien in Nordrhein-Westfalen, wo 41 Objekte in mehr als 20 Städten durchsucht wurden. Dabei setzte die Polizei teilweise auch Spezialkräfte ein, weil die betroffenen Mitglieder als gefährlich eingeschätzt würden. Die Durchsuchungen sollten der Aufklärung von Vereinsstrukturen und Aktivitäten dienen. Um die Durchsetzung eines Vereinsverbots gehe es nicht.

In Hessen durchsuchten die Einsatzkräfte zehn Objekte, wie das dortige Innenministerium mitteilte. Wie die "Stuttgarter Nachrichten" unter Berufung auf Sicherheitskreise berichteten, wurden in Baden-Württemberg Objekte in Jettingen bei Nagold, Crailsheim, Mannheim, Gerabronn sowie Räume in den Justizvollzugsanstalten Offenburg und Stuttgart Stammheim durchsucht. Demnach sitzen dort Anführer der Osmanen Germania in Untersuchungshaft.

Der Verein bezeichne sich als Boxclub und gebe vor, Jugendliche von der Straße holen zu wollen, hieß es beim Bundesinnenministerium. Tatsächlich aber liege der Zweck in der gewalttätigen Gebiets- und Machtentfaltung sowie in der Selbstbehauptung gegenüber konkurrierenden rockerähnlichen Gruppierungen. "Mit der Maßnahme zeigen wir einmal mehr, dass unser Rechtsstaat entschieden und konsequent gegen jedwede Form der Kriminalität vorgeht", wurde de Maizière zitiert.

Die Gruppe steht nach Einschätzung des nordrhein-westfälischen Innenministeriums in Verbindung zur türkischen Regierungspartei AKP und zum Umfeld des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Gruppierung vertrete türkisch-nationalistische und rechtsextremistische Positionen.

Quelle: n-tv.de , mba/AFP

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