(Foto: Nolde Stiftung Seebüll) 1 / 24
Von Kira Pieper

Kunst mit NS-Vergangenheit Gurlitt-Bilder sind in Berlin zu sehen

Dieses Bild "Weite Landschaft mit Wolken" von Emil Nolde lag jahrelang vermutlich in einem Schubladen-Schrank verborgen im Privathaushalt des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt.

Dieses Bild "Weite Landschaft mit Wolken" von Emil Nolde lag jahrelang vermutlich in einem Schubladen-Schrank verborgen im Privathaushalt des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt.
(Foto: Nolde Stiftung Seebüll) 1 / 24

Dieses Bild "Weite Landschaft mit Wolken" von Emil Nolde lag jahrelang vermutlich in einem Schubladen-Schrank verborgen im Privathaushalt des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt.

Der 80-Jährige steht 2013  plötzlich im Fokus des öffentlichen Interesses. Der Grund:
(Foto: picture alliance / dpa) 2 / 24

Der 80-Jährige steht 2013 plötzlich im Fokus des öffentlichen Interesses. Der Grund:

Im Jahr zuvor hatte die Staatsanwaltschaft sämtliche Kunstwerke aus seinem Haus in Salzburg (Foto) und aus seiner Münchner Wohnung beschlagnahmt.
(Foto: picture alliance / dpa) 3 / 24

Im Jahr zuvor hatte die Staatsanwaltschaft sämtliche Kunstwerke aus seinem Haus in Salzburg (Foto) und aus seiner Münchner Wohnung beschlagnahmt.

Die mehr als 1500 Werke stammen aus dem Nachlass seines Vaters Hildebrand Gurlitt. Er war einer der Kunsthändler Adolf Hitlers.
(Foto: picture alliance / dpa) 4 / 24

Die mehr als 1500 Werke stammen aus dem Nachlass seines Vaters Hildebrand Gurlitt. Er war einer der Kunsthändler Adolf Hitlers.

Deswegen gehen die Behörden pauschal davon aus, dass die gefunden Kunstwerke - wie das Werk "Mädchen" von Otto Dix -  Raubkunst sein müssen. Medien bezeichnen die Sammlung Gurlitts gar als "Nazi-Schatz".
(Foto: Kunstmuseum Bern) 5 / 24

Deswegen gehen die Behörden pauschal davon aus, dass die gefunden Kunstwerke - wie das Werk "Mädchen" von Otto Dix - Raubkunst sein müssen. Medien bezeichnen die Sammlung Gurlitts gar als "Nazi-Schatz".

2014 stirbt Cornelius Gurlitt. In seinem Testament legt er fest, dass er seine millionenschwere Kunstsammlung dem Kunstmuseum Bern vermacht. Der Umgang mit dem seinerzeit physisch und psychisch angeschlagenen Gurlitt wird vielfach kritisiert. Die Sammlung sei ihm ohne Rechtsgrund weggenommen worden, heißt es etwa. Und: Die Sammlung wurde verdächtiger dargestellt, als sie tatsächlich gewesen sei.
(Foto: picture alliance / Martin Gerten) 6 / 24

2014 stirbt Cornelius Gurlitt. In seinem Testament legt er fest, dass er seine millionenschwere Kunstsammlung dem Kunstmuseum Bern vermacht. Der Umgang mit dem seinerzeit physisch und psychisch angeschlagenen Gurlitt wird vielfach kritisiert. Die Sammlung sei ihm ohne Rechtsgrund weggenommen worden, heißt es etwa. Und: Die Sammlung wurde verdächtiger dargestellt, als sie tatsächlich gewesen sei.

Anfang 2018 veranstaltet das Kunstmuseum Bern zusammen mit der Bundeskunsthalle Bonn die Ausstellung "Bestandsaufnahme Gurlitt".
(Foto: picture alliance/dpa) 7 / 24

Anfang 2018 veranstaltet das Kunstmuseum Bern zusammen mit der Bundeskunsthalle Bonn die Ausstellung "Bestandsaufnahme Gurlitt".

Dort wird eine Auswahl der Kunstwerke der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand des Kunstfunds zu präsentieren. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Waren Gurlitts Bilder wirklich Raubkunst? Und was ist Raubkunst überhaupt? Nun ist die Schau ...
(Foto: picture alliance / Peter Klaunze) 8 / 24

Dort wird eine Auswahl der Kunstwerke der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand des Kunstfunds zu präsentieren. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Waren Gurlitts Bilder wirklich Raubkunst? Und was ist Raubkunst überhaupt? Nun ist die Schau ...

... auch in Berlin zu sehen. Dabei wird die Geschichte rund um den Kunstsammler Gurlitt aufgearbeitet und es werden rund 250 Kunstwerke gezeigt. Bei den Bildern fällt auf, dass ...
(Foto: picture alliance / Oliver Berg/d) 9 / 24

... auch in Berlin zu sehen. Dabei wird die Geschichte rund um den Kunstsammler Gurlitt aufgearbeitet und es werden rund 250 Kunstwerke gezeigt. Bei den Bildern fällt auf, dass ...

... nicht nur Künstler, Titel und Jahr des Werkes (hier: "Stillleben mit Glas und Früchten" von Pablo Picasso, 1909) genannt werden. Zusätzlich wird die Herkunft jedes Kunstwerks thematisiert. Im Fall des hier zu sehenden Picasso-Bildes befindet sich die Provenienz noch in Abklärung. Und so lange kann das Bild nicht als Raubkunst bezeichnet werden.
(Foto: Kunstmuseum Bern) 10 / 24

... nicht nur Künstler, Titel und Jahr des Werkes (hier: "Stillleben mit Glas und Früchten" von Pablo Picasso, 1909) genannt werden. Zusätzlich wird die Herkunft jedes Kunstwerks thematisiert. Im Fall des hier zu sehenden Picasso-Bildes befindet sich die Provenienz noch in Abklärung. Und so lange kann das Bild nicht als Raubkunst bezeichnet werden.

Auch die Besitzverhältnisse dieses Werkes von Franz Marc, "Sitzendes Pferd" (1912), müssen noch geklärt werden. Von Raubkunst kann also auch in diesem Fall noch keine Rede sein.
(Foto: Kunstmuseum Bern) 11 / 24

Auch die Besitzverhältnisse dieses Werkes von Franz Marc, "Sitzendes Pferd" (1912), müssen noch geklärt werden. Von Raubkunst kann also auch in diesem Fall noch keine Rede sein.

Für diesen Monet, "Waterloo Bridge" (1903), gestaltet es sich für die Forscher ebenfalls schwierig, die Besitzverhältnisse lückenlos nachzuvollziehen.
(Foto: David Ertl, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH) 12 / 24

Für diesen Monet, "Waterloo Bridge" (1903), gestaltet es sich für die Forscher ebenfalls schwierig, die Besitzverhältnisse lückenlos nachzuvollziehen.

Nach der Beschlagnahmung durch die Behörden 2012 stehen zunächst 1039 Werke aus Gurlitts Sammlung unter Raubkunstverdacht. So auch dieses Werk namens "Im Schlossgarten von Oberhofen" von August Macke (1914).
(Foto: Kunstmuseum Bern) 13 / 24

Nach der Beschlagnahmung durch die Behörden 2012 stehen zunächst 1039 Werke aus Gurlitts Sammlung unter Raubkunstverdacht. So auch dieses Werk namens "Im Schlossgarten von Oberhofen" von August Macke (1914).

Der Hintergrund jedes dieser verdächtigen Bilder muss also akribisch recherchiert werden. Dies gilt auch für das Werk "Zandvoort Strandcafé" von Max Beckmann (1934).
(Foto: Mick Vincenz, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH) 14 / 24

Der Hintergrund jedes dieser verdächtigen Bilder muss also akribisch recherchiert werden. Dies gilt auch für das Werk "Zandvoort Strandcafé" von Max Beckmann (1934).

Ein ausgesprochen zeitaufwendiger Prozess. Auch die Herkunft dieses Selbstporträts des Künstlers Max Liebermann (nach 1914) muss noch herausgefunden werden.
(Foto: Mick Vincenz, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH) 15 / 24

Ein ausgesprochen zeitaufwendiger Prozess. Auch die Herkunft dieses Selbstporträts des Künstlers Max Liebermann (nach 1914) muss noch herausgefunden werden.

Bislang konnten lediglich 150 der Recherchen abgeschlossen werden. Fakt ist: Etliche Bilder gehören rechtmäßig Cornelius Gurlitt. Wie zum Beispiel "Das Christuskind mit dem Johannesknaben" (1540?) oder ...
(Foto: Mick Vincenz, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH) 16 / 24

Bislang konnten lediglich 150 der Recherchen abgeschlossen werden. Fakt ist: Etliche Bilder gehören rechtmäßig Cornelius Gurlitt. Wie zum Beispiel "Das Christuskind mit dem Johannesknaben" (1540?) oder ...

... das "Schwere Schweben" von Wassily Kandinsky (1924). Nur sechs Werke sind bislang als Raubkunst identifiziert worden. Vier konnten den Besitzern bereits zurückgegeben werden.
(Foto: Kunstmuseum Bern) 17 / 24

... das "Schwere Schweben" von Wassily Kandinsky (1924). Nur sechs Werke sind bislang als Raubkunst identifiziert worden. Vier konnten den Besitzern bereits zurückgegeben werden.

Diese Stücke werden in der Berliner Ausstellung nicht zu sehen sein. Es werden vornehmlich Exponate gezeigt, deren Provenienz aktuell noch untersucht wird. Wie die "Fischerkinder" von Emil Nolde (1926). Oder ...
(Foto: Nolde Stiftung Seebüll) 18 / 24

Diese Stücke werden in der Berliner Ausstellung nicht zu sehen sein. Es werden vornehmlich Exponate gezeigt, deren Provenienz aktuell noch untersucht wird. Wie die "Fischerkinder" von Emil Nolde (1926). Oder ...

... Werke, deren Herkunft derzeit nicht aufklärbar sind, wie das Werk "Ritter, Tod und Teufel" von Albrecht Dürer (1513).
(Foto: David Ertl, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH) 19 / 24

... Werke, deren Herkunft derzeit nicht aufklärbar sind, wie das Werk "Ritter, Tod und Teufel" von Albrecht Dürer (1513).

Aber nicht nur Gemälde werden in der Ausstellung zu sehen sein, sondern auch Skulpturen wie die "Badende" von Edgar Degas und ...
(Foto: Mick Vincenz, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH) 20 / 24

Aber nicht nur Gemälde werden in der Ausstellung zu sehen sein, sondern auch Skulpturen wie die "Badende" von Edgar Degas und ...

... die "Kauernde" von Auguste Rodin (um 1882).
(Foto: Albrecht Fuchs, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH) 21 / 24

... die "Kauernde" von Auguste Rodin (um 1882).

Die Werke, ein Großteil von ihnen sind Papierarbeiten, wie die "Zwei Akte auf Lager" von Ernst Ludwig Kirchner (um 1907/08), sind ab dem 14. September 2018 im Martin-Gropius-Bau in Berlin zu sehen.
(Foto: Kunstmuseum Bern) 22 / 24

Die Werke, ein Großteil von ihnen sind Papierarbeiten, wie die "Zwei Akte auf Lager" von Ernst Ludwig Kirchner (um 1907/08), sind ab dem 14. September 2018 im Martin-Gropius-Bau in Berlin zu sehen.

Gezeigt werden nicht nur Kunstwerke aus der Gurlitt-Sammlung wie dieses "Selbstbildnis mit Griffel" von Max Beckmann (1919).
(Foto: Mick Vincenz, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH) 23 / 24

Gezeigt werden nicht nur Kunstwerke aus der Gurlitt-Sammlung wie dieses "Selbstbildnis mit Griffel" von Max Beckmann (1919).

Die Ausstellung gewährt auch Einblick in die Schicksale der Verfolgten, meist jüdische Sammler, Kunsthändler und Künstler, die dem NS-Regime zum Opfer fielen. Deren Kunstschätze geraubt oder die so bedroht wurden, dass sie Kunst unter Wert verkauften. (Im Bild: Edvard Munch, Eifersucht I, 1896).
(Foto: Kunstmuseum Bern) 24 / 24

Die Ausstellung gewährt auch Einblick in die Schicksale der Verfolgten, meist jüdische Sammler, Kunsthändler und Künstler, die dem NS-Regime zum Opfer fielen. Deren Kunstschätze geraubt oder die so bedroht wurden, dass sie Kunst unter Wert verkauften. (Im Bild: Edvard Munch, Eifersucht I, 1896).