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Die Stunde der Wiedergeburt "The Heretics": Sei das ultimative Opfer

Gloria hat etwas in sich, das nicht von dieser Welt ist.

Gloria hat etwas in sich, das nicht von dieser Welt ist.

(Foto: WVG)

Ein Mädchen wird entführt, kann entkommen. Fünf Jahre später wird sie erneut gekidnappt. Der Entführer offenbart ihr, dass sie als Opferlamm für eine Sekte von Teufelsanbetern dienen soll und er sie retten will. Doch der Teufel hat in diesem Film viele Gesichter.

"Es ein Albtraum, nur ein Albtraum!", sagt Ruth zu ihrer Tochter Gloria, als diese schweißgebadet aufwacht. Es sind Erinnerungsfetzen an eine Entführung vor fünf Jahren, die die junge Frau immer wieder unkontrolliert heimsuchen. Sie versucht, mit den schrecklichen Erlebnissen von damals klarzukommen, geht in eine Selbsthilfegruppe einer Kirche und lernt dort Joan kennen.

Was nach dem typischen Beginn eines Rape-and-Revenge-Horrorthrillers klingt, entpuppt sich jedoch als etwas völlig anderes. Auch das Thema Außerirdische könnte man als Zuschauer nach den ersten paar Minuten von "The Heretics" als Plot vermuten. Selbst Coming-of-Age ist drin, denn Gloria (Nina Kiri; "Let Her Out") und Joan (Jorja Cadence) kommen sich näher. Joan gibt die Beschützerin, Gloria die Schutzsuchende. Gemeinsam können sie über alles sprechen.

"The Heretics" ist bei WVG erschienen.

"The Heretics" ist bei WVG erschienen.

(Foto: WVG)

Das Böse sucht ein "Gefäß"

Aber ganz so banal ist "The Heretics" des Regisseurs Chad Archibald ("Bite") dann doch nicht. Vielmehr nimmt er all die früh erzeugten Erwartungen, mischt sie kräftig durch und lässt dann einen Besessenheits-Teufelsanbetungs-Weltuntergangs-Erweckungs-Schocker auf die Zuschauer los.

Die Entführung Glorias vor fünf Jahren hat diese nur mit viel Glück überlebt. Sie war als das Opferlamm einer Sekte auserkoren, die mithilfe ihres Todes und eines kollektiven Selbstmords den Dämon Abalon auf die Erde holen wollte. Gloria kam davon, denn eines der Sektenmitglieder bekam Zweifel an dem Teufels-Hokuspokus und rettete die junge Frau.

Glorias Retter gibt sich ihr fünf Jahre nach den schrecklichen Ereignissen zu erkennen: Er entführt sie, als sie eines Nachts auf dem Heimweg von Joan ist. Er verschleppt sie in ein abgelegenes Haus, legt sie in Ketten und sagt ihr, dass er sie so retten wolle. Gloria versteht die Welt nicht mehr. Zu allem Überfluss spuckt sie auch noch Blut und hört Stimmen in ihrem Kopf.

Gloria weiß lange nicht, wie ihr geschieht.

Gloria weiß lange nicht, wie ihr geschieht.

(Foto: WVG)

Nach Glorias Verschwinden macht sich Joan auf die Suche, gemeinsam mit deren Mutter Ruth und den Leuten aus der Selbsthilfegruppe - doch ohne Erfolg. Joan wird immer aggressiver, sie scheint etwas zu verbergen. Etwas, über das der Entführer von Gloria Bescheid weiß, denn er ist Joans älterer Bruder Thomas (Ry Barrett; "The Demolisher"). Und so fügen sich die einzelnen Puzzleteile zu einem großen Ganzen zusammen.

Das Böse ist frei!

Dass der Film am Ende noch mit ein paar Twists aufwartet, macht ihn zu einem äußerst gelungenen Horror-Machwerk. Neben den drei Hauptdarstellern überzeugen sowohl die düstere Atmosphäre des Streifens als auch die Geräuschkulisse, in denen Filmfans akustische Anleihen bei "Der Exorzist", "Psycho" oder auch "Alien vs. Predator" heraushört.

Archibald spielt gekonnt mit den Erwartungen der Zuschauer, führt sie dabei ab und an gewollt in die Irre. Das funktioniert besonders gut am Ende des Films. Denn da wird dem Zuschauer klar, dass der wirkliche Albtraum gerade erst begonnen hat: "Oh Abalon ...!" "The Heretics 2" kann kommen.

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Quelle: n-tv.de

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