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Nachbarländer in Sorge Afrikanische Schweinepest erreicht Belgien

Die achtsame Entsorgung von Speiseresten, die mit ASP-Erregern verseucht sind, ist laut Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner besonders wichtig.

Die achtsame Entsorgung von Speiseresten, die mit ASP-Erregern verseucht sind, ist laut Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner besonders wichtig.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die hochgefährliche Afrikanische Schweinepest rückt näher an Deutschland heran. Nach einem Ausbruch in Belgien ist vor allem Niedersachsen alarmiert. Auch Frankreich fährt seinen Schutz hoch.

Nach dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Belgien wächst in den Nachbarländern Deutschland und Frankreich die Sorge vor einem Übergreifen der Seuche. "Den Ausbruch der Schweinepest dicht an der deutschen Grenze nehmen wir sehr ernst", erklärte die niedersächsische Agrarministerin Barbara Otte-Kinast. Niedersachsen ist das Bundesland, in dem die meisten Schweine gemästet werden.

Auch die Bundesministerin für Landwirtschaft, Julia Klöckner, sprach von einer Bedrohung. Die Vorbereitungen für den Krisenfall liefen und Prävention habe höchste Priorität. Es käme vor allem darauf an, dass Menschen nicht durch unachtsame Entsorgung von Speiseresten, die mit ASP-Erregern verseucht seien, zur Seuchenverbreitung durch Wildschweine beitrügen. Klöckner versicherte aber auch, man sei "gut vorbereitet". Ihr Ministerium stehe in ständigem Austausch mit den belgischen Behörden und der EU-Kommission.

Das französische Agrarministerium verfügte Jagd-Beschränkungen und verstärkte die Überwachung des Wildbestands in vier an Belgien grenzenden Regierungsbezirken. Die hochansteckende, aber für Menschen ungefährliche Seuche wird vor allem über Wildschweine und kontaminierte Lebensmittel - etwa Würste - verbreitet.

Für Schweinehalter mit mehreren Tausend Tieren ist die Schweinepest eine existenzielle Gefahr. Sollten China, der Hauptabnehmer für deutsches Schweinefleisch außerhalb der EU, und andere Drittstaaten Importverbote verhängen, ist wegen des dann folgenden Überangebots auf dem Binnenmarkt mit einen Preisverfall zu rechnen. Der Schaden ginge wohl in die Milliarden.

In Europa wurde die Seuche bislang vorwiegend in Ost- und Mitteleuropa nachgewiesen. Um eine Verbreitung der Krankheit zu verhindern, wurden bereits Hunderttausende Wildschweine etwa in Polen und Tschechien abgeschossen. Da es keinen Impfstoff gegen die Seuche gibt, müssen Experten zufolge die klassischen Bekämpfungsmethoden wie die Einrichtung von Sperrgebieten, die Tötung infizierter Bestände sowie die gezielte Jagd auf Wildschweine greifen.

Quelle: n-tv.de , psa/rts/dpa

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