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Krieg der Araber-Clans "4 Blocks" wird blutig

Toni Hamady wäre in der Serie "4 Blocks" gern der Boss in Berlin, doch die Konkurrenz schläft nicht.

Toni Hamady wäre in der Serie "4 Blocks" gern der Boss in Berlin, doch die Konkurrenz schläft nicht.

(Foto: Turner Broadcasting System Europe Limited – a WarnerMedia Company /Wiedemann & Berg Television GmbH & Co.)

Toni Hamady hat jetzt einen deutschen Pass. Doch damit ändert sich gar nichts. Wenn überhaupt, wird es nur schlimmer. In der zweiten Staffel der Serie "4 Blocks" geht es erneut zur Sache im Berliner Untergrund.

Toni Hamady (Kida Khodr Ramadan) tötet nicht. Das war die Regel. Aber die gilt nicht mehr - jedenfalls nicht so ganz. In der zweiten Staffel von "4 Blocks" gibt es Krieg zwischen arabischen Familien-Clans, und da kann man nicht zimperlich sein. Es ist ein blutiger Kampf um Drogen und Ehre, ganz so wie man sich das vorstellt, wenn man in den Nachrichten von libanesischen Großfamilien hört.

Klar, "4 Blocks" bedient sich weiterhin aller denkbarer Klischees. Es wird in pinkfarbenem Licht gestrippt, Geschlechtsverkehr mit allen möglichen Müttern angedroht und Tee aus gülden glänzenden Kännchen gegossen. Trotzdem fühlt sich "4 Blocks" ungewöhnlich echt an. Wer sich schon mal in Berlin zwischen Neukölln-Arcaden und Kotti bewegt hat, wird die Straßen wiedererkennen, und wer zuweilen mal eine Zeitung aufschlägt, dem kommen auch die Geschichten vertraut vor.

Im Juli etwa beschlagnahmten Staatsanwaltschaft und Polizei in der Hauptstadt im Rahmen einer großangelegten Aktion gegen die organisierte Kriminalität vorläufig Dutzende Wohnungen und Häuser im Wert von mehr als neun Millionen Euro. Ermittelt wurde damals wegen Geldwäsche gegen Mitglieder einer arabischstämmigen Großfamilie. In "4 Blocks" will Toni Hamady mit Immobilieninvestments runter von der Straße, raus aus kriminellen Deals und rein in die Legalität. Ganz so weit hergeholt scheint das offenbar nicht.

"Berlin gehört jetzt uns!"

Im September wurde - ebenfalls in Berlin - auf dem Tempelhofer Feld der Intensivtäter Nidal R. vor den Augen seiner Frau und seiner Kinder erschossen. Er hatte Kontakte zu dem wohl bekanntesten Clan-Mitglied Deutschlands: Arafat Abou-Chaker, der bis vor Kurzem geschäftlich mit dem Rapper Bushido verbandelt war. Toni Hamady entgeht in "4 Blocks" selbst nur knapp einem Mordanschlag.

Es ist alles ein bisschen abgefuckter in der zweiten Staffel von "4 Blocks". Es gibt weniger Romantik und mehr Leichen. Als die erste Staffel erschien, hatte man das Gefühl, einem ganz besonderen Fernsehmoment beizuwohnen. Ein wenig von dem Zauber hat die Serie verloren. Und doch bleibt sie eins der Formate, die es lohnen, ein bisschen länger auf der heimischen Couch zu versacken.

"Berlin gehört jetzt uns. Und das ist erst der Anfang!", verkündet Clan-Chef Hamady zu Beginn der zweiten Staffel. Er hat jetzt einen deutschen Pass, einen einflussreichen Freund im Libanon, neuen Stoff zum Verkaufen und vielleicht auch wieder eine Chance bei seiner Ehefrau. Aber ganz so einfach wird es dann natürlich nicht. Stattdessen knallt's.

Die zweite Staffel von "4 Blocks" läuft ab dem 11. Oktober auf TNT Serie.

Quelle: n-tv.de

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