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Kunst von Guantánamo-Häftlingen Diese Bilder erzürnen das Pentagon

Eigentlich sind es friedliche Bilder: ...

Eigentlich sind es friedliche Bilder: ...
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Eigentlich sind es friedliche Bilder: ...

... das Meer - und immer wieder das Meer.
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... das Meer - und immer wieder das Meer.

In allen Schattierungen von Blau, Rot oder Gelb.
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In allen Schattierungen von Blau, Rot oder Gelb.

Und doch rufen die Gemälde den Zorn des Pentagon hervor.
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Und doch rufen die Gemälde den Zorn des Pentagon hervor.

Schließlich sind Künstler nicht einfache Künstler. Vielmehr handelt es sich bei ihnen um einstige oder noch immer in Guantánamo einsitzende Gefangene.
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Schließlich sind Künstler nicht einfache Künstler. Vielmehr handelt es sich bei ihnen um einstige oder noch immer in Guantánamo einsitzende Gefangene.

Seit Oktober 2017 sind die Bilder in der Ausstellung "Ode an die See: Kunst aus Guantánamo Bay" im John Jay College, einer renommierten juristischen Hochschule in Manhattan, zu sehen.
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Seit Oktober 2017 sind die Bilder in der Ausstellung "Ode an die See: Kunst aus Guantánamo Bay" im John Jay College, einer renommierten juristischen Hochschule in Manhattan, zu sehen.

"Einige dieser Zeichnungen waren eine Mischung aus Hoffnung und Schmerz. ...
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"Einige dieser Zeichnungen waren eine Mischung aus Hoffnung und Schmerz. ...

... Die See bedeutet Freiheit, die niemand kontrollieren kann, Freiheit für alle", schrieb Mansoor Adayfi in einem Gastbeitrag für die "New York Times".
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... Die See bedeutet Freiheit, die niemand kontrollieren kann, Freiheit für alle", schrieb Mansoor Adayfi in einem Gastbeitrag für die "New York Times".

Der aus dem Jemen stammende Adayfi saß 14 Jahre in Guantánamo. Erst 2016 wurde er entlassen.
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Der aus dem Jemen stammende Adayfi saß 14 Jahre in Guantánamo. Erst 2016 wurde er entlassen.

Er war einer von rund 780 Gefangenen, die in dem umstrittenen Lager anfangs inhaftiert waren.
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Er war einer von rund 780 Gefangenen, die in dem umstrittenen Lager anfangs inhaftiert waren.

Kaum einer wurde je offiziell angeklagt - geschweige denn verurteilt. Ende 2017 saßen noch immer 41 Häftlinge in Guantánamo ein. Ob sie je freikommen, ist ungewiss.
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Kaum einer wurde je offiziell angeklagt - geschweige denn verurteilt. Ende 2017 saßen noch immer 41 Häftlinge in Guantánamo ein. Ob sie je freikommen, ist ungewiss.

Guantánamo wurde im Januar 2002 gegründet, als Folge der Terroranschläge vom 11. September 2001 und der darauf folgenden US-Invasion in Afghanistan.
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Guantánamo wurde im Januar 2002 gegründet, als Folge der Terroranschläge vom 11. September 2001 und der darauf folgenden US-Invasion in Afghanistan.

In dem Internierungslager sollten sogenannte ungesetzliche Kombattanten weggesperrt werden.
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In dem Internierungslager sollten sogenannte ungesetzliche Kombattanten weggesperrt werden.

Dadurch wollten sich die USA vor Terroristen schützen und geheimdienstliche Erkenntnisse gewinnen.
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Dadurch wollten sich die USA vor Terroristen schützen und geheimdienstliche Erkenntnisse gewinnen.

Dafür bedienten sich die US-Aufseher zweifelhafter Verhör- und Foltermethoden; ....
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Dafür bedienten sich die US-Aufseher zweifelhafter Verhör- und Foltermethoden; ....

... die vielen Verstöße gegen die Menschenrechte stießen international auf scharfe Kritik.
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... die vielen Verstöße gegen die Menschenrechte stießen international auf scharfe Kritik.

US-Präsident Barack Obama,  der im Wahlkampf versprochen hatte, das Lager aufzulösen, konnte sich hiermit zwar nicht durchsetzen, ...
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US-Präsident Barack Obama, der im Wahlkampf versprochen hatte, das Lager aufzulösen, konnte sich hiermit zwar nicht durchsetzen, ...

... allerdings ließ er die Haftbedingungen erleichtern.
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... allerdings ließ er die Haftbedingungen erleichtern.

Die Insassen bekamen stundenweise Zugang zu arabischem Fernsehen und zu Nachrichten. Auch Bilder wie das des ertrunkenen syrischen Jungen Aylan Kurdi - ein Sinnbild der Flüchtlingskrise - erreichten die Insassen.
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Die Insassen bekamen stundenweise Zugang zu arabischem Fernsehen und zu Nachrichten. Auch Bilder wie das des ertrunkenen syrischen Jungen Aylan Kurdi - ein Sinnbild der Flüchtlingskrise - erreichten die Insassen.

Seit 2009 gab es auch Kunstunterricht.
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Seit 2009 gab es auch Kunstunterricht.

Eigens engagierte Kunstlehrer unterrichteten die Gefangenen.
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Eigens engagierte Kunstlehrer unterrichteten die Gefangenen.

Diese durften allerdings keine spitzen Gegenstände wie Stifte benutzen, außerdem war jede Art der Gewaltdarstellung verboten.
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Diese durften allerdings keine spitzen Gegenstände wie Stifte benutzen, außerdem war jede Art der Gewaltdarstellung verboten.

Sogar in ihren Zellen durften die Gefangenen malen und ihre Werke an ihre Familien senden - vorausgesetzt, das Militär hatte sie nach einer Überprüfung hin für gut befunden und "Approved by US Forces" darunter markiert.
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Sogar in ihren Zellen durften die Gefangenen malen und ihre Werke an ihre Familien senden - vorausgesetzt, das Militär hatte sie nach einer Überprüfung hin für gut befunden und "Approved by US Forces" darunter markiert.

Schließlich sollten die Häftlinge auf keinen Fall geheime Botschaften aus dem Lager schmuggeln.
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Schließlich sollten die Häftlinge auf keinen Fall geheime Botschaften aus dem Lager schmuggeln.

Für viele Häftlinge war das Malen eine Rettung: "Menschen werden alles tun, um ihre Gedanken der Hölle entkommen zu lassen", schreibt Adayfi.
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Für viele Häftlinge war das Malen eine Rettung: "Menschen werden alles tun, um ihre Gedanken der Hölle entkommen zu lassen", schreibt Adayfi.

Auch gaben ihnen Bilder wie eigene Texte ein Stück ihrer Identität zurück.
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Auch gaben ihnen Bilder wie eigene Texte ein Stück ihrer Identität zurück.

"Sie waren ein Beweis, dass ich existiere", schrieb der Mauretanier Mohamedou Ould Slahi in der "Washington Post" über seine mittlerweile als "Guantánamo-Tagebuch" bekannten Aufzeichnungen sowie Geschenke seiner Familie.
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"Sie waren ein Beweis, dass ich existiere", schrieb der Mauretanier Mohamedou Ould Slahi in der "Washington Post" über seine mittlerweile als "Guantánamo-Tagebuch" bekannten Aufzeichnungen sowie Geschenke seiner Familie.

Mit genau dieser Existenz allerdings scheint das Pentagon mittlerweile seine Probleme zu haben. Im Zuge der Ausstellung sei der Transfer von Kunstwerken aus Guantánamo verboten worden, teilte der Pentagon-Sprecher Ben Sakrisson Ende Dezember 2017 mit.
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Mit genau dieser Existenz allerdings scheint das Pentagon mittlerweile seine Probleme zu haben. Im Zuge der Ausstellung sei der Transfer von Kunstwerken aus Guantánamo verboten worden, teilte der Pentagon-Sprecher Ben Sakrisson Ende Dezember 2017 mit.

Arbeiten aus Guantánamo sind ab sofort Regierungseigentum der USA und die Ausstellung dürfte die vorerst letzte Schau dieser Art gewesen sein. Mehrere Anwälte der Gefangenen befürchten sogar, dass die derzeit ausgestellten Werke nicht an diese zurückgegeben, sondern vernichtet werden.
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Arbeiten aus Guantánamo sind ab sofort Regierungseigentum der USA und die Ausstellung dürfte die vorerst letzte Schau dieser Art gewesen sein. Mehrere Anwälte der Gefangenen befürchten sogar, dass die derzeit ausgestellten Werke nicht an diese zurückgegeben, sondern vernichtet werden.

Auch die Kuratorin der Aussstellung, Erin Thompson, die unter anderem über Zerstörung von Kunst durch terroristische Gruppen geforscht hat, sorgt sich um die Kunstwerke.
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Auch die Kuratorin der Aussstellung, Erin Thompson, die unter anderem über Zerstörung von Kunst durch terroristische Gruppen geforscht hat, sorgt sich um die Kunstwerke.

Auf Change.org hat sie eine Petition eingebracht, um gegen eine etwaige Vernichtung von Kunst durch das Pentagon zu protestieren. "Die Verbrennung von Kunst ist etwas, was Faschisten und Terrorregime machen - aber nicht das amerikanische Volk", so Thompson. Die Adressaten sind unter anderem US-Präsident Donald Trump und das Pentagon.
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Auf Change.org hat sie eine Petition eingebracht, um gegen eine etwaige Vernichtung von Kunst durch das Pentagon zu protestieren. "Die Verbrennung von Kunst ist etwas, was Faschisten und Terrorregime machen - aber nicht das amerikanische Volk", so Thompson. Die Adressaten sind unter anderem US-Präsident Donald Trump und das Pentagon.