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Kampf gegen das Vergessen Der Junge ohne Erinnerungen

Seit einem Verkehrsunfall vor neun Jahren ist der Hippocampus des heute 26-jährigen Chen Hong-zhi zerstört. In diesem Teil des Gehirns werden Erinnerungen abgespeichert.

Seit einem Verkehrsunfall vor neun Jahren ist der Hippocampus des heute 26-jährigen Chen Hong-zhi zerstört. In diesem Teil des Gehirns werden Erinnerungen abgespeichert.
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Seit einem Verkehrsunfall vor neun Jahren ist der Hippocampus des heute 26-jährigen Chen Hong-zhi zerstört. In diesem Teil des Gehirns werden Erinnerungen abgespeichert.

Da sein Kurzzeitgedächtnis nicht mehr funktioniert, versucht er, seine Erinnerungen durch tägliche Notizen aufrechtzuerhalten.
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Da sein Kurzzeitgedächtnis nicht mehr funktioniert, versucht er, seine Erinnerungen durch tägliche Notizen aufrechtzuerhalten.

Lin Ning-teng. Leiter der psychatrischen Abteilung im Taipei Veterans General Hospital, erklärt die Unterschiede zwischen einem normalen Gehirn und dem von Chen Hong-zhi. "Ein großer Teil seines Gehirns ist schwarz. Das sind die Teile, die nach dem Unfall operiert wurden," so Lin.
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Lin Ning-teng. Leiter der psychatrischen Abteilung im Taipei Veterans General Hospital, erklärt die Unterschiede zwischen einem normalen Gehirn und dem von Chen Hong-zhi. "Ein großer Teil seines Gehirns ist schwarz. Das sind die Teile, die nach dem Unfall operiert wurden," so Lin.

Der junge Mann kann sich nur an Dinge erinnern, die er in den letzten fünf bis zehn Minuten gemacht hat.
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Der junge Mann kann sich nur an Dinge erinnern, die er in den letzten fünf bis zehn Minuten gemacht hat.

"Ich mache mir Notizen, um mich daran zu erinnern, wem ich geholfen habe, wie viel ich auf dem Feld gearbeitet habe, ob es geregnet oder ob die Sonne geschienen hat. Die Notizbücher sind alles für mich", sagt Chen.
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"Ich mache mir Notizen, um mich daran zu erinnern, wem ich geholfen habe, wie viel ich auf dem Feld gearbeitet habe, ob es geregnet oder ob die Sonne geschienen hat. Die Notizbücher sind alles für mich", sagt Chen.

Seit dem Unfall hat Chen auch Probleme, Informationen zu verstehen und zu verarbeiten.
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Seit dem Unfall hat Chen auch Probleme, Informationen zu verstehen und zu verarbeiten.

Der 26. September war ein guter Tag für Chen: Er hat ein bisschen Geld verdient, war alleine in der Stadt und hat Freunde getroffen.
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Der 26. September war ein guter Tag für Chen: Er hat ein bisschen Geld verdient, war alleine in der Stadt und hat Freunde getroffen.

Chen Hong-zhis Notizen vom 2. Juli: Er schreibt, dass er 18 Bambusstangen zum Kochen gehackt ...
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Chen Hong-zhis Notizen vom 2. Juli: Er schreibt, dass er 18 Bambusstangen zum Kochen gehackt ...

... und Unkraut gejätet hat. Außerdem half er seinem Onkel Liao beim Verkauf von Kürbissen und ging um 22.08 Uhr schlafen.
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... und Unkraut gejätet hat. Außerdem half er seinem Onkel Liao beim Verkauf von Kürbissen und ging um 22.08 Uhr schlafen.

Notizen vom 7. November: "Erledigungen für Mutter gemacht, Schwester Jhang besucht, Onkel Shao geholfen."
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Notizen vom 7. November: "Erledigungen für Mutter gemacht, Schwester Jhang besucht, Onkel Shao geholfen."

Alleine leben wird Chen nie können, ...
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Alleine leben wird Chen nie können, ...

... auch wenn er in vielem wie andere 26-Jährige ist. Er spielt am Handy ...
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... auch wenn er in vielem wie andere 26-Jährige ist. Er spielt am Handy ...

... oder erledigt Einkäufe im Supermarkt.
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... oder erledigt Einkäufe im Supermarkt.

Er freut sich, dabei seine Nachbarin zu treffen ...
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Er freut sich, dabei seine Nachbarin zu treffen ...

... und unterhält sich mit einem Freund, der auch in der Nachbarschaft wohnt.
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... und unterhält sich mit einem Freund, der auch in der Nachbarschaft wohnt.

Chen ist gerne allein in der Stadt unterwegs.
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Chen ist gerne allein in der Stadt unterwegs.

In seinem nahen und ihm bekannten Umfeld bewegt er sich sicher.
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In seinem nahen und ihm bekannten Umfeld bewegt er sich sicher.

Hier betet er in der katholischen Kirche dafür, dass er sein verlorenes Smartphone wiederfindet.
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Hier betet er in der katholischen Kirche dafür, dass er sein verlorenes Smartphone wiederfindet.

Chen ist sehr religiös.
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Chen ist sehr religiös.

An diesem Tag im Oktober schreibt er von seinem Besuch in der Kirche.
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An diesem Tag im Oktober schreibt er von seinem Besuch in der Kirche.

Notizen vom 6. November: Telefon gefunden, Mittagessen bei Kentucky Fried Chicken, abends Wahlkampfkundgebung.
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Notizen vom 6. November: Telefon gefunden, Mittagessen bei Kentucky Fried Chicken, abends Wahlkampfkundgebung.

"Einmal habe ich mein Notizbuch verloren, da war ich so traurig, dass ich den ganzen Tag nur geweint habe", erzählt Chen.
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"Einmal habe ich mein Notizbuch verloren, da war ich so traurig, dass ich den ganzen Tag nur geweint habe", erzählt Chen.

Das Leben in Hsinchu ist einfach: Chen trifft Vorbereitungen, um Wasser für seine Dusche zum Kochen zu bringen.
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Das Leben in Hsinchu ist einfach: Chen trifft Vorbereitungen, um Wasser für seine Dusche zum Kochen zu bringen.

Danach ist die Dusche umso wohltuender.
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Danach ist die Dusche umso wohltuender.

In Taiwan ist die Lotterie sehr beliebt, auch bei Chen. Hier sortiert er seine Spielscheine.
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In Taiwan ist die Lotterie sehr beliebt, auch bei Chen. Hier sortiert er seine Spielscheine.

Stolz posiert er mit einem Gewinn: einem Ventilator.
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Stolz posiert er mit einem Gewinn: einem Ventilator.

Seit Chens Vater vor vier Jahren gestorben ist, leben Chen und seine Stiefmutter Wang Miao-cyong von der staatlichen Invaliditätszulage und dem, was sie durch den Anbau von Obst und Gemüse verdienen.
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Seit Chens Vater vor vier Jahren gestorben ist, leben Chen und seine Stiefmutter Wang Miao-cyong von der staatlichen Invaliditätszulage und dem, was sie durch den Anbau von Obst und Gemüse verdienen.

Ihr Land teilt sich Chens Familie  mit den Nachbarn. Manche von ihn nennen ihn den "Notizbuch-Jungen"
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Ihr Land teilt sich Chens Familie mit den Nachbarn. Manche von ihn nennen ihn den "Notizbuch-Jungen"

Wang kommt nur sehr schwer damit zurecht, dass er alles vergisst.
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Wang kommt nur sehr schwer damit zurecht, dass er alles vergisst.

Die 65-Jährige sehnt sich danach, in ihre indonesische Heimatstadt zurückzukehren.
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Die 65-Jährige sehnt sich danach, in ihre indonesische Heimatstadt zurückzukehren.

"Wenn ich gehe, wer kümmert sich dann um meinen Sohn?" fragt sich seine Stiefmutter. Sie macht sich schon jetzt Sorgen darum, wie er nach ihrem Tod alleine zurechtkommen wird. (les/rts)
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"Wenn ich gehe, wer kümmert sich dann um meinen Sohn?" fragt sich seine Stiefmutter. Sie macht sich schon jetzt Sorgen darum, wie er nach ihrem Tod alleine zurechtkommen wird. (les/rts)